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Valmet Raceabout: Fliegender Finne
27.12.2005
Die finnische Firma Valmet ist in Deutschland vor allem als Produktionspartner von Porsche bekannt: Für die Zuffenhausener fertigt man im Lohnauftrag den Boxster. Das in Uusikaupunki beheimatete Unternehmen fertigt also auf hohem Niveau, und um diese Botschaft der Kompetenz als Entwicklungs- und Produktionspartner an die automobile Welt zu übermitteln, setzen die Finnen seit 1996 auf eigene Studien. 2000 zeigte man in Genf einen zweisitzigen Roadster mit dem Namen "Raceabout". Dieses Konzept wurde von Studenten am Polytechnikum der Universität Helsinki sowie Studenten des Fachbereichs Arts and Design für 2005 gründlich überarbeitet. Der zweisitzige Valmet-Roadster ist reduziert auf die Essenz eines Sportwagens: Das Chassis besteht aus Aluminium, die Schulterlinie ist niedrig und der Wagenkörper breit. Das Design soll mit seiner geduckten Front und seiner Keilform zeigen, dass der Raceabout sowohl auf der Rennstrecke wie auch auf öffentlichen Straßen zuhause ist. Die Skulptur des Valmet ist recht konventionell, die Hauben sind mit Spannverschlüssen befestigt, die Türen öffnen nach oben und im hohen Heck sind Lüftungsgitter zur Beatmung des Mittelmotors angebracht. Ein wenig stilistischen Pep bringen die Zusatzgitter, die von der Oberseite der Motorhaube innen an den Heckleuchten nach unten weiterlaufen.
Während die Karbonfiber-Karosserie in leuchtendem Orange strahlt, ist das Interieur blau eingefärbt. Das Cockpit ist puristisch eingerichtet. Große Teile des Aluminium-Monocoques, das mit Hilfsrahmen aus Edelstahl verstärkt ist, bleiben unverkleidet. Ein Zentralinstrument mit einer digitalen Anzeige informiert über die Betriebszustände. Geschaltet wird entweder mit großzügig ausgelegten Wippen oder einem konventionellen Schalthebel und die Pedale bestehen natürlich aus gelochtem Aluminium. Gesteuert wird der Roadster mit einem spartanischen Dreispeichenlenkrad mit Lederkranz. Die Schalensitze von Sparco sind mit blauem Leder bezogen und alle Innenverkleidungen sind abnehmbar, was einerseits den Service erleichtert und andererseits die schnelle Neugestaltung des Innenraums in einer neuen Farbe erlaubt. Bei der Chassisentwicklung standen vor allem Agilität und Stabilität im Vordergrund. Dabei gaben die Ingenieure dem Valmet Raceabout zwei unterschiedliche Abstimmungen mit: Spezielle Federraten und Dämpfereinstellungen sowie eine höhere Bodenfreiheit erlauben ein kommodes Fortkommen auf der Straße. Dazu sind die Bremsen weniger giftig eingestellt und die Fahrzeugbalance ist ausgewogener. Das zweite Setup ist für die Rennstrecke ausgelegt: Straffere Dämpfer und Federn sowie eine geringere Bodenfreiheit verbessern die Traktion und erlauben höhere Kurvengeschwindigkeiten. Durch ein elektronisches System kann die Fahrwerkseinstellung geändert werden und alle Daten des Chassis Setup lassen sich auslesen und modifizieren.
Sportlich ist auch das Leistungsgewicht. Bei einer Basis von 795 kg müssen pro Pferdestärke etwa drei Kilogramm bewegt werden. Das Antriebsaggregat, das von Saab stammt, produziert 270 PS Leistung sowie ein Drehmoment von 420 Nm bei 3600 1/min. Damit erzielt der 3,850 mm lange und 1,730 mm breite Roadster 235 km/h Höchstgeschwindigkeit. 100 Stundenkilometer werden im Spurt in weniger als fünf Sekunden erreicht. Die nächste Ausbaustufe des Valmet-Roadsters soll einen elektrischen Antrieb haben. Die Entwickler möchten einen Null-Emissionen-Sportwagen darstellen, der über modernste Aggregate und Li-Ion-Batterien verfügt, gleichzeitig aber die sportlichen Gene des Raceabout mit Verbrennungsmotor bewahrt.
(Text: Rainer Roßbach )
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