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Aktualisiert am 31.12.2011
© 2011 virto GmbH
GM Sequel: Ziel Null Emission

20.12.2005

GM Sequel
Bullige Optik durch große Lufteinlässe und schmale Fensterflächen

Das Forschungsfahrzeug Sequel von General Motors ist ähnlich wie ein SUV gestaltet und wurde für einen emissionsfreien Wasserstoff-Antrieb der Zukunft konzipiert. Mit einer Länge von 4.994 Millimetern, einer Höhe von 1.696 Millimetern und einem Radstand von 3.040 Millimetern schafft diese Karosserieform Platz für die eingesetzte Brennstoffzellen-Antriebstechnik.

Die Front wird dominiert von drei großen Lufteinlässen - ein großer, zentraler Grill in der Mitte und zwei seitliche Öffnungen - die Luft zu drei voluminösen Kühlern geleitet. Diese kühlen nicht nur den Brennstoffzellen-Stack, sondern auch die Leistungselektronik und den vorderen Elektromotor. Auf der Haube gibt es einen weiteren Lufteinlass für die Klimaanlage. Auch auf der Rückseite gibt es Lufteinlässe, die den hinteren Elektromotor und die Batterie kühlen.

LED-Scheinwerfer, deren Licht durch Glaslamellen verstärkt wird, prägen die Front. Sie sorgen für eine bessere Ausleuchtung der Strasse – und der High-Tech-Charakter, der durch Verwendung dieser Technik entsteht, ist eine willkommene Zugabe für das Design. Außerdem brauchen die LEDs weniger Energie und sie produzieren geringere Wärme. Durch ihre Kompaktheit konnten die Designer Module entwickeln, die genügend Platz für Lufteinlässe direkt darunter ließen. Auch für die Rückleuchten werden LEDs verwendet.

GM Sequel
Innen ist der Sequel hell und luftig dank schwebend aufgehängter Sitze und einem transparenten Dach

Ein gläsernes Schiebedach, das sich über die gesamte Fahrzeuglänge erstreckt und dessen einzelne Segmente sich nach hinten übereinander schieben, lässt den Innenraum licht und hell wirken. Im Innenraum sind Rolle und Anordnung der Bedienelemente neu durchdacht worden: Da sich Heizungs- und Klimaanlage beim Sequel unter der vorderen Haube befinden, konnten deren Schalter ebenso wie die Radiobedienung in die Armlehnen der Türen wandern. Die Instrumententafel wurde schwebend konzipiert, dazu wurde die Mittelkonsole, die eine Vielfalt von Aufgaben übernimmt, beweglich angeordnet. Dadurch haben sowohl die Vorne- wie die Hintensitzenden Zugriff auf die Infotainmentsysteme, zur Bluetooth-Schnittstelle und zur Dockingstation für einen Computer. Außerdem befinden sich hier ein Bildschirm, Staufächer für DVDs oder eine Spielkonsole. Das fünfsitzige Fahrzeug hat einen Beifahrersitz, der sich um 180 Grad drehen lässt. Der Rücksitz kann längs verschoben werden, die Lehne ist in der Neigung verstellbar und die Sitzfläche kann außerdem senkrecht gestellt werden, so dass eine ebene Ablagefläche entsteht.

Technisch fasst der GM Sequel die Ergebnisse zusammen, die der amerikanische Konzern bei der intensiven Entwicklung von Brennstoffzellen-Fahrzeugen in den letzten Jahren gewonnen hat. Das weiterentwickelte Brennstoffzellenantriebsmodul besteht aus dem Brennstoffzellen-Stack, dem Subsystem zur Behandlung von Wasserstoff und Luft, den Kühlsystemen und dem Hochspannungsverteilsystem. Dieser Antrieb liefert 73 kW Leistung für die elektrischen Traktionsmotoren, aber auch für Heizung, Klima und Lüftung, die By-Wire-Elektronik und die Batterie.

GM Sequel
Ein konventionelles Zentralinstrument stellt den Fahrer vor keine Rätsel. Die Mittelkonsole dagegen bietet eine Fülle an Nutzungsmöglichkeiten

Die elektrische Architektur des Sequel besteht aus drei Systemen. Ein Hochspannungssystem sorgt für den Antrieb, ein 42-Volt-System füttert die By-Wire-Komponenten und ein 12-Volt-System versorgt konventionelle Ausstattungen wie die Audioanlage oder die Innenraumbeleuchtung. Eine Lithium-Ionen-Hochspannungsbatterie ist integraler Bestandteil des Antriebssystems. Sie unterstützt den Antrieb unter bestimmten Umständen und speichert beim Bremsen zurückgewonnene Energie.

Zusätzlich zu den Radaufhängungen steuert die By-wire-Technologie auch den Allradantrieb. Die exakte Drehmomentkontrolle aller Räder ist möglich durch den einzelnen vorderen Elektromotor und die beiden hinteren Radnabenmotoren. Das System erlaubt sofortige und nahezu unendliche Drehmomentschritte, um für wechselnde Fahrbedingungen das richtige Maß an Drehmoment bereit zu stellen.

Die Rückgewinnung von Bremsenergie reduziert die Ansprüche an das Batterie-System des Fahrzeugs und verringert den Treibstoffverbrauch. Im Vergleich zu konventionellen Hybridmodellen besitzt der Sequel einen elektrischen Allradantrieb, der für mehr nutzbare Bremsenergie sorgt. Das Brake-by-wire-System erlaubt außerdem einen nahtloseren Übergang zwischen regenerativem Verzögern und konventionellem Bremsen. Dies verringert den Bremsweg.

GM Sequel
Auch im kantig geformten Heck sind Lufteinlässe das bestimmende Designmerkmal

Durch die Verwendung der By-Wire-Technik zur Steuerung von Lenkung und Bremsen wurde der Raum gewonnen, um drei Hochdruck-Tanks gut geschützt in der Mitte des Chassis unterzubringen. Nahezu jede Komponente, die für Antrieb und Steuerung des Fahrzeugs nötig ist, ist im 28 Millimeter hohen Sandwichboden, dem "Skateboard" des Sequel, untergebracht. Dies kommt auch einem günstigen Schwerpunkt zugute.

Dank des 25 Prozent stärkeren Brennstoffzellen-Stacks erreicht der Sequel eine Beschleunigung von 0 - 100 km/h von unter 10 Sekunden, emittiert aber nur Wasserdampf. Mit 480 Kilometern bietet er außerdem eine Reichweite, die sich mit herkömmlichen Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor vergleichen kann.

Der Sequel soll ein leicht und intuitiv zu bedienendes Fahrzeug sein. Deshalb gibt es ein konventionelles Lenkrad, Gas- und Bremspedal, obwohl deren Steuerung durch By-Wire-Technologie erfolgt. Auch die Bedieneinheiten und Instrumente orientieren sich am konventionellen Schema.

Ziel von General Motors ist es, Technologien anzubieten, die sinnvoll sind und den Kunden einen echten Mehrwert bieten. Der Sequel mit seiner Designaussage, seiner neuen Funktionalität und Umweltverträglichkeit zeigt, wie sich der Detroiter Konzern die Mobilität der Zukunft vorstellt.

(Text: Rainer Roßbach )
(Fotos: General Motors)

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