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Opel Vectra 2,2: Neuer Herausforderer im Drei-Städte-Turnier
14.01.2005
Opels Durststrecke scheint sich dem Ende zu nähern. Vor allem durch den neuen Vectra. Denn: Der Rüsselsheimer Mittelklasse-Wagen, inzwischen zukunftsweisender Gradmesser und erhofftes Volumenmodell, stößt inzwischen auf reges Kaufinteresse. Unter anderem deshalb, weil er als Stufenhecklimousine, in der Fließheckvariante sowie als Kombi angeboten wird und zur echten Alternative für Wolfsburgs Passat und Kölns Mondeo wird. Dadurch ist er für eine größere Kundenklientel interessant. Da sich ja bekanntlich über Karosserie- und Designfragen streiten lässt, bleibt es jedem selbst überlassen, ob ihn das aktuelle, kantig wirkende Vectra-Styling anspricht. Unbestritten sind hingegen die Abmessungen des neuen Rüsselsheimer Hoffnungsträgers: Durch seine Außenlänge von 4,60 Meter und dem um rund sechs Zentimeter gewachsenen Radstand auf nunmehr 2,70 Meter wurde Platz geschaffen. So sorgen die großen und weit öffnenden Türen für einen bequemen Einstieg selbst in den Fond. Kopf- und Kniefreiheit sind ebenfalls in Ordnung. Neben dem großzügigen Raumangebot für alle Passagiere bietet auch der rund 500 Liter fassende Laderaum beste Transportmöglichkeiten zum Beispiel für sperriges Gepäck, denn die Rücksitze lassen sich im Verhältnis ein Drittel zu zwei Drittel leicht teilen. Dazu kommt als weiteres praktisches Extra der umklappbare Beifahrersitz (130 Euro Aufpreis). Die mögliche Zuladung von 475 Kilogramm entspricht dem Klassenstandard. Der Innenraum: betont sachlich, qualitativ gut verarbeitet. Straff gepolsterte Sitze bieten genügend Komfort. Ergonomisch angeordnete Instrumente und Bedienelemente stellen den Fahrer vor keinerlei Probleme sieht man einmal von der nervigen Handhabung des Blinkers ab: Wenn dieser zum Beispiel nach dem Überholen per Fingertipp wieder in die Normalstellung gebracht werden muss, blinkt der ungeübte Vectra-Fahrer erst einmal zur anderen Seite. Das irritiert und zwar nicht nur ihn, sondern auch andere Verkehrsteilnehmer. Hier scheint Abhilfe geboten. Das Fahrwerk hingegen gehört in der Summe seiner Eigenschaften derzeit zum besten in dieser Klasse. Vor allem durch das neu entwickelte ESP, das in kritischen Situationen nicht nur an den kurveninneren, sondern an bis zu drei Rädern einen kontrollierten Bremseingriff vornimmt. Im Grenzbereich werden die Vorteile dieser Sicherheitsausstattung besonders deutlich: Ob das für Fronttriebler typische Schieben über die Vorderräder auftritt oder bei hoher Zuladung der leichte Heckschwenk das ESP sorgt für zusätzliche Sicherheit. Sicher also, aber auch bequem, reisen in jedem Falle alle Insassen im Vectra. Der Fahrkomfort überzeugt, die Federung ist komfortabel abgestimmt. Der Wagen liegt ruhig auf der Straße, das Abrollverhalten ist tadellos. Die Seitenneigung ist äußerst gering, die Wankbewegungen sind gut gedämpft. Und das zeigt sich vor allem unter erschwerten Bedingungen, wie z.B. bei hoher Belastung mit mehreren Mitfahrern und dem entsprechenden Gepäck. Der hier vorgestellte 2,2-Liter leistet 145 PS (107 kW). Obwohl der Motor kultiviert arbeitet, fehlt es aber an entsprechendem Biss. Daraus resultiert eine leichte Durchzugsschwäche, die auch durch die lange Getriebeübersetzung bedingt ist. So setzt also zügiges Vorankommen meist hohe Drehzahlen und fleißiges Schalten voraus. Bei normaler Gangart kommt der rund 1450 Kilogramm schwere Wagen aber mit Drittelmix-Verbrauchswerten von ca. 8,5 bis 9 Liter Superbenzin aus (Tankinhalt 61 Liter). Die Fahrleistungen: 0 auf 100 km/h in 10 Sekunden, die Höchstgeschwindigkeit liegt bei rund 220 km/h. Da auch die Sicherheits-Features hervorragend sind (u.a. Front- und Seitenairbags, ESP-Plus, ABS mit Assistenzsystem CBC) sollte der neue Vectra eigentlich die merkantilen Erwartungen der GM-Tochter in vollem Umfang erfüllen. Der Preis beträgt in der getesteten Version 22.850 Euro.
(Text: Jörg-Thomas Födisch ) |
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