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Aktualisiert am 31.12.2011
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Seat Altea 2.0 TDI: Sportlicher Minivan

09.03.2005

Seat Altea
Schmale Lampenschlitze und eine bogenförmige, von den Scheinwerfern bis zum Heck abfallende Sicke sorgen für die sportliche Optik.

Der Altea, das erste Modell von Seat, das unter der Federführung von Walter de’Silva entstanden ist, sieht anders aus als die Konkurrenz. Die spanische Audi-Tochter hat ihr Motto "auto emocion" ernst genommen und einen Kompaktvan auf die Räder gestellt, der mit seiner ausdrucksstarken Frontpartie und einer dynamischen Seitenlinie eine sportliche Figur zur Schau stellt. Lohn für das gelungene Design war der "red dot: best of the best“ 2004 – ein Preis, der jedes Jahr vom Design Zentrum Nordrhein-Westfalen vergeben wird.

Ähnlich wie der Ford Focus C-Max setzt Seat beim Altea auf Fahrdynamik. Das hat Auswirkungen auf den Innenraum. Die kompakte Statur (4,28 Länge) des "Multy Sports Vehicle" erlaubt nur fünf Sitze, die aber bequem sind und großzügigen Platz bieten. Zum positiven Raumgefühl trägt auch die segment-typische hohe Sitzposition sowie das hohe Dach bei. Keinen Mangel gibt es beim Gepäckraum. Durch einen Druck auf das Seat-Logo öffnet sich die weit nach oben schwenkende Heckklappe: Der Kofferraum mit doppeltem Boden faßt 400 Liter, die multifunktionale Rückbank erweitert das Volumen bis auf 1619 Liter und insgesamt können 520 Kilo zugeladen werden. Leider lassen sich die Rücksitze weder ausbauen noch verschieben.

Ein interessantes Karosseriedetail sind die gegenläufigen Scheibenwischer, die ihre Ruhestellung stehend in einer Nische in der A-Säule finden. Dies ist technisch möglich, weil jeder der beiden Scheibenwischer einen eigenen Motor hat. Das bringt praktische Vorteile: die Windgeräusche werden reduziert und die Aerodynamik profitiert vom glatten Übergang zwischen Motorhaube und Scheibe.

Seat Altea
Die ansteigende Karosserielinie und die schmale Heckscheibe machen den Altea nach hinten unübersichtlich – die als Sonderausstattung angebotene elektronische Einparkhilfe ist ein sinnvolles Extra

Die Verarbeitung des Altea hinterläßt einen positiven Eindruck, wenn man davon absieht, dass die Türen etwas blechern ins Schloss fallen. Gut ist auch die Anmutung des Innenraums. Abwechslungsreiche Strukturen und Narbungen der Kunststoffoberflächen sorgen für eine differenzierte Optik, die aber darunter leidet, das die Farbtöne im Innenraum vorwiegend in grau-grau gehalten sind.

Was gut aussieht irritiert wenn man es berührt: Beim Anfassen der Kunsstoffteile stellt man fest, das billig wirkendes Hartplastik die Innenausstattung dominiert. Die Alu-Applikationen auf Armaturenträger, Schaltknauf und Mittelkonsole überzeugen dagegen durch ihre gediegene Ausstrahlung.

Ein Dreispeichenlenkrad, gut platzierte Rundinstrumente sowie die klar gegliederte Mittelkonsole bieten dem Fahrer einen gut organisierten Arbeitsplatz. Die elektromechanische Servolenkung sowie das Sechsgang-Getriebe lassen sich hervorragend bedienen.

Etwas aufgesetzt wirkt die rote Beleuchtung der Instrumente. Vor allem beim Monitor des Navigationssystem ist der harte Kontrast von Rot und Schwarz für die Augen recht unangenehm. Das ist schade, denn rein funktional gibt es nichts zu mäkeln: Die Bedienung der Navigation geht intuitiv vonstatten, die Handhabung von Audiofunktionen und Klimaanlage gibt keine Rätsel auf.

Seat Altea
Im Altea findet man sich auf Anhieb zurecht. Alle Hebel und Schalter sind logisch angeordnet und die Bedienung ist kinderleicht.

Unser Testwagen war mit dem 140 PS starken 2.0 TDI-Motor bestückt. Das Pumpe-Düse-Triebwerk geht mit Nachdruck ans Werk und läßt keinen Zweifel an seiner Bauart aufkommen, wobei die Geräuschkulisse aber nie aufdringlich wird. Der Selbstzünder ist so gut im Futter, dass in knapp zehn Sekunden Tempo 100 erreicht ist und die Tachonadel die 220 km/h-Marke kratzt. Diese guten Leistungen müssen mit nur sieben Litern Diesel auf 100 km bezahlt werden, was angesichts des gebotenen Temperaments recht ordentlich ist. Selbstverständlich erfüllt der Motor die Abgasnorm Euro 4 auch ohne Partikelfilter.

Das Fahrwerk mit Multilenker-Hinterachse, das aus dem VW Golf stammt, passt gut zum sportlichen Charakter des Altea. Es ist recht komfortabel, aber straff abgestimmt und verführt mit seiner präzisen Radführung zum forschen Fahren. Nur Querfugen und Kanaldeckel lassen Stöße zu den Passagieren durchdringen, was den positiven Eindruck etwas beeinträchtigt.

Den Altea 2.0 TDI gibt es nur in der Version "Stylance". Für 22 870 Euro gibt es ein komplett ausgestattetes Auto mit Klimaautomatik, ESP, ABS, Airbags ringsum, Zentralverriegelung mit Fernbedienung, Aluräder und Tempomat. Das Navigationssystem inklusive eines großen, auf der Mittelkonsole angeordneten Bildschirms kostet 2500 Euro und ist, wie das reizvolle DSG-Direktschaltgetriebe für 1400 Euro, eine gute Investition.

Der Altea ist nicht billig, bietet aber Fahrspaß und Nutzwert in einem attraktiven Gewand. Wer einen guten Kompromiss zwischen Sportlichkeit und reichlich Laderaum sucht ist mit dem Spanier gut bedient.

(Text: Rainer Roßbach )
(Fotos: Seat )

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