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Aktualisiert am 31.12.2011
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Nissan 350Z: Halboffen

24.04.2005

pfeil  Technische Daten  

Nissan 350Z Roadster
Der 350Z läßt auch als Roadster keinen Zweifel an seiner maskulinen Sportlichkeit aufkommen.
Lupe

Der 350Z nimmt im Programm von Nissan eine Sonderstellung ein. Genau wie Mazdas MX-5 und RX-8 oder Toyotas MR2 folgt er nicht der grundsätzlichen Hausphilosophie, dass Personenwagen Frontantrieb haben müssen, sondern überträgt die Kraft sportwagengerecht auf die Hinterräder. Offensichtlich ist man mit der japanisch-effizienten Fertigungstechnik besser in der Lage, kostengünstig kleinere Serien zu fertigen, als etwa beim Konkurrenten Alfa, bei dem auch die Spider und Coupés mit Frontantrieb leben müssen.

Nissans Z-Reihe kann auf eine lange Historie zurückblicken. Mit dem 240Z, von Graf Goertz gezeichnet, begann eine Erfolgsgeschichte, die den Wagen zum meistverkauften Sportwagen in den USA machte. Hatte man sich damals nur auf Coupés beschränkt, die optional mit zwei herausnehmbaren Dachhälften im Corvette-Stil zu bestellen waren, gibt es nun nach der erfolgreichen Wiederbelebung der Sportwagenbaureihe endlich auch einen Roadster.

Technisch stammt er von Coupé ab, und auch die Aussenlinie folgt weitgehend den Vorgaben der geschlossenen Variante. Diese enge Verwandtschaft beschert dem offenen Zweisitzer beste Sportwagen-Gene.

Die Türen öffnen weit und fallen mit einem satten Klang ins Schloß. Der Blick fällt auf zwei Gruppen von Rundinstrumenten, wie man sie aus den Fünfziger Jahren aus italienischen Sportwagen gewohnt ist. Der große Drehzahlmesser íst zusammen mit dem Tacho und einem Kombiinstrument für Tankinhalt und Kühlwassertemperatur auf einem Träger montiert, der sich bei Verstellen der Lenksäule mit hebt und senkt. Dadurch bleiben alle wichtigen Anzeigen immer optimal im Blickfeld des Fahrers. Die Instrumente sind klar und ohne Anbiedern an den Zeitgeist gezeichnet, das Lenkrad liegt gut in der Hand. Drei weitere Instrumente sind oberhalb der Mittelkonsole, leicht zum Fahrer hin gedreht, plaziert. Perfekt, möchte man sagen, bis der Zündschlüssel Leben in die Anzeigen bringt: Im linken Instrument der Mittelkonsole blinken plötzlich die Ziffern der Digitaluhr. Da hat wohl der sparsame Controller gegen den detailverliebten Designer gewonnen und die Analoguhr gestrichen. Daß über diese Digitalanzeige noch einige Zusatzinformationen des Bordcomputers abgerufen werden können, versöhnt nicht mit diesem Stilbruch. Unser Vorschlag für die irgendwann fällige Modellüberarbeitung ist, die Digitalanzeige in die Instrumentenkombi über dem Lenkrad zu integrieren und den nun frei gewordenen Platz mit einem Ölthermometer zu füllen.

Für zwei Personen ist reichlich Platz im Cockpit. Auch an Ablagen mangelt es nicht, aber leider sind sie nicht da, wo man sie vermuten würde. So gibt es kein Handschuhfach, und die Seitenablagen in den Türen reichen für kaum mehr als eine Karte, eine Packung Papiertaschentücher und einen Stift. Weitere Gegenstände müssen in Fächern hinter den Sitzen verstaut werden. Da allerdings ist es beim Fahren nur schwer zu erreichen. Dafür wird dann aber auch viel Platz geboten. In das abschliessbare Fach hinter dem Beifahrersitz passt ein Aktenkoffer. Sonst ist die Transportkapazität eher gering. Der Kofferraum selbst faßt nur 130 Liter. Das reicht gerade mal für einen Kurzurlaub. Gut so, denn die erlaubten 100kg Zuladung (nach DIN) schränken sehr ein. Da muß die Beifahrerin schon sehr schlank sein, damit dann auch noch Gepäck und ein wohlgefüllter Picknickkorb geladen werden dürfen.

Natürlich ist die Verarbeitung sauber und auf höchstem Niveau, aber die verwendeten Materialien sind nur guter Durchschnitt. Der bunte Mix aus Plastik, Aluminium und Leder erzeugt trotzdem eine wohnliche Atmosphäre.

Die elektrisch verstellbaren Sportsitze bieten den Seitenhalt, den man braucht, wenn man die Fahrwerksgrenzen bei ausgeschaltetem ESP ausloten will. Das Leder ist hochwertig, sieht gut aus und fühlt sich ebenso an. Nur die Schenkelauflagen sind für Langbeinige etwas kurz. Die Serienausstattung ist sehr vollständig. Xenon-Licht, eine 160-Watt-Anlage mit Radio/Kassetten-Kombination, und sechsfach-CD-Wechsler, ein festes Windschott und eine Klimaautomatik gibt es in der Premium-Pack-Austattung serienmäßig. Die Aufpreisliste ist entsprechend kurz, nur die Metallic-Lackierung, eine Bose-Stereoanlage, der Tempomat und 18"-Räder müssen extra bezahlt werden.

Alt gegen Neu
"Alt gegen Neu"
Lupe

Ein Roadster muss sich an der Qualität des Dachs messen lassen. Die knappe Mütze ist, wie es sich für diese Fahrzeuggattung gehört, ungefüttert. Sie sitzt im geschlossenen Zustand fest und dicht. Es gibt kaum störende Windgeräusche und die Glas-Heckscheibe läßt sich beheizen und verkratzt nicht. Ein Stoffdach gehört allerdings weggeklappt und das geht im 350Z recht schnell - wenn man den Trick gefunden hat, der die Dachautomatik in Bewegung setzt. Die Zündung eingeschaltet, die Verriegelung gelöst, den Schalter mit der Aufschrift "open" gedrückt und es passiert - nichts. Das Studium der Betriebsanleitung löst das Rätsel: Man muss auch noch die Bremse treten, dann öffnet sich der Blick zum Himmel in 20 Sekunden. Alte Roadsterfahrer werden den Kopf schütteln und Nissan-Verkäufer auf Produkthaftungsfragen in Amerika verweisen. Nun also säße man im Freien, wäre da nicht die bei Cabrios heute übliche hohe Gürtellinie, die selbst groß gewachsenen Fahrern bis zur Schulter reicht, und das fest installierte Glaswindschott. Die hohe Seitenlinie ist in Zeiten von NCAP, Seitenaufprallschutz und Fenster-Airbags nicht zu vermeiden, aber das Windschott würden wir schon gerne entfernen können. Es ist aber zum Glück so klein, daß es das Cabrio-Gefühl nicht komplett wegfiltert.

Das alles wird unwichtig, sobald man den Wagen in Bewegung setzt. Von nun an beherrscht der 3.5-Liter-V6 das Bild des Fahrzeugs. Die 280PS bei 6200 1/min haben leichtes Spiel mit den 1720kg Leergewicht. Hubraum ist halt durch nichts zu ersetzen. Schon ab Leerlaufdrehzahl hängt der Motor gierig am Gaspedal und bis zur Drehzahlgrenze bei 6500 1/min läßt der Druck im Rücken nicht nach. Dann mahnt ein optisches Signal im Drehzahlmesser, von Nissan Schaltblitzfunktion genannt, zum Gangwechsel. 363 Nm liefert der Motor bei 4800 1/min, Cruising im hohen Gang bei niedrigen Geschwindigkeiten ist also auch kein Problem. Von 0 bis 100km/h vergehen im besten Falle nur 6,4 Sekunden, bis 200 km/h keine 23 Sekunden und bei 250km/h bremst die Elektronik den weiteren Vortrieb. Das alles bezahlt man spätestens an der Tankstelle. Wer mit dem Normverbrauch von 11,4l auf 100km/h auskommt, hat sich das falsche Fahrzeug gekauft. Kurze Zwischenspurts, ab und an mal an der Drehzahlgrenze schnuppern treiben den Benzinkonsum schnell auf 15 bis 16 Liter/100km hoch. Da wird auch ein 80-Liter-Tank schnell leergesaugt.

Das alles wird untermalt von einem Sound, den man durch die scharfen Lärmvorschriften schon für ausgestorben gehalten hat. Die sechs gut gestuften Gänge lassen sich mit dem kurzen Schalthebel knackig und schnell einlegen. Dazu kommt ein straffes, aber komfortables Fahrwerk, das gut zum Charakter des Motors passt und reichlich Reserven bietet. Zumindest, solange man die Finger vom EDC-Knopf lässt. Ohne die elektronische Fahrhilfe kann man schon bei trockner Fahrbahn mit dem Gaspedal lenken. Ist es nass, ist der Könner gefragt. Aber auch ein aktiviertes Fahrstabilitätsprogramm ist kein Lustkiller. Der weit zurückgesetzte Motor und die ausgeglichene Gewichtsverteilung des Nissan machen ihn auch dann kurvengierig, fahraktiv und nur leicht untersteuernd. Die gelungene Mischung aus Sportlichkeit und Komfort machen den 350Z darüber hinaus langstreckentauglich.

Auch bei der Bremsanlage hat man bei Nissan nicht gespart. Das serienmäßige Brembo-System packt in Notsituationen eisern zu, läßt aber auch feinfühlig dosieren.

Gegenüber dem Coupé ist der Roadster fast 100kg schwerer. Zusätzliche Versteifungen und Verstrebungen geben dem offenen Sportwagen fast die gleiche Verwindungssteifigkeit wie der geschlossenen Variante. Klappern und Knarzen sind ihm fremd.

Der Nissan 350Z Roadster ist eine echte Alternative zu Konkurrenzprodukten, ab 36.500 Euro gibt es Fahrspass pur, der nur durch Kleinigkeiten getrübt wird. Aber ob er den Namen Roadster wirklich verdient, hängt wohl vom Betrachter ab.

(Text: Dieter Roßbach )
(Bild: Dieter Roßbach )

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