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Aktualisiert am 31.12.2011
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Ford Fiesta ST: Die Rückkehr der Rallyestreifen

11.07.2005

pfeil  Technische Daten  

Für Mutige: Der Fiesta ST im Streifenlock.
Für Mutige: Der Fiesta ST im Streifenlock.
Lupe

Sportliche Varianten, die ihre gesteigerte Leistungsfähigkeit auch offen zeigen, sind wieder in Mode. Dabei besinnt man sich Stilelementen, die auf Klassikern der Marke für optische Präsenz gesorgt haben. So bekam VWs GTI den rot umrandeten Kühlergrill, der schon den Golf I zierte. Ford hat mit seiner langen Rennsportgeschichte eine viel breitere Palette, vom GT40 über die Renn-Capris und -Escorts der Siebziger zu diversen RS-Varianten, die braven Familienlimousinen einen Hauch von Sportlichkeit gaben. Die neue Sportlichkeit, die in den Modellreihen Focus und Mondeo schon zu den sehr leistungsfähigen ST-Modellen geführt hat, hat nun auch den aktuellen Fiesta erreicht. Auch hier sind es die inneren Werte, die das Auto von der Masse seiner Brüder abhebt und nur ein Spoiler an der Oberkante der Heckklappe, ein Frontspoiler mit vergrößerten Lufteinlässen, neue Seitenschweller und Räder im 16-Zoll-Format weisen auf die gesteigerte Leistung hin. Zumindest, wenn man auf den Zukauf weiterer Optionen verzichtet. Die Auffälligste dürften die Rallyestreifen sein. Wer die politisch unkorrekte Darstellung von Sportlichkeit im Auto nicht scheut, dem bietet Ford die Kombinationen Rot mit weißen Streifen und weiß mit blauen Streifen an. Beide Farbvarianten waren schon mit den neuen Ford GT auf verschiedenen Ausstellungen zu sehen.

Der große Bruder trägt die gleichen Kleider
Der große Bruder trägt die gleichen Kleider

Innen dominiert beim Fiesta ST eine Funktionalität, die nur mit wenigen Sportwagenattributen gewürzt wurde. Gelochte Pedale und Sportsitze in Teilleder sorgen für einen gewissen Abstand zum Standard-Fiesta, eine Klimaanlage und ein CD-Radio erzeugen einen Hauch von Luxus, die lackierte Blende auf der Mittelkonsole unterstreicht die sportliche Linie . Insgesamt wirkt der ST innen wohnlich. Die Zuladung von 453kg und der Gepäckraum, der je nach Stellung der Rücksitze zwischen 268 und 945 Liter faßt, machen den ST alltags- und reisetauglich. Die Sportsitze geben Halt, ohne durch zu große Härte zu belästigen.

Die Platzverhältnisse entsprechen der schwächeren Verwandtschaft, vorne reicht es immer, auch zwei groß gewachsene und kräftige Personen finden gut Platz, hinten hängt die Nutzbarkeit stark davon ab, wie weit der Vordermann seinen Sitz nach hinten fährt. Der Zugang nach hinten ist beim Zweitürer naturgemäß mit einer Gymnastikübung verbunden. Trotzdem ist der Zweitürer die erste Wahl, denn Rallyestreifen und vier Türen passen einfach nicht zusammen.

Innen wird die Sportlichkeit bei weitem nicht zu dick aufgetragen
Innen wird die Sportlichkeit bei weitem nicht zu dick aufgetragen
Lupe

150PS leistet der Zweiliter-Duratec-Motor, den man schon aus anderen Ford-Modellen in der 145PS-Variante kennt. Trotz dieser leichten Leistungssteigerung handelt es sich nicht um einen sensiblen Sportmotor, die Alltagstauglichkeit steht klar im Vordergrund. Mehr braucht der Fiesta allerdings auch nicht, um Spaß zu machen, dafür sorgen das verhältnismäßig niedrige Fahrzeuggewicht von 1137kg und die kompakten Abmessungen. Der kleine ST steht damit in einer Linie mit den alten XR-Modellen und läßt etwas von dem Fahrgefühl der ersten sportlichen Kompakten wieder aufleben. Leichtfüßig dreht der Motor nach oben. Dabei bleibt er unsportlich leise, was im Alltagsbetrieb ein Vorteil ist. Die Höchstgeschwindigkeit beträgt 208 km/h, den Sprint von 0-100km/h erledigt er in 8,4 Sekunden. Das sind gute Werte, aber in Zeiten schneller Diesel-Kombis nichts herausragendes. Das Getriebe ist gut abgestuft und leicht und exakt zu schalten.

Auch das Fahrwerk hat keine Schwierigkeiten mit der Leistung. ESP und Traktionskontrolle halten das Auto gut in Schach, ohne den Fahrer allzusehr zu bevormunden. Allerdings hat die Tranktionskontrolle schon bei trockener Straße oft mit dem Drehmoment des Motors zu kämpfen. Die direkte Lenkung machen den kleinen Ford zu einem Kurvenräuber, schnell gefahrene Landstraßen liegen ihm ausgesprochen gut. Die Servounterstützung filtert dabei die Antriebseinflüsse gut weg, ohne gefühllos zu werden. Cruisen ist mit dem Fiesta ST zwar möglich, geht aber stark am Charakter des Autos vorbei. Daher ist der Normverbrauch von 7,4l wohl eher ein theoretischer Wert. Wer wird schon darauf verzichten, ab und zu die Pferde laufen zu lassen und die Kurvenfolge durch den Wald nicht zu einer privaten Sonderprüfung zu machen?

Für 20.000 Euro bietet der Fiesta ST eine Menge Fahrspaß und Alltagstauglichkeit.

(Text: Dieter Roßbach )
(Bild: Dieter Roßbach, Ford AG )

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