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Aktualisiert am 31.12.2011
© 2011 virto GmbH
Suzuki Swift Artist: Kleinkunst

25.05.2005

pfeil  Technische Daten  

Swift Artist Sven Voelker
Sven Voelkers Swift: Rallyestreifen und Literatur
Lupe

Obwohl Suzuki mehr als 80% des Konzernumsatzes mit Automobilen erzielt, gilt die Marke in Deutschland immer noch als Motorradhersteller, der zudem einige pfiffige kleine Geländewagen im Angebot hat. Mit dem aktuellen Swift soll nun ein neuer Anlauf gestartet werden, den Marktanteil deutlich zu vergrößern. Eine besondere Stellung nimmt dabei die Swift Artist-Serie ein.

Sechs renommierte Künstler interpretieren für Suzuki auf dem neuen Swift den "Rallyestreifen" neu. Im Gegensatz zu anderen Kunstautos werden hier aber nicht museale Objekte geschaffen, von jedem Swift der limitierten Serie wird es zehn Exemplare geben, auf deren Karosserie mit trim-line-Folie die individuell gestalteten Streifen dauerhaft aufgebracht sind.

Das erste Modell der Serie, ein tiefschwarzer neuer Swift mit hauchdünnen Linien und literarischen Statements, stammt von Sven Voelker, einem international erfahrenen Designer und Professor für Kommunikationsdesign an der Staatlichen Hochschule für Gestaltung in Karlsruhe. Voelker erforscht mit seiner interdisziplinären Herangehensweise unterschiedliche Aspekte der Kommunikation in vielen verschiedenen Medien. Dieses Modell war schon kurz nach seiner Vorstellung auf der AMI in Lepzig vergriffen.

Swift Artist Francois Chalet
Francois Chalets Swift: Lustige Männchen ziehen bunte Streifen.
Lupe

Das zweite Modell der Serie ist ein silbener Swift mit leuchtend bunten Applikationen. François Chalet, der kreative Kopf hinter dem schreienden schwarzweißen Männchen von "MTV Alarm", hat für Suzuki das Design dieser Ausgabe der Artist Series entworfen. Das Kunstauto wird beim Open-Air-Musikfestival "Rock am Ring" vom 3. bis 5. Juni auf dem Nürburgring in der Eifel erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt. Chalets Rallyestreifen kommen wild und bunt daher. Auf der Seitenwand züngeln riesige rote Flammen aus den Radkästen und überall tummeln sich seine Markenzeichen: Fantasiefiguren mit riesigen runden Köpfen und Augen, aber winzigen Ärmchen, die lachend und mit brennenden Köpfen die gelben, roten und blauen Rallyestreifen hinter sich her ziehen.

Die fünftürigen Kunst-Kompaktwagen mit 1.3 Litern Hubraum, Metallic Lackierung und Comfort-Ausstattung kosten 13.805 Euro – nicht mehr als ein normaler Swift mit der gleichen Ausstattung. Das einmalige Design der Rallyestreifen gibt es also ohne Aufpreis mit dazu. Ausgeliefert wird der Swift der Artist Series vier Wochen nach der Reservierung von einem Suzuki-Händler vor Ort. Wer Interesse an einer dieser Fahrzeuge hat, kann sich über die Suzuki-Webseite bewerben. In den kommenden vier Monaten werden vier weitere Varianten des Kunst-Autos erscheinen.

Suzuki Swift
Die Front ist markant und selbsbewußt
Lupe

Der neue Swift versucht einen interessanten Spagat. Mit 3,70 Gesamtlänge gehört er zu den kurzen Autos, sein hohes Dach, der kurze hintere Überhang und die akzentuierten Lichtkanten geben der Mischung aus Mikrovan und Sport-Kompaktwagen eine eigenständige Linie. Mit 92 PS/68 kW bei 5800 1/min ist der nur 1065kg schwere Kleinwagen ordentlich motorisiert, allerdings passt die Getriebeabstufung nicht zur Leistungscharakteristik des Motors. Der fünfte Gang ist extrem lang ausgelegt, schon kleine Steigungen führen zu einem deutlichen Geschwindigkeitsverlust, der in diesem Gang kaum wieder wett gemacht werden kann. Zurückschalten ist dann gefordert, und nur im vierten Gang wird die Höchstgeschwindigkeit von 175km/h erreicht. Dafür reduziert sich natürlich der Geräuschpegel im hohen Gang deutlich. Ein entspanntes Dahingleiten bei Autobahn- Richtgeschwindigkeit macht den Swift dadurch langstreckentauglich. Den Sprint von 0-100km/h erledigt der Swift in 11 Sekunden. Der Normverbrauch liegt bei 6,2l, mit 45l Tankinhalt sind also gute Reichweiten möglich.

Die Serienaustattung enthält Kopf-, Seiten- und Window-Airbags, eine Funk-Zentralverriegelung, 15-Zoll-Bereifung, und eine geschwindigkeitsabhängige Servolenkung. Fahrhilfen wie ESP sucht man vergeblich, sie sind auch nicht als Option zu bekommen. Das Fahrwerk zeichnet sich durch eine sportlich-straffe Abstimmung aus, die der Fahrdynamik natürlich entgegenkommt. Der kleine Suzuki ist sehr kurvenwillig, Antriebseinflüsse sind selbst bei vollem Leistungseinsatz kaum in der Lenkung zu spüren.

Suzuki Swift
Die Seitenlinie wird durch die hohe Gürtellinie und die breite C-Säule geprägt
Lupe
Im Alltagsbetrieb wünscht man sich angesichts der immer schlechter werdenden Strassen ab und zu aber etwas mehr Komfort. Durch den hohen, großzügig verglasten Aufbau sind die Kopffreiheit und die Rundumsicht tadellos, die große Windschutzscheibe läßt allerdings bei Sonnenschein auch sehr viel Wärme ins Auto. Vier Personen finden gut Platz im Auto, nur viel Gepäck sollten sie nicht mitnehmen, 213 Liter nimmt der Kofferraum auf, selbst bei umgeklappten hinteren Sitzen wird mit 562 Litern nur das Volumen einer guten Mittelklasse-Limousine errreicht.

Im Innenraum dominiert Hartplastik, das aber durch eine geschickte Gestaltung und Strukturierung recht ansprechend wirkt. Einige Applikationen in Aluminiumoptik sorgen für einen Hauch von Stil, mit der optionalen Navigation kommt sogar ein Hauch von Luxus auf. Die Bedienungselemente sind gut gegliedert und gekennzeichnet. Die Sitze sind bequem und geben ausreichend Halt. Nur für große Fahrer sind die Sitzflächen etwas kurz.

Die getestete Comfort-Variante liefert für 13.990 Euro zusätzlich eine Klimaanlage, ein Navigationssystem, Alufelgen, ein CD-Radio mit Fernbedienung am Lenkrad. Der besondere Gag dieser Ausstattungsvariante ist ein schlüsselloses Zugangssystem, wie man es sonst nur von Oberklasse-Fahrzeugen her kennt. Es genügt, den Schlüssel in der Jackentasche bei sich zu führen, um Zugang zum Fahrzeug zu bekommen und es starten zu können. Die Suche nach den Schlüsseln in übervollen Damenhandtaschen hat damit ein Ende.

(Text: Dieter Roßbach )
(Fotos: Dieter Roßbach, Suzuki )

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