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Citroën C1: Auto pur
18.06.2005
Im Kleinwagenportfolio von Citroën herrscht Gedränge. C2, C3 und C3 Pluriel buhlen um die gleichen Käufer. Die bisher günstigste Baureihe, der C2, ist beim Händler schon für etwa 9000 Euro zu haben. Mit dem C1 aus der Gemeinschaftsproduktion mit Toyota und PSA kommt nun noch ein weiterer, etwas kleinerer Konkurrent ins eigene Haus, der auch ein Stück vom gleichen Kuchen abhaben möchte. Da hilft nur noch das Drehen an der Preisschraube: Lediglich 8390 Euro beträgt der Einstandspreis für den recht stattlich geratenen Kleinen. Dafür muß auf elektrische Fensterheber, Servolenkung, Zentralverriegelung und Kopfairbags verzichtet werden, und ein Radio ist auch nur gegen Aufpreis zu haben. Im Innenraum gibt es viel Kunststoff sowie lackierte Metallflächen und der Bodenbelag besteht aus einfachem Filz. Das Ergebnis ist akzeptabel, denn die Designer haben sich Mühe gegeben, aus den begrenzten Ressourcen das Beste zu machen: Die Armaturentafel ist gut gegliedert, die Oberflächenstruktur der Kunststoffe ist angenehm fürs Auge und an der Ergonomie läßt sich nicht viel aussetzten.
Auch das Platzangebot überzeugt und bietet vor allem auf den Vordersitzen angenehme Verhältnisse. Selbst Fahrer über 1,85 Meter fühlen sich kommod untergebracht und dank des relativ großen Radstands von 2,34 Metern geht es auch auf den Rücksitzen ganz bequem zu. Nur die breite C-Säule sowie die sehr klein geratenen hinteren Fenster beeinträchtigen etwas das Wohlbefinden. Der einzig lieferbare Motor, ein Einliter-Dreizylinder aus dem Daihatsu-Regal, ist recht lebendig. 68 PS und 93 Nm aus 998 Kubikzentimeter reichen nicht nur für den Stadtverkehr, sondern bieten auch auf längeren Strecken genügend Agilität, um locker im Verkehr mitschwimmen zu können. Auf der Autobahn ist aber spätestens bei 157 km/h Schluß. Der Verbrauch des drehfreudigen Aggregats pendelt sich im Mischbetrieb bei etwa 5 Litern auf 100 km ein. Während die unpräzise, mit recht langen Wegen arbeitende Fünfgang-Schaltung nicht gefallen kann, überzeugt das geschmeidige und präzise Fahrwerk auf der ganzen Linie. Auch die Bremsen vorne innenbelüftete Scheiben und hinten Trommeln sind den Anforderungen des Alltags gewachsen.
Das Basismodell bietet für die geforderten 8390 Euro alles, was man für ein bequemes Fortkommen braucht und es hat ein eigenständiges Flair. Wer schon einmal einen Fiat Panda der ersten Baureihe oder einen Citroën 2 CV gefahren hat und für den speziellen Reiz eines puristischen Automobils empfänglich ist, liegt mit dem C1 genau richtig. An die fehlende Servolenkung hat man sich schnell gewöhnt, das Inneraumdesign ist stimmig und bietet mit seinen präzise geformten Details auch was fürs Auge nur ein Radio fehlt. Wer will kann natürlich den Preis kräftig nach oben treiben: Kopfairbags kosten 250 Euro, das Audio-Klima-Paket liegt bei 1100 Euro und zwei zusätzliche Türen wollen mit 400 Euro bezahlt sein. Mit weiteren Komfortoptionen steigt der Preis schnell weiter über die 10.000 Euro-Marke. Aber eigentlich ist das alles nicht nötig: Mit dem Basis-C1 kauft man ein pures, fast unverfälschtes Auto, das einen geradlinigen Charakter hat. Wo sonst vielfältige elektronische Helferlein die Fahrphysik retuschieren, gibt es bei dem kleinen Citroën klare und nachvollziehbare Reaktionen, die dank der guten technischen Basis immer beherrschbar bleiben.
(Text: Rainer Roßbach ) |
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