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Aktualisiert am 31.12.2011
© 2011 virto GmbH
Suzuki Grand Vitara: Waldmeister

11.11.2005

pfeil  Technische Daten  

Suzuki Grand Vitara
Glatte Flächen, große Fensterflächen und klare Kanten bestimmen das Design des neuen Grand Vitara.
Doppelpfeil

Bisher waren die Geländeeigenschaften des Vitara eher durchschnittlich, trotz seines durchgestylten Jägeranzugs. Aber das hat die Mehrzahl der Kunden sicher nicht gestört, denn kaum eines der Fahrzeuge hat sich über verschlammte Waldwege quälen müssen. Für die täglichen Abenteuer im Großstadt-Dschungel und bei der Expedition zum Kinderhort waren auch die beiden Vorgänger-Generationen des großen Suzuki SUV gut gerüstet. Trotzdem hat die Kundschaft wohl zu intensiv nach einer Verbesserung der Offroad-Eigenschaften verlangt. Über die Gründe läßt sich gut spekulieren, vielleicht hat der Boom in diesem Segement mit all den Tuareg, Cayenne und M-Klasse, die mit guten Geländeeigenschaften glänzen, mal wieder Begehrlichkeiten geweckt, die objektiv betrachtet unnötig sind. Nun hat Suzuki nachgezogen und bietet den neuen Grand Vitara mit all den technischen Funktionen an, die ein Überleben in der Sahara oder im Regenwald von Borneo zu einem Kinderspiel machen sollen. Aber da man sich bei Suzuki auch darüber im klaren ist, dass der Kunde all das zwar im Prospekt lesen will, es aber dann doch nicht nutzen wird, hat man sich viel Mühe gegeben, den Charakter des Vitara zu erhalten. Komfort, einfache Bedienung und ein vernünftiges Raumangebot standen im Lastenheft ganz oben.

Optisch bietet das neue Modell, das seine Premiere auf der IAA feierte, keine Überraschungen. Sowohl der Dreitürer als auch der längere Fünftürer sind eine Evolution des Vorgängers. "Keine Experimente" lautete die Devise, der Grand Vitara ist sofort als Suzuki zu erkennen, aber der neue Anzug ist straffer und konturierter. Die ausgeprägten Radläufe nehmen aktuelle Trends im Autodesign auf, der Kühlergrill und die Lampen sorgen für die Familienähnlichkeit mit dem Swift, große Fensterflächen lassen den Aufbau leichter erscheinen. Die Langversion ist auf 4470mm gewachsen und damit zu einem vollwertigen Familienauto geworden. Die 280mm mehr Gesamtlänge und der um 160mm gewachsene Radstand kommen besonders den Fondpassagieren zugute.

Auch innen hat der Grand Vitara an Format gewonnen. Nichts wirkt billig, die schon im Swift erkennbare Aufwertung des Innenraums mit guten Materialen, die sich zudem noch angenehm anfühlen, hat auch hier zu einem recht wohnlichen Ambiente geführt. Auch bei der Gestaltung hat man sich in Japan Mühe gegeben, etwas Chrom und Plastikapplikation im Alu-Look geben dem Auge Halt. Die Instrumente sind klar gezeichnet und übersichtlich. Die Sitze sind straff , bieten auch im Gelände guten Halt, nur für großgewachsene Insassen könnte die Sitzauflage etwas länger sein.

Suzuki Grand Vitara
Auch abseits befestiger Straßen ist der Grand Vitara in seinem Element.
Doppelpfeil

Der Gepäckraum des Fünftürers ist ausreichend, 398 Liter stehen mindestens zur Verfügung, durch Umlegen der Rücksitze kann er bis auf 1.386 Liter erweitert werden. Die maximale Zuladung von 375 kg setzt aber dem Einsatz als Lastesel deutliche Grenzen, besonders, da bessere Ausstattung den Wert noch einmal reduzieren. Der Dreitürer bietet Platz für mindestens 184 Liter und maximal 964 Liter Gepäck.

In guter alter japanischer Tradition ist die Serienausstattung vollständig. Der Basis-Dreitürer hat elektrische Fensterheber, eine Zentralverriegelung, beheizbare Aussenspiegel und ein CD-Radio, das auch über Tasten am Lenkrad bedient werden kann. Beim Fünftürer kommen Alu-Räder und eine Klimaanlage dazu. Ordert man die Confortvariante, sind eine Klimaautomatik, Sitzheizung, Nebelscheinwerfer und Alu-Räder für den Dreitürer dabei, der Fünftürer wird zudem noch mit einem Navigationssystem, Tempomat und dem Keyless-Go-System beigegeben, das man auch schon aus dem Swift kennt. Dabei kann der Schlüssel in der Tasche bleiben, der Wagen erkennt, ob sich der in ihm integrierte Transponder im Wageninnern befindet und gibt dann den Anlassschalter frei. Die Sicherheitsausstattung ist auf der Höhe der Zeit und der Fahrzeugklasse entsprechend. 6 Airbags polstern im Falle eines Falles den Aufprall ab, ESP wird es aber erst ab 2006 geben.

Die beiden Versionen unterscheiden sich nicht nur in der Länge, sondern auch beim Motor und im Antriebsstrang. Permanenten Allrad bieten beide Varianten, aber der Basis-Dreitürer ist klar als Einstiegsmodell positioniert, zusätzliche Geländehilfen gibt es hier nicht. Sein 1,6-Liter-Benziner leistet 87kW /106 PS bei 5.900 1/min. Das klingt nach wenig, aber im Fahrbetrieb kommt der Motor überraschend gut mit der kurzen Version klar. Hohe Drehzahlen sind nicht seine Stärke und sie passen auch nicht zum Charakter des Fahrzeugs, der Motor klingt angestrengt, wirkt rau und der Leistungszuwachs hält sich in Grenzen. Läßt man den Wagen aber im Verkehr mitschwimmen und beschränkt man sich auf moderate Drehzahlen, dann bleibt der Geräuschpegel niedrig, für zügige Stadtfahrten und Reisen bei Autobahnrichtgeschwindigkeit reicht es allemale. Von 0 bis 100km vergehen 13,4 Sekunden, als Höchstgeschwindigkeit sind 160 km/h möglich. Das sind keine Sportwagenwerte, aber in der Praxis ausreichend.

Die lange Version wird von einem Zweiliter-Aggregat angetrieben, das 103kW/140PS bereitstellt. Ein Teil der Mehrleistung wird von dem etwas höheren Gewicht aufgezehrt, aber es bleibt noch genug, um den Fünftürer zur deutlich besseren Reiselimousine zu machen. Höhere Geschwindigkeiten werden mit niedrigeren Drehzahlen erreicht, das Durchzugsvermögen ist besser. Der lange Grand Vitara beschleunigt von 0 auf 100 km/h in 12,5 Sekunden und erreicht maximal 175 km/h. Deutliche Unterschiede gibt es auch im Antriebsstrang, der langen Variante hat Suzuki noch ein Reduktionsgetriebe und ein sperrbares Zwischendifferential spendiert.

Im normalen Fahrbetrieb hat der permanente Allradantrieb keinen Einfluss, man spürt ihn nicht, es sei denn, man hat vergessen, nach dem Geländeausflug die Zentralsperre herauszunehmen. In schnell gefahrenen Kurven schiebt der kleine SUV klar über die Vorderräder, und wenn man es zu sportlich angeht, dann neigt er sich deutlich zur Seite. Die Lenkkräfte sind, auch im Gelände, dank der leichtgängigen Servolenkung, niedrig.

Suzuki Grand Vitara
Klettern kann der Grand Vitara besser, als die meisten seiner Besitzer es je erleben werden
Doppelpfeil

Abseits befestigter Strassen machen beide Grand Vitara eine gute Figur. Sie sind leicht zu fahren und klettern schon mit der Serienbereifung gut. Beim Fünftürer beträgt der Böschungswinkel vorne 29°, der Rampenwinkel 19° und der Böschungswinkel hinten 27°, beim Dreitürer sind es 29°, 20° und 36°. Damit können Steigungen gemeistert werden, die den meisten Vitrara-Kunden Schrecken einjagen würden. Tiefen Schlamm und Schotter meistert schon der kleine Grand Vitara ohne Reduktionsgetriebe und die Zentralsperre problemlos.

Dass beide Motoren kein leichtes Spiel mit dem Auto haben, zeigt der Benzinverbrauch, 8,7l auf 100km verbraucht die kurze Version, 9,1l auf 100km die lange Version, wer sparen will wird also auf die Dieselversion warten müssen, die Anfang 2006 nachgereicht wird.

Die Preisspanne reicht von 21.690,00 Euro für den einfachen Dreitürer bis zu 26.290 für den Fünftürer mit Comfort-Paket.

(Text: Dieter Roßbach )
(Fotos: Dieter Roßbach )

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