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Citroën C3 "Stop & Start": Mal abschalten
17.11.2005
Citroën hat die C3 Baureihe aufgefrischt. Neben einem dezenten Facelift aus geänderter Front- und Heckschürze sowie dunkleren Kunststoffen im Innenraum ist es vor allem eine technische Innovation, die interessiert. Der kleine Franzose ist ab Januar 2006 mit einer Stopp-Start-Automatik von Valeo zu haben. Das System wird nur in Kombination mit dem 88 PS starken 1,4-Liter-Benziner und dem Senso-Drive-Getriebe angeboten und kostet ab 16.490 Euro. Das sind 400 Euro mehr als beim normalen C3 mit Senso-Drive. Die Idee ist nicht neu: Schon vor 20 Jahren hatte Volkswagen den Golf-Ecomatic im Programm, bei dem man über einen Schalter den Motor ein- und wieder ausschalten konnte. Die im C3 verwendete moderne Technik funktioniert allerdings automatisch. Sie vereint die Aufgaben des Generators und Anlassers in einem System und wird mit 14 Volt Spannung betrieben. Die Leistung des Valeo Starter-Generators ist wesentlich höher als die des einzelnen Starters bzw. Generators. Im Startmodus sorgen ein Riemenantrieb und eine geringe Schwungkraft für leises und - gegenüber dem herkömmlichen Anlasser - dreimal schnelleres Anspringen des Motors. Im Generatormodus gibt die Maschine zu 85 Prozent eine Leistung von 180 Ampere ab, was den klassischen Generator um mehr als 15 Prozent übertrifft.
Geschaltet wird mit dem schon bekannten SensoDrive-Getriebe, dass auch manuell über Schaltpaddel am Lenkrad betätigt werden kann. Bremst man die kleine Limousine bis auf 6 km/h herunter, geht der Motor aus. Sobald die Fußbremse gelöst wird oder beschleunigt wird, startet der Motor unmerklich in Bruchteilen einer Sekunde. Auf abschüssigen Straßen springt der Motor bereits an, wenn der Fuß von der Bremse genommen wird. So wird verhindert, dass der Wagen ins Rollen kommt. Die Stopp-Start-Automatik funktioniert im Alltagsverkehr reibungslos, man muss lediglich seinen Fahrstil ein wenig an die Eigenheiten des Systems anpassen. Da nervt das wenig harmonische SensoDrive-Getriebe schon mehr. Abgesehen von subjektiv lang empfundenen Zugkraftunterbrechungen stört vor allem, dass die Automatik manchmal unmotiviert hoch oder runter schaltet. Eine harmonische Fortbewegung stellt sich erst ein, wenn man die Gänge manuell wechselt. Citroën geht bei der Verwendung des Stopp-Start-Systems im Normzyklus von einer Ersparnis von fünf bis zehn Prozent aus. Im dichten Stadtverkehr werden bis zu 25 Prozent Ersparnis versprochen nach dem Motto "Wer viel steht, spart auch viel". Ein echter Nutzen des Systems macht vor sich allem im urbanen Verkehr bemerkbar, beim Fahren über Land ist die Ersparnis marginal. Im Stop and Go-Verkehr kann die Technik ihre Vorteile voll ausspielen: Citroën spricht von einem Durchschnittsverbrauch von 5,7 Liter Superbenzin auf 100 Kilometer, der in der Stadt weiteres Potential nach unten zeigt. Natürlich kann die Sprit-Spar-Automatik aber auch ganz ausgeschaltet werden, um etwa im Winter die Heizung oder im Sommer die Klimaanlage besser mit Strom zu versorgen.
Verbesserungen gibt es auch bei der Karosseriestruktur des C3. Eine neu dimensionierte B-Säule, ein kräftigerer Bodenquerträger, eine Verstärkung der Längsträger und der Einbau von zusätzlichen Verstärkungsstreben in den Vordertüren sorgen jetzt für noch bessere Werte beim Seitencrash und hinsichtlich der Verwindungssteifigkeit. Das Fahrwerk wurde ebenfalls modifiziert. Zur Verbesserung des Fahrkomforts wurden die elastischen Aufhängungen der Vorder- und Hinterachsen weicher ausgelegt und die Dämpfungs- und Federungskennlinien weiterentwickelt, um den Fahrkomfort bei schlechtem Straßenzustand zu erhöhen. Die elektrische Servolenkung mit kontinuierlich variabler Lenkkraftunterstützung weist neue Kennfelder auf, um die Präzision der Lenkung bei hohen und mittleren Geschwindigkeiten zu verbessern. Ansonsten bietet der C3 "Stop & Start" die gleichen funktionalen Vorteile wie seine konventionellen Brüder. Neben einer lichten Höhe von 1,53 und den großzügigen Türausschnitten kann der kleine Citroën mit bequemen Sitzen und einer guten Ergonomie punkten. Während bisher im Cockpit helle Kunststoffe zum Einsatz kamen, gibt es jetzt dunkle Bauteile, die mit silber lackierten Applikationen kombiniert sind. Der serienmäßig höhenverstellbare Fahrersitz in Verbindung mit den großen Glasflächen sorgt für gute Übersicht. Das Lenkrad ist höhen- und weiteneinstellbar, die Türen verriegeln automatisch nach dem Anfahren und es gibt die bekannte akustische Warnung fürs Überschreiten von selbst gesetzten Tempolimits. Im Multifunktionsdisplay über der Mittelkonsole werden die Angaben des Bordcomputers, der gewählte Radiosender, Datum und Uhrzeit angezeigt. An dieser Stelle wird bei Fahrzeugen mit NaviDrive-Option auch der große 16:9-Farbbildschirm untergebracht, der sich jetzt besser in das Armaturenbrett einfügt. Für die Sicherheit sorgen standesgemäße sechs Airbags.
Hinten geht es nicht ganz so kommod zu wie vorne, da der Knieraum nur für kleine Personen ausreicht. Klapptischchen an den Vordersitzlehnen, verschiedenste Ablagen und Fächer sowie Kindersicherungen an den hinteren Türen bezeugen aber den Willen, allen Mitreisenden angenehme Verhältnisse zu bieten. Leider lässt sich die hintere Sitzfläche nicht hochklappen, wenn die Rückenlehne umgelegt wird. Da tröstet es, dass der Kofferraum für einen Kleinwagen das stattliche Volumen von 300 Litern aufweist. Dazu gibt es noch das so genannte Moduboard-System: Durch ein variabel klappbares Kunststoffteil kann der Gepäckraum in ein oberes und in ein unteres Fach aufgeteilt werden - schweres Ladegut kann von Zerbrechlichem, Schmutziges von Sauberem getrennt werden. Außerdem lässt sich damit das Gepäck gegen Verrutschen und Umkippen schützen. Nach wie vor bietet der C3, gerade auch in der "Stop & Start"-Version, ein gutes Preis-Leistungsverhältnis und günstige Unterhaltskosten. Daneben überzeugt sein Sparpotential im Stadtverkehr. Einziger Wermutstropfen im ansonsten überzeugenden Paket ist das unharmonische SensoDrive-Getriebe, dem man aber mit manuellen Gangwechseln beikommt.
(Text: Rainer Roßbach )
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