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Englische Gärten: Reise in eine Wunderwelt
28.08.2005
Die britische Gartenkultur entwickelte sich erst im Laufe der Zeit: Vor 500 Jahren zum Beispiel galten die Gärten des französischen Königs noch als Vorbild für die Anlage von Hampton Court bei London. Blumen spielten damals eine eher untergeordnete Rolle: Quadratische Rasenflächen, kunstvoll beschnittene Bäume und Sträucher und Wappentiere auf Pfählen das machte damals einen prunkvollen Garten aus. Seitdem ist darüber eine Menge Gras gewachsen. Und nicht nur das: Importierte Pflanzenarten sorgten für neue Formen und Farben bei den Blumen, die im besonders milden Klima Englands bestens gedeihen. Die von uns gefahrene fünftürige Version war mit dem 2.0-Liter 1804 gründeten Sir Joseph Banks und John Wedgwood 1804 die Royal Horticultural Society (RHS), ursprünglich mit dem Ziel, Informationen über alle Pflanzen zu sammeln und die praktische Gartenpflege zu verbessern. Das Hauptanliegen der RHS hat sich seitdem nur wenig verändert. Wir verbinden Design, Gartenbau, Wissenschaft und Bildung miteinander, um eine bessere Art des Gartenbaus zu erreichen, erklärt David Gray, Direktor für Gartenbau der RHS. Besonderes Augenmerk richtet sich im Jubiläumsjahr auf die vier von der RHS betreuten Gärten Hyde Hall (Essex, Ostengland), Harlow Carr (North Yorkshire, Nordengland), Rosemoor (Devon, Südwestengland) und Wisley (Surrey, Südengland) und deren große Flower Shows. Darüber hinaus beobachtet die Royal Horticultural Society Veränderungen des Klimas und Trends der Gesellschaft. In den vergangenen Jahren legte die Organisation viel Wert auf den Schutz und die Erhaltung der Artenvielfalt.
Abgesehen von den großen Ereignissen im britischen Gartenjahr gibt es aber auch viele kleine gärtnerische Schmuckstücke zu entdecken. Von Anlagen der Herrenhäuser bis hin zu Cottage-Gärten für jeden Pflanzenfan mit grünem Daumen findet sich da eine Attraktion oder Inspiration für den eigenen Garten. Zwei bis sechs Pfund zahlt man für den Eintritt in ein blühendes Reich, manchmal ist er aber auch frei. Werden mehrere Gärten besucht, kann die Anschaffung eines Great British Heritage Pass durchaus lohnend sein. Mit ihm erhält man kostenlosen Zugang in nahezu 600 Sehenswürdigkeiten in ganz Großbritannien. Wie vielleicht zu Bryans Ground, einem bezaubernden Wildgarten in Herefordshire. Im April und Mai macht das drei Hektar große Naturparadies einen noch durch Pflege gezähmten Eindruck. Im Laufe des Jahres aber verflüchtigt sich dieser durch wildes, wucherndes Blühen so weit, dass Wege nur noch mit Mühe zu erkennen sind. David Wheeler und Simon Dorrel gestalteten diesen nur 10 Jahre alten und noch recht unbekannten Garten an der englisch-walisischen Grenze. Bei der Gartenvielfalt Großbritanniens kann es einem leicht passieren, dass man den Überblick verliert. Diesen bewusst aufgeben und auch noch Spaß daran haben, kann der Besucher bei der Stippvisite in einem der herrlichen Irrgärten: Traditionelle Heckenlabyrinthe und Irrgärten aus Torf, Steinen, Glas und sogar Wasser sorgen für zeitweilige Verwirrung beim Finden des richtigen Weges.
Aber auch verborgene Schätze in Sachen Gartenkultur und Geschichte kann man ausgraben: Richtig historisch geht es im Falkland Palace und in dem dazugehörigen Garten in der schottischen Region Fife zu, wo einst Maria Stuart, Königin von Schottland, lebte. Ob sie allerdings den heute ältesten Tennisplatz Großbritanniens benutzte (1539 angelegt), ist nicht bekannt ... Auch in Stratford-upon-Avon ranken sich Geschichten um Gartengewächse. In Halls Croft wachsen Kräuter, von denen man annimmt, dass sie schon den Husten Shakespeares gelindert haben könnten. Dessen Tochter Susanna heiratete einst den Arzt John Hall, der hier sein persönliches Heilpflanzenreservoir züchtete. Heute schmücken auch farbenprächtige Blumenbeete, eine Sonnenuhr und eine gemütliche Gartenlaube den Mauergarten. Noch viele Beispiele britischer Gartenkultur gäbe es aufzuzählen. Hinter jedem Garten verbirgt sich eine eigene Geschichte, die nur darauf wartet, erzählt zu werden. Aber auch Fakten für Gartenfreaks bekommt man aus erster Hand, sei es real oder virtuell. Tauchen Sie also ein ins Reich der Gärten Großbritanniens!
(Text: visitbritain ) |
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