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Aktualisiert am 31.12.2011
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30 Jahre BMW Art Car: Eine Ausstellung und ein neues Projekt

22.12.2005

BMW-H2R
Vom Weltrekordfahrzeug zum Kunstobjeht, Olafur Eliasson wird dem BMW H2R sein Bild geben
Doppelpfeil

Eine neuartige Sicht auf das Automobil in der modernen und zeitgenössischen Kunst wird sich den Besuchern der Ausstellung AUTO-NOM-MOBILE im Kulturbahnhof Kassel bieten. Das Ausstellungskonzept präsentiert das Automobil als unabhängiges Objekt, thematisiert in ungewohnter Weise die Symbolkraft des Autos und zeigt seine kulturelle Bedeutung weit über das "Fahrzeug" hinaus. Die Werke internationaler Künstler – darunter Arbeiten von Robert Rauschenberg, Frank Stella, Jenny Holzer, Wolfgang Tillmans, Sylvie Fleury und Erwin Wurm – sind zum größten Teil Skulpturen und Installationen sowie Bilder, Fotografien und Videos.

Für die ausgewählten Künstlerinnen und Künstler ist das Auto ein formal und inhaltlich eigenständiger, d.h. "autonomer" Gegenstand. Sie begreifen Automobile in ihrer Konstruktion und Struktur. Um AUTO-NOM-MOBILE entwickelt sich ein Diskurs über das Objekt selbst, der mit der vorgefundenen (Bild-)Sprache strukturalistisch umgeht. Elemente des Formenvokabulars werden isoliert, um sie neu zusammenzufügen, in überraschende Beziehungen zu stellen oder sie materiell zu bearbeiten. In der Ausstellung wird die Faszination für das Auto als Inbegriff der Mobilität ausgelotet, das Verhältnis des Objekts zur Wirklichkeit untersucht. Aber auch die widersprüchlichen Gefühle von Lust und Angst, die das Auto auslösen kann, werden hinterfragt. BMW unterstützt als Leihgeber diese Ausstellung. Mit der BMW Art Car Collection verfügt das Unternehmen über eine weltweit einmalige Sammlung von Kunstwerken, die im Rahmen der AUTO-NOM-MOBILE als Serie präsentiert wird.

Mit AUTO-NOM-MOBILE verweist der Kasseler Kunstverein auf die Ausstellung AUTO-NOM des NRW-Forums Kultur und Wirtschaft in Düsseldorf im Jahr 2003. Durch eine veränderte Auswahl und die Integration anderer Positionen von Künstlerinnen und Künstlern, kuratiert von Bernhard Balkenhol und Jürgen O. Olbrich, erhält diese Ausstellung jedoch ein ganz eigenes Profil. Die Ausstellung im Kasseler Kunstverein ist der Auftakt einer Tournee zum Themenkomplex "Automobil in der zeitgenössischen Kunst". Nächste Station 2006 wird London sein, in den Folgejahren ist die Ausstellung in Nordamerika und Asien zu sehen.

Die initiale Idee der BMW Art Car Collection, ein Automobil von Künstlerhand gestalten zu lassen, hatte der französische Auktionator und leidenschaftliche Rennfahrer Hervé Poulain. Auf seine Initiative hin gestaltete zu Beginn der 70er Jahre sein amerikanischer Künstlerfreund Alexander Calder seinen BMW Rennwagen – den BMW 3.0. CSL. Das erste Fahrzeug, das Berührungspunkte zwischen den Welten von Kunst und Motorsport herstellt, nahm dann am 24-Stunden-Rennen von Le Mans teil. Die begeisterte Aufnahme des rollenden Kunstwerkes war für BMW die zündende Idee, die Art Car Collection zu etablieren. In den ersten Jahren wurden Rennsportfahrzeuge zu Kunstobjekten gestaltet, die allesamt beim traditionsreichen 24-Stunden-Rennen von Le Mans starteten. Später wurde das Spektrum um Serienfahrzeuge erweitert. Das bisher letzte Werk der Serie schuf die amerikanische Konzeptkünstlerin Jenny Holzer, die einen BMW V12 Le Mans Rennsportwagen mit ihrer Wortkunst, den "Truisms", beschrieb.

1975 BMW 3.0 CSL Alexander-Calder 1976 BMW 3.0 CSL Frank Stella 1977 BMW 320 Gr5 Roy Lichtenstein
1975 BMW 3.0 CSL Alexander-Calder
Doppelpfeil
1976 BMW 3.0 CSL Frank Stella
Doppelpfeil
1977 BMW 320 Gruppe 5 Roy Lichtenstein
Doppelpfeil
 
1979 BMW M1 Andy Warhol 1982 BMW 635CSI Ernst Fuchs 1986 BMW 635CSi Robert Rauschenberg
1979 BMW M1 Andy Warhol
Doppelpfeil
1982 BMW 635CSI Ernst Fuchs
Doppelpfeil
1986 BMW 635CSi Robert Rauschenberg
Doppelpfeil
 
1989 BMW M3 Gruppe A Ken Done 1989 BMW M3 Gruppe A Michael Jagamara Nelson 1990 BMW 535i Matazo Kayama
1989 BMW M3 Gruppe A Ken Done
Doppelpfeil
1989 BMW M3 Gruppe A Michael Jagamara Nelson
Doppelpfeil
1990 BMW 535i Matazo Kayama
Doppelpfeil
 
1990 BMW 730i Cesar Manrique 1991 BMW Z1 A.R. Penck 1992 BMW 3er Sandro Chia
1990 BMW 730i César Manrique
Doppelpfeil
1991 BMW Z1 A.R. Penck
Doppelpfeil
1992 BMW 3er Sandro Chia
Doppelpfeil
 
1992 BMW 525i Ester Mahlangu 1995 BMW 650csi David Hockney 1999 BMW V12 LMR Jenny Holzer
1992 BMW 525i Ester Mahlangu
Doppelpfeil
1995 BMW 650csi David Hockney
Doppelpfeil
1999 BMW V12 LMR Jenny Holzer
Doppelpfeil
 

Olafur Eliasson, einer der wichtigsten Vertreter der zeitgenössischen Kunstwelt, wird das 16. BMW Art Car gestalten und damit die BMW Art Car Collection um ein neues Kunstwerk erweitern. Diese weltweit einzigartige Sammlung, die 2005 ihr 30jähriges Jubiläum feiert, besteht aus bisher fünfzehn von bekannten Künstlerinnen und Künstlern gestalteten BMW Automobilen. Eliasson nimmt sich mit seiner Arbeit dem BMW H2R an. Gerade auch aufgrund seiner Affinität zum Thema regenerative Energien ist Olafur Eliasson ein Künstler, der den Herausforderungen des Rekordfahrzeugs auf kreative Weise begegnen kann. Der 1967 geborene Isländer lebt und arbeitet in Berlin. In seinem überwiegend skulpturalen, installativen und photographischen Werk greift Olafur Eliasson immer wieder den Themenkomplex Zivilisation/Technologie und Natur auf. Er reflektiert die Umwelteinflüsse der Industriekultur im Verhältnis zu Naturphänomenen und den sensuellen Erfahrungen des Menschen. Zur Gestaltung seiner Kunstwerke verbindet Eliasson komplexe Technologieträger mit ephemeren Elementen der Natur und schafft damit eine Situation der Auseinandersetzung zwischen Betrachter und Umgebung. Nach der Überführung des BMW H2R in das Atelier Eliassons im August dieses Jahres wird der Künstler bis März 2006 die Entwürfe für das neue Art Car fertig stellen. Anfang 2007 wird das neue BMW H2R Art Car dann weltweit der Öffentlichkeit als Kunstwerk in Museen präsentiert.

Mit dem Wasserstoff – Fahrzeug BMW H2R als neuem Art Car knüpft die BMW Group an die Rennwagen-Tradition der BMW Art Car Collection an. Das BMW H2R Forschungsfahrzeug hat neun Rekorde für wasserstoffbetriebene Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor aufgestellt. Damit stellte das Unternehmen auf dem Hochgeschwindigkeitskurs von Miramas (Frankreich) unter Beweis, dass Wasserstoff konventionelle Kraftstoffe ablösen kann, ohne dass der Autofahrer auf die Dynamik heutiger Fahrzeuge verzichten muss. Die technischen Daten des H2R belegen dies: Der Zwölfzylindermotor mit sechs Litern Hubraum leistet über 210 kW/285 PS. Damit beschleunigt der Prototyp in ca. sechs Sekunden aus dem Stand auf Tempo 100 und erreicht eine Spitzengeschwindigkeit von mehr als 300 km/h.

AUTO-NOM-MOBILE
Eine Ausstellung des Kasseler Kunstvereins
In freundschaftlicher Zusammenarbeit mit der BMW Group
15. Januar bis 26. Februar 2006
Kulturbahnhof Kassel, Südflügel

Öffnungszeiten:
Dienstag bis Sonntag von 11:00 bis 20:00 Uhr, Freitag bis 24:00 Uhr
www.kasselerkunstverein.de

(Text: dr )
(Fotos: BMW AG )

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