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Aktualisiert am 31.12.2011
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LeBlanc: Alpenglühen

15.03.2006

LeBlanc Caroline
Reinrassige Rennoptik: Die harmonische Linienführung von Caroline überzeugt

Schweizer Automobilbauer sind eine seltene Spezies und ganz im Gegensatz zum behäbigen Image der Eidgenossen sind die wenigen Konstrukteure echte Exzentriker. Zu nennen sind Frank Rinderknecht, Ideengeber von Rinspeed, Franco Sbarro, der konsequent zwischen Genie und Wahnsinn pendelt und Rolf Wyss aus Wetzikon, der es sich zur Aufgabe gemacht hat reinrassige Le Mans-Technik auf die öffentliche Strasse zu bringen.

Wyss, unter seinen Freunden als "dä wiess" bekannt, nennt seine Kreationen deshalb "LeBlanc". Sein Erstling, den er in rund 10.000 Stunden über sechs Jahre am Computer entwickelt hat, trägt den sanften Namen "Caroline".

Angetrieben wird der Flachmann von einem Zweiliter-Vierzylinder-Cosworth-Turbomotor der mittels größerem Turbolader sowie optimierten Ansaug- und Abgaskanälen 512 PS aus zwei Litern Hubraum mobilisiert. Die Kraftübertragung erfolgt über ein Hewland-Renngetriebe mit Kohlefaserkupplung und elektronischer Traktionskontrolle. Das Paket weist damit ein Leistungsgewicht von 1,53 kg/PS auf.

LeBlanc Caroline
Die Front ist kein Meisterstück des modernen Designs, aber professionell gemacht

Die Fahrleistungen sind dementsprechend. Im ersten Gang liegen 112, im zweiten 170 km/h, und im dritten bis 220 km/h an. In 2,7 Sekunden beschleunigt Caroline auf Tempo 100, bis 200 Stundenkilometer vergehen 7,2 Sekunden. Da erscheint die Höchstgeschwindigkeit von 348 km/h schon wieder recht moderat.

Rolf Wyss hat seine Vision so perfekt umgesetzt, dass sein Sportwagen über den Weg der Einzelabnahme für die Schweizer Straßen zugelassen ist. Angesichts der hohen Hürden in Bezug auf Crash-, Abgas- und Lärmbestimmungen spricht dies für den professionellen Standard des Wetzikoners.  Man kann das Coupé auch kaufen: Wer zwei Jahre Geduld aufbringt und 1,4 Millionen Franken in der Portokasse hat, kann sich Caroline in die Garage stellen.

Aber damit ist die Geschichte nicht zu Ende: Neueste Kreation des Schweizers ist der Mirabeau, der sich exakt am Reglement der 24 Stunden von Le Mans ausrichtet. Benannt ist der Bolide nach der Mirabeau-Kurve des monegassischen Grand-Prix-Kurses.

LeBlanc Mirabeau
Konsequenter geht es nicht: Der Mirabeau verweigert sich allen Kompromissen.

Der offene Sportwagen ist 450 cm lang, zwei Meter breit und lediglich 980 Millimeter hoch. Das Kampfgewicht beträgt 812 kg – auch hier ein Resultat des konsequenten Leichtbaus aus Kohlefaser-Werkstoffen. Motorseitig hat Rolf Wyss noch eine Schippe draufgelegt: Der 4,7 Liter-Mittelmotor in V8-Bauweise wird von einem Kompressor beatmet und entwickelt 700 PS sowie ein maximales Drehmoment von 850 Nm. Das vom schwedischen Sportwagenhersteller Koenigsegg gelieferte Aggregat, ursprünglich eine Ford-Konstruktion, ermöglicht ein überragendes Leistungsgewicht von 1,16 kg/PS.

Je nach Übersetzung soll der Leblanc-Spider eine Höchstgeschwindigkeit von 370 km/h erreichen. Die Leistung wird über ein sequenzielles 6-Gang-Getriebe an die 12,5 x 19 Zoll großen Hinterräder übertragen, vorne sind 10,5 x 19 Zoll große Gummis montiert.

Auch der Leblanc Mirabeau besitzt eine Straßenzulassung. Kaufen kann man ihn ab 478.000 Euro. Für eine halbautomatische Schaltbox sind weitere 52.000 Euro fällig, weitere Extras können ganz nach Gusto geordert werden.

(Text: Rainer Roßbach )
(Fotos: LeBlanc)

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