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Dodge Challenger: Rock and Roll
10.01.2006
Die Reaktion in den USA auf den lang erwarteten viertürigen Dodge Charger war eher verhalten. Die Challenger-Studie, die auf der Detroit Show 2006 vorgestellt wird, hat deutlich bessere Chancen auf einen enthusiastischen Beifall. Das Konzept, ein viersitziges und zweitüriges Coupé, orientiert sich formal am 1970er Dodge Challenger und baut auf der Plattform des Chrysler 300C auf, die um etwa zehn Zentimeter auf 2,95 Meter verkürzt wurde. Im Vergleich zum Vorbild ist das Showcar 15 Zentimeter kürzer und fünf Zentimeter breiter geraten. Der Neue wirkt straff und kauert genauso wie sein Vorgänger angriffslustig auf dem Asphalt. Hier zeigt sich, dass die Absicht der Designer, nicht unbedingt eine Kopie des 70er Modells zu versuchen sondern das anzubieten, was als ideale Vorstellung im Kopf der Leute existiert, ein guter Weg ist. Frühere Schwächen konnten so eliminiert werden, etwa die zu schmale Spur, der zu lange vordere Karosserieüberhang und die schlechte Passgenauigkeit. Der neue Challenger bewahrt aber das, was seit den frühen Zeiten fasziniert: Eine ausgeprägte horizontale Sicke schwingt sich unmittelbar vor dem Hinterrad dynamisch nach oben. Die Front ist mit einem schmalen Kühlergrill und Doppelscheinwerfern im klassischen Look der Siebziger gestaltet und die Haube des orangefarben lackierten Coupés ziert ein ypsilonförmiger Powerdome, der natürlich schwarz lackiert ist. Den Fahrzeugabschluss bildet ein breites rotes Leuchtband, auf dem der Herstellername aufgebracht ist. Das Cockpit weist die für die siebziger Jahre typischen, in tiefen Höhlen liegenden Anzeigen auf, die in der aktuell modernen Aluminiumoptik gestaltet sind. Dazu gibt es ein recht klassisch gestaltetes Dreispeichenlenkrad, das auf einer geriffelten Säule montiert ist sowie einen gerade aus dem Getriebe ragenden Schaltgriff in Aluminium-Leder-Optik. Schon aus Tradition hat der 2006er Dodge Challenger einen Hemi-Motor unter der üppigen Haube. Die hauseigenen Tuner von SRT (Street and Racing Technologie) brachten den 6,1 Liter großen V8 auf 425 PS Leistung. Die daraus resultierenden 570 Nm Drehmoment werden über ein manuelles Sechsgang-Getriebe an die Hinterräder übertragen. Eine Beschleunigung von fünf Sekunden von Null auf Hundert sowie eine Höchstgeschwindigkeit von 280 km/h sollten damit möglich sein. Der Challenger ist eine Studie, Pläne für eine Produktion gibt es zur Zeit nicht. Die Verwendung der Plattform des Chrysler 300C öffnet jedoch einen ökonomisch vertretbaren Weg, falls die Reaktion des Publikums eine Serienfertigung nahe legt.
(Text: Rainer Roßbach )
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