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Aktualisiert am 31.12.2011
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Chevrolet Camaro Konzept: Amerikanische Klassik, neu definiert

16.01.2006

Chevrolet Camaro
Zusammengekniffene Augen und breite Schultern: Das Camaro-Konzept wirkt entschlossen und kraftvoll

Der Chevrolet Camaro war eines der archetypischen amerikanischen "Muscle cars", die in spektakulärer Weise ein dramatisch-grelles Design mit hohen Motorleistungen kombinierten. Dieses Package war so attraktiv, dass Chevrolet ab 1966 nahezu 700.000 Einheiten in den ersten drei Jahren absetzen konnte.

Ford hat mit dem aktuellen Mustang gezeigt, dass Neuinterpretationen der schnellen Sechziger Jahre-Coupés vom amerikanischen Markt bereitwillig angenommen werden – und Dodge versucht mit dem Challenger Concept die gleiche Käuferschaft anzusprechen. Grund genug also für die General Motors-Division, über einen Camaro 2006 nachzudenken.

Eine lange Motorhaube, das kurze Dach und die breite Spur des Camaro-Konzepts, das auf der Detroit Show 2006 gezeigt wurde, lassen keinen Zweifel daran, dass es sich um ein ernsthaftes Auto mit Leistungsvermögen handelt. Ausgehend vom 1969er Camaro, aber auch beeinflußt von der aktuellen Corvette, entwickelten die Designer ein viersitziges Coupe, das die klassischen Proportionen der „Pony Cars“ zeitgemäß übersetzt.

Die Gesamtproportionen, wie die lange Motorhaube und das kurze Heck mit der fließend abfallenden Dachlinie teilen mit, dass es sich um ein leistungsstarkes Auto mit Frontmotor und Heckantrieb handelt. Der in klare horizontale und vertikale Segmente aufgeteilte Kühlergrill, die abgesenkten Lider über den Scheinwerfern und die gewölbte Motorhaube inszenieren die Kraft des von der Corvette abgeleiteten V-8-Motors. Große Felgen und Reifen in den rund ausgeschnittenen und weit ausgestellten Radläufen lassen den Camaro fest auf der Straße stehen. Die Studie ist erfreulich geradlinig, die formale Verwandtschaft zur aktuellen Corvette ist groß. Der scharf geschnittene Kühler, die prägnanten Sicken des Profils sowie die dynamisch geschwungene Schulterlinie zeigen eine große Familienähnlichkeit. Es scheint, dass es sich bei dem Konzept um mehr als eine Fingerübung handelt – so sieht eigentlich ein produktionsreifes Design aus.

Chevrolet Camaro
Das Cockpit inszeniert den Stil der Sechziger neu: Üblicherweise haben diese Fingerübungen keine Auswirkungen auf eine mögliche Serie

Im Innenraum geht es dagegen mehr spielerisch zu. Die Anzeigen und die “Splash-of-Orange”-Zierleisten spielen auf die Camaros der ersten Generation an, das Gesamtdesign und die Ausführung spiegelt jedoch eine geradlinige Funktionalität wieder. Die aufwendigen Instrumenteneinfassungen und das komplex geformte Lenkrad sind zwar schön anzusehen, dürften aber keine Chance auf eine Realisierung haben. Hier wird es wohl eher die übliche Mixtur aus großen Kunststofflächen und farbigen Applikationen geben.

Als Antrieb dient ein Aluminium-Small-Block-V-8 der neuesten Generation, bei dem die Gangwechsel mit einem manuellen Sechsgang-Getriebe vorgenommen werden. Der 6,0-Liter-Motor, 400 PS stark, ist mit einem so genannten „Active Fuel Management“ ausgestattet, das im Niedriglastbereich vier Zylinder sperrt, um Kraftstoff zu sparen. Damit soll ein verblüffend niedriger Verbrauch von 7,8 Litern auf 100 Kilometern Überland möglich sein – jedoch dürften sich diese Verbrauchswerte vor allem bei typisch amerikanischer Fahrweise einstellen.

Chevrolet Camaro
Geradliniges Design, spektakulär inszeniert: Der Camaro überzeugt aus jedem Blickwinkel.

Das Fahrwerk mit vorderen MacPherson-Federbeinen und einer hinteren Multilink-Achse ist mit progressiven Federn und Gasdruck-Stoßdämpfern ausgerüstet. Belüftete 15-Zoll-Scheibenbremsen stecken in fünfspeichigen Alugußrädern der Dimension 21 Zoll (vorn) und 22 Zoll (hinten). Die Reifen haben vorne die Dimension 275/30R21 und hinten 305/30R22.

Eine große Vielfalt an Konfigurationen machte die erste Generation des Camaro für viele Einkommensgruppen erschwinglich. Eine Neuauflage des Chevrolet Coupé, die auf Eitelkeiten verzichtet und für breite Käuferschichten erschwinglich ist, dürfte demnach in den USA auf eine breite Aktzeptanz stoßen. Das Design, das den Camaro zum viersitzigen Bruder der Corvette macht, stellt sicher auch kein Hindernis für einen Verkaufserfolg dar.

(Text: Rainer Roßbach )
(Fotos: Genral Motors)

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