|
|
|
|
Honda Brennstoffzelle: In vier Jahren zur Serienreife
27.01.2006
Honda arbeitet mit Hochdruck an der Entwicklung seiner Brennstoffzellentechnologie. Bereits in drei bis vier Jahren wird die nächste Generation des wasserstoffbetriebenen Honda FCX in Japan produziert werden. Diese auf der Tokyo Show 2005 gezeigte Studie einer Premium-Limousine weist eine flache und besonders effiziente Anordnung auf. So konnten die Stacks beim FCX-Concept in den Wagenboden integriert werden. Das ermöglicht einen niedrigen Schwerpunkt für bessere Fahreigenschaften. Ein langer Radstand und kurze Karosserieüberhänge bieten Raum für die Passagiere. Das Interieur des Konzepts ist ein Experimentierfeld über den Einsatz von Sensorik: Nähert sich der Fahrer dem Fahrzeug, wird er von Sensoren und Kameras erkannt und die Türen entriegelt. Das Lenkrad, die Pedale und der Instrumententräger werden automatisch auf die optimale Position für den Fahrer eingestellt. Das Armaturenbrett neigt sich in der Höhe in einem Bereich von 45 Grad in Abhängigkeit zur Fahrgeschwindigkeit. So kann adaptiv ein Gefühl von Sicherheit oder Entspannung erzeugt werden. Radio und Klimaanlage steuert der Fahrer per Blick: Fokussiert er ein Icon der an die Frontscheibe projizierten Menüsteuerung, wird dies erkannt und die entsprechende Funktion ausgeführt.
Die Antriebstechnik kümmert sich um weniger artifizielle Fragestellungen. Eine technische Hürde bei der kommerziellen Anwendung des Brennstoffzellenantriebs war bisher die Verfügbarkeit einer kompakten, leichten Wasserstoffspeicherung, die trotzdem eine hohe Kapazität aufweist. Honda hat einen Ansatz entwickelt, die Speicherkapazität deutlich zu erhöhen. Ein neu entwickeltes Material für die Wasserstoffaufnahme im Tank verdoppelt dessen Fassungsvermögen. Bei einem Druck von 345 bar können fünf Kilogramm Wasserstoff getankt werden, was eine Reichweite von über 550 km ermöglicht. Die V-Flow (vertical flow) getaufte Brennstoffzellenplattform ist die flachste ihrer Art für den Einsatz in Fahrzeugen. Sauerstoff und Wasserstoff fließen innerhalb des Brennstoffzellen-Stacks vertikal von oben nach unten und die Brennstoffzellen sind möglichst kompakt senkrecht im Mitteltunnel angeordnet, um den zur Verfügung stehenden Raum effektiv zu nutzen. Trotz der niedrigen Bauhöhe ist V-Flow robust und effizient genug, um eine Leistung von 100 Kilowatt abzugeben.
Der Schlüssel zu optimaler Leistungsausbeute und stabilem Betrieb liegt im Wassermanagement: Hondas neues System nutzt die Schwerkraft, um das bei der Energieerzeugung entstehende Wasser abzuleiten. Das verbessert die Leistungsfähigkeit bei Temperaturen unter 0°C und löst das Problem des Startens bei kaltem Wetter. Insgesamt treiben drei Elektromotoren das FCX-Concept an: Ein 80 Kilowatt starker, kompakter Motor in der Front und je ein 25 Kilowatt leistender Radnabenmotor in jedem Hinterrad. Auch diese Aufteilung macht das großzügige Platzangebot der Studie möglich. Weitere Entwicklungen im Sinne einer integrierten Wasserstoff-Wirtschaft Gesellschaft unternimmt Honda etwa mit der Entwicklung einer Heimenergiestation (HES): Diese erdgasbetriebene Station liefert Wasserstoff für die Betankung von Brennstoffzellenfahrzeugen und versorgt das Haus mit Warmwasser und Elektrizität. Verglichen mit herkömmlichen Lösungen werden der Kohlendioxidausstoß um etwa 40 Prozent, die laufenden Kosten für Stromversorgung, Heizung und Fahrzeugbetankung um 50 Prozent gesenkt.
Verwandte Themen:
|
|
||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||