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Aktualisiert am 31.12.2011
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Prodrive P2: WRC-Technik für die Straße

24.01.2006

Prodrive P2
Der Prodrive P2 ist eigenwillig und ein Charakter – er erinnert ein wenig an MGs XPower SV

David Richards, Ex-Chef des Formel 1-Teams BAR und dreifacher Rallye-Markenweltmeister mit Subaru, gündete 1991 unter dem Dach seiner Firma Prodrive ein Konstruktionsbüro, das Ingenieursdienstleistungen für die Automobilindustrie erbringt.

Richards Firma zeichnet sich durch vielfältiges technisches Know how aus. Durch die intensive Erfahrung im Motorsport verfügt Prodrive über qualifiziertes Wissen in der Chassis- und Motorentwicklung, der Antriebstechnik und der Elektronik. Betriebseigene Fertigungsbereiche können Spezialteile und Elektroniksysteme produzieren. Gute Beziehungen zu industriellen Partnern verschaffen darüber hinaus zusätzliche technische Expertise und bieten den Zugriff auf Spezialteile wie Räder, Bremsen und Beleuchtungskomponenten.

Mit dem Projekt P2 präsentiert die in Banbury/England ansässige Firma einen zweisitzigen Sportwagen, der in nur neun Monaten realisiert wurde. Die Grundidee ist ein wenig british-spleenig, denn das Chassis des P2 basiert auf dem Microcar Subaru R1, das serienmäßig von einem 660 ccm kleinen Vierzylinder angetrieben wird. Diesem reichen 45 PS für die Fortbewegung.

Prodrive P2
Der P2 ist im Stil der Neunziger gezeichnet: Während das Dach vom Bertone Astra Coupé beeinflußt ist, orientiert sich die Fahrzeugbasis an Fords New Edge

Die Plattform mußte deshalb tiefgreifend umgearbeitet werden, da der Prodrive-Sportwagen ganz andere Kräfte mobilisiert. Die tragende Basis besteht nun aus einem Stahl-Monocoque, das mit Komposit-Karosserieteilen beplankt ist. Darin ist ein modifizierter, aufgeladener Subaru Impreza STi Motor montiert, der seine Kraft an alle vier Räder abgibt. Der Antrieb ist mit zwei von Prodrive entwickelten Technologien bestückt: Neben einem ALS (Anti Lag System) genannten System, das das Ansprechverhalten des Turboladers verbessert, kommt eine als ATD (Active Torque Dynamics) bezeichnete Technik zum Einsatz, die die Kraftübertragung der Räder auf den Boden optimiert.

Das ALS des Vierzylinderboxermotors ist von dem System abgeleitet, das im Prodrive Subaru World Rally Car verwendet wird und für den Straßenbetrieb modifiziert wurde. Der Turbo wird damit bei geringen Motorendrehzahlen im Schubbetrieb gehalten, was dem Auto zu einem verbesserten Ansprechverhalten und einer besseren Leistung verhilft, da im gesamten Drehzahlbereich ein größerer Teil des maximalen Drehmoments von 575 Nm zur Verfügung steht.

ATD verwendet ein aktives Mitteldifferenzial und ein aktives Hinterachsdifferenzial, um das Drehmoment zwischen den Achsen genauer zu verteilen und die Handling-Eigenschaften des Autos zu optimieren. Wenn das Auto zu untersteuern beginnt, wird das Drehmoment zu den Hinterrädern verlagert, beginnt es zu übersteuern, wird die Antriebskraft nach vorne geleitet. Damit verbessert sich die Fahrzeugbalance in allen Situationen.

Prodrive P2
Subarus P1 ist ein braves Wägelchen, dem so gar nichts sportliches anhaftet

Und Balance ist wichtig: Die rund 1100 kg Fahrzeuggewicht werden von 349 PS nach vorne katapultiert – die Beschleunigung von 0 auf 100 Stundenkilometer erfolgt in vier Sekunden und der Vorwärtsdrang endet erst bei 280 km/h. Die Verzögerung erfolgt über Vierkolben-Bremsen mit einem Durchmesser von 350 vorn und 330 mm hinten. Sie befinden sich in Rädern des Formats 19" x 8.5", auf die Reifen der Grösse 235 / 35 ZR19 aufgezogen sind. Bei einer Gesamtlänge von 3910 mm und einer Breite von 1855 mm beträgt der Radstand exakt 2,50 Meter, die Spurbreite beläuft sich auf 1530 mm.

Das Karosserie- und das Innenraumstyling des 1,3 Meter hohen P2 stammt von Peter Stevens und sieht ein wenig nach Fords New Edge Design aus. Scharfkantige Linien, ausgestellte Radläufe und große Luftein- und -auslässe kennzeichnen den Stil. Das Heck ist ein Fastback, in dessen oberen Ecken Klarglasleuchten sitzen, darunter befinden sich die Austrittsöffnungen für die Diffusoren. Trotz Gewichtsoptimierung muß der Fahrer nicht auf Annehmlichkeiten in Gestalt eines Stereosystems mit sechs Lautsprechern oder eine Servolenkung und elektrische Fenster verzichten.

Obwohl der P2 voll funktionstüchtig ist, gibt es keine Pläne, den Wagen zu bauen. Sollte es jedoch dazu kommen, wird der Preis bei etwa 60.000 Euro liegen.

(Text: Rainer Roßbach )
(Fotos: Prodrive/Subaru)

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