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Lola T70 Mk3B: Fortsetzungsserie
06.02.2006
Lola Cars feierte im Januar auf der jährlichen Autosport Racing Car Show im englischen Birmingham die Wiedergeburt einer Rennsport-Ikone. Ein neuer und doch alter Lola T70 Mk3B wurde am 12. Januar von Eric Broadley, dem Gründer der Rennwagen-Manufaktur enthüllt. Geplant ist eine Serie von fünf Exemplaren. Die Geburt des T70 geht auf das Jahr 1965 zurück, als Broadley beginnt, einen Spider für die amerikanische CanAm-Rennserie aufzubauen. In der Hand von John Surtees gewinnt der offene Lola 1966 fünf von sechs Rennen und damit die Meisterschaft. Auf der Basis des CanAm-Gewinners entsteht danach eine Coupé-Variante, Lola T70 Mk3 GT genannt, die im Lauf des Jahres 1966 erste Gehversuche macht. Auf der Racing Car Show in London im Januar 1967 stehen zwei unterschiedliche Ausführungen: Ein Exemplar ist mit einem Aston Martin-Fünfliter-V8 bestückt, während das andere, für den amerikanischen Markt gedachte Modell, mit einem Chevrolet V8 ausgerüstet ist. Diese Version sollte als Basis für alle weiteren dienen.
Das Ende der Entwicklung markiert der Lola T70 Mk3B aus dem Jahr 1969. Dessen Aluminium-Monococque basiert auf dem CanAm-Spider. Die Karosserie, nun aus Karbonfiber, bekommt aus aerodynamischen Gründen eine neue Nase und das Gesamtgewicht beträgt nun 860 Kilogramm. Der Fünfliter-Chevrolet-Motor wird beim amerikanischen Tuner Traco vorbereitet, wo man die unzuverlässige Benzineinspritzung durch vier Weber-Fallstrom-Vergaser ersetzt. Dazu gibt es ein neues Hewland LG600 Fünfgang-Getriebe mit Dreischeibenkupplung. Da Lola nie ein offizielles Werksteam hatte, lag es an privaten Rennställen, die Wagen einzusetzen. Der Stand gegen die Werksteams von Ford, Ferarri und Porsche war schwer, weshalb dem Coupé nur ein Sieg bei einem Weltmeisterschaftsrennen gelang. 1969 waren Mark Donohue/Chuck Parsons auf dem Sunoco-T70 Mk3B unter der Bewerbung von Roger Penske bei den 24 Stunden von Daytona erfolgreich.
Heute ist der Lola-Klassiker bei vielen historischen Veranstaltungen zu sehen und hat eine große Fangemeinde, denen das aufregende Design in Kombination mit dem großvolumigen Achtzylinder heftige Adrenalinstöße verpaßt. Die Neubauten haben von der FIA die Homologation zur Teilnahme an historischen Rennveranstaltungen. Das spricht für die Authentizität und absolute Originalität der Neuauflage. Zweifel sind jedoch erlaubt, ob dies der richtige Weg für die Zukunft des historischen Motorsports ist. Heutiges Material ist besser als das aus den Sechzigern und daraus entsteht ein klarer Wettbewerbsvorteil. Damit wird eine Lunte an die Struktur der historischen Rennserien gelegt. Hier wird eine finanzielle Aufwärtsspirale in Gang gesetzt, die die Möglichkeiten vieler Privatiers übersteigen dürfte. Und dem Zuschauer nützt es wenig, wenn die Helden von einst in der Garage bleiben.
(Text: Rainer Roßbach )
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