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Aktualisiert am 31.12.2011
© 2011 virto GmbH
20 Jahre Saab Cabrio: Frischer Schwede

12.02.2006

Saab Cabrio
Saab 900 und 93: Großvater und Enkel liegen genau 20 Jahre auseinander.
Doppelpfeil

Im Herbst, also eigentlich nach der Cabrio-Saison, stellte der schwedische Automobilhersteller Saab auf der Internationalen Automobil-Ausstellung 1983 in Frankfurt am Main die Studie eines oben offenen Viersitzers auf Basis des Modells 900 vor. Das in Zusammenarbeit mit der American Sunroof Corporation (ASC), einem Spezialisten für Cabrioumbauten, entstandene Einzelstück war eine echte Überraschung, ein offenes Auto hatte man von Saab bis dahin nicht erwartet.

Die überaus positive Resonanz der Öffentlichkeit und das spürbare Kundeninteresse veranlassten Saab nach der Weltpremiere des Konzeptfahrzeugs zur Realisierung des Projekts in der Serienfertigung. Im Januar 1986 war es dann so weit: Das erste Saab 900 Cabriolet wurde an einen amerikanischen Kunden verkauft.

Saab hatte lange mit der Entscheidung gezögert, Ressourcen in ein gänzlich anderes Auto als in die bekannten Modelle der bisherigen Produktpalette zu stecken. Deshalb war zunächst auch nur die Produktion einer begrenzten Serie von 400 Einheiten ausschließlich für den US-Markt geplant. Doch auf Grund der großen Nachfrage wurde das Saab 900 Cabriolet einige Monate später auch in Europa, dann rund um den gesamten Globus verkauft. Bis heute wurden in drei Modellgenerationen mehr als 240.000 Fahrzeuge ausgeliefert.

Das Saab Cabrio wurde in eine Zeit geboren, in der offenen Autos, jenseits der Nische teurer und seltener Sportwagen wenig Zukunft gegeben wurde. Der Markt wurde von wenigen Anbietern beliefert: Alfa und Fiat hatten je einen Spider im Programm, Fiat zudem den offenen Ritmo, Mercedes-Benz baute den SL, Volkswagen den Golf und bei Rolls-Royce gab es auch einen offenen Viersitzer. Rimto und Golf wurden von den traditionellen Cabriofahrern wegen ihrer Überollbügel nur notgedrungen akzeptiert.

Nun also brachte Saab Schwung und Alltagstauglichkeit in eine Marktnische, die sich völlig im Abschwung befand. Vor 20 Jahren waren Cabrios auf den Straßen ein eher seltener Anblick geworden, doch das Erscheinen des Faltdach-Modells von Saab veränderte die Ansichten über die Machbarkeit der offenen Fahrzeuge nachhaltig. Im Unterschied zu den Wettbewerbern waren alle Modellvarianten des Saab Cabrio serienmäßig mit einem elektrisch angetriebenen Faltdach sowie mit Ledersitzen ausgestattet. Das dreilagige Faltdach war extrem langlebig, schloss absolut dicht und war außerordentlich wetterfest. Eine Heckscheibe aus Glas konnte außer dem Saab nur Volkswagens Golf bieten. Sie war elektrisch heizbar, um es bei Minustemperaturen schnell enteisen zu können. Eine besonders kräftig ausgelegte Fahrzeug-Heizung ermutigte zudem zum Genuss des offenen Fahrens selbst bei kühleren Temperaturen. Ein Turbotriebwerk mit 175 PS sorgte für den notwendigen Schub.

Saab Cabrio
Mit einer Sonderedition feiert Saab das Jubiläum.
Doppelpfeil

Die meisten Fahrzeuge der Erstauflage von 400 Autos für die USA hatten schon Käufer, ehe sie überhaupt in Übersee ankamen. Das Interesse war so groß, dass Kunden ihre Bestellungen aufgaben, ohne je mit einem solchen Fahrzeug gefahren zu sein. Die Nachfrage überstieg die Herstellungskapazitäten. Eine Warteliste von zwölf Monaten hatte sich bereits aufgebaut, ehe die Kapazitäten vergrößert werden konnten. In einigen europäischen Märkten, beispielsweise in Großbritannien, Schweden und den Niederlanden, erreichte das Cabriolet von Saab im Segment der viersitzigen Premiumcabriolets wiederholt mehr als 50 Prozent der Verkäufe. In Deutschland machte das Saab Cabriolet zeitweise sogar um die Hälfte aller Saab Verkäufe aus. Im Jahr 2005 war es mit rund 2.300 Einheiten einmal mehr das auf dem deutschen Markt am häufigsten verkaufte Modell von Saab. Fast 49.000 Saab 900 Cabrios der ersten Generation wurden zwischen 1986 und 1993 abgesetzt, im Schnitt 7.000 Stück pro Jahr. Diese Zahlen konnte die zweite Generation des 900/9-3 Cabrio mehr als verdoppeln. Von diesen Modellen wurden weltweit 140.500 Einheiten verkauft, im Schnitt mehr als 15.500 Fahrzeuge pro Jahr.

Die völlig neue zweite Generation der Baureihe 900 kam im Herbst 1993 auf den Markt. Im Unterschied zum Vorgängermodell waren das neue 900er Cabrio und die spätere Saab 9-3 Weiterentwicklung des Jahres 1998 von Anfang an Teil eines neuen Modellprogramms.

Die Designer waren nun in der Lage, eine extrem flache Heckpartie zu realisieren, und das Faltdach, das eher hydraulisch als elektrisch angetrieben sein sollte, verschwand unter einem bündig abschließenden Deckel im Kofferraum, der als Teil des Faltdach-Mechanismus automatisch bewegt wurde. Die flexible Welle der Faltdach-Aufwicklung im Kofferraum konnte nun hochgehoben werden, um mehr Stauraum zu schaffen. Zudem war die manuelle Verriegelung am Rahmen über der Windschutzscheibe jetzt noch einfacher zu bedienen.

Das aktuelle Saab 9-3 Cabriolet erreichte zuletzt neue Spitzenwerte: Dem absoluten Verkaufsrekord von über 19.000 Einheiten im Jahr 2004 folgten mehr als 18.500 Verkäufe 2005.

Produziert wurden die Saab Cabriolets der Jahrgänge 1986 bis 2003 vom finnischen Zulieferer Valmet Automotive im Werk in Uusikaupunki. Mit Einführung der aktuellen 9-3 Generation im Sommer 2003 wechselte Saab zu den Spezialisten von Magna Steyr, die das Fahrzeug in der Nähe von Graz montieren.

Das zwanzigjährige Jubiläum feiert Saab mit dem Sondermodell „Anniversary“. Es wird in den Spezifikationen Vector und Aero verkauft. Drei verschiedene Metallic-Farben stehen zur Wahl. Innen dominieren sandbeige Lederpolster der Sportsitze mit kontrastierenden Einsätzen in blauem Leder. 17-Zoll-Leichtmetallräder in exklusivem Doppel-Fünfspeichen-Design, Spoiler auf dem Kofferraumdeckel und Türgriffe in Wagenfarbe sowie eine Infotainment-Anlage mit sieben Lautsprechern, Monochromdisplay, Bedieneinheit für Telefon und CD-Wechsler vervollständigen das Jubiläumsangebot.

(Text: dr )
(Fotos: Saab )

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