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Panoz Esperante GTLM: Handarbeit
24.02.2006
Don Panoz ist in Europa bekannt als Kopf der "American Le Mans Rennserie" sowie durch die unkonventionellen Frontmotor-LMP1-Prototypen, die auch in Le Mans eingesetzt wurden. Weniger geläufig ist, dass Panoz' Sohn Daniel respektable und leistungsfähige Straßensportwagen baut. Neben diversen Renn-GT baut die in Georgia/USA ansässige Firma die Esperante-Baureihe, deren stärkstes Modell der GTLM ist. Das Spitzenmodell, seit 2000 auf dem Markt, bietet Kraft pur: Der von Hand zusammengebaute Ford-Motor, ein V8 mit 4,6 Liter Hubraum, wird von einem Eaton-Turbolader auf 420 PS bei 6000 U/min gebracht. Das von dem als Front-Mittelmotor eingebauten Cobra-Triebwerk entwickelte Drehmoment beträgt beachtliche 570 Newtonmeter bei 3500 Umdrehungen und die Beschleunigung von Null auf 100 Stundenkilometer dauert nur 4,2 Sekunden. Geschaltet wird mit einem manuellen Sechsgang-Getriebe, in der höchsten Übersetzung wird die Spitzengeschwindigkeit von 289 Stundenkilometer erreicht. Lediglich 1116 Kilogramm müssen beschleunigt werden: Das niedrige Gewicht verdankt der Esperante GTLM seinem hochfesten Rahmen aus stranggepressten Aluminiumprofilen, wie sie auch im Flugzeugbau Verwendung finden. Die Karosserie ist ebenfalls aus Aluminium. Das Fahrwerk besteht vorne und hinten aus doppelten Dreieckslenkern und Gasdruckstoßdämpfern sowie einem vorderen Querstabilisator. Ein Sperrdifferential verhilft der ernormen Kraft des Antriebs auf den Boden, wo sie von Reifen der Dimension P255/45ZR-18 in Vortrieb umgesetzt wird. ABS sowie innenbelüftete Scheibenbremsen für alle vier Räder runden das technische Paket ab.
Innen wird Komfort groß geschrieben. Bequeme und vielseitig verstellbare Recaro-Sportsitze nehmen Beifahrer und Fahrer auf, die Ausstattung kann in sechs unterschiedlichen Lederfarben sowie vier unterschiedlichen Oberflächenmaterialien gewählt werden. Zudem ist ein hochwertiges Blaupunkt-Audiosystem im Angebot, und auch der Kofferraum ist groß genug für die Reise zu zweit. Schade nur, dass die überzeugende Technik so mittelmäßig verpackt ist. Das Karosserie-Design oszilliert zwischen Mazda MX5 und kruder Tuneroptik. Eine aufgesetzte hintere Spoilerlippe sowie die grobschlächtige Front lassen den Esperante GTLM billiger wirken als er es verdient hat. Es wäre einfach gewesen, das anspruchsvolle Chassis mit einer schönen Hülle zu versehen: Allein in Italien gibt es genug Spezialisten, die den Auftrag bestimmt gern übernommen hätten. 121.000 Dollar sind schließlich kein Pappenstiel, und für diesen Preis wollen die Kunden ein Auto haben, das etwas hermacht. Ein Ferarri ist nicht entscheidend teurer und eine Chrysler Viper ist für weniger zu haben kein Wunder also, dass in den letzten fünf Jahren nicht mehr als 200 Panoz Esperante GTLM gebaut worden sind.
(Text: Rainer Roßbach ) |
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