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Wiesmann GT MF4: Exot mit Stil
20.03.2006
Der erste Wiesmann-Sportwagen, ein Roadster, verließ nach fünfjähriger Entwicklungsarbeit im Mai 1993 die Werkstätten in Dülmen. Seitdem wurden fast 500 Exemplare gebaut. Der Erfolg des Roadster-Konzeptes geht auf eine durchaus gelungene Synthese aus nostalgischem Design und moderner Technik zurück und dieses Rezept soll auch den neuen Wiesmann GT beflügeln. Auch bei diesem Coupé ist der Einfluss von Jaguar MkII und den XK-Sportwagen aus Coventry nicht zu übersehen. Gleichwohl ist die Form, die das Design des Roadsters weiterentwickelt, durchaus eigenständig. Trotz der optischen Verwandschaft zum offenen Zweisitzer entstand ein komplett neues Fahrzeug. Die Basisdaten lieferte der Wiesmann Renn GT, der als Versuchsträger während des 24 Stunden-Rennens auf dem Nürburgring im Jahre 2002 getestet wurde.
Da Hubraum durch nichts ersetzt werden kann, fiel die Entscheidung zur Verwendung eines BMW Acht-Zylinder-V-Motor mit 4,8 Liter Hubraum, der mit einem manuell betätigtem Sechsgang-Getriebe verbunden ist. Dies erforderte einen größeren Motorraum als beim Roadster, mit der Folge, dass der GT in allen Dimensionen größer wurde. Die Höhe wuchs um drei Zentimeter, die Breite um elf und die Länge um 37 Zentimeter. Damit ist der MF4 4,23 m lang die Breite beträgt 1,85 m und die Höhe 1,19 m. Dem höheren Kraftstoffverbrauch wurde durch Verwendung eines 70 Liter-Tanks Rechnung getragen. Um das Gewicht im Zaum zu halten konstruierten die Dülmener ein Aluminium-Monocoque, wie man es aus dem Rennsport kennt. Dadurch liess sich der Gewichtszuwachs auf 70 kg begrenzen. Die Karosserie besteht aus glasfaserverstärktem Verbundmaterial. Das Fahrwerk weist Aluminium-Doppelquerlenker vorne und Doppelquerlenker mit Aluminium-Längslenker hinten auf; die Räder tragen Pneus der Größe 225/50x18.
367 PS bei 6.300 U/min und 490 Nm Drehmoment bei 3.400 U/min sorgen für ein eindrucksvolles Leistungsgewicht von 3,41 kg/PS. Die Höchstgeschwindigkeit von 280 km/h liegt jenseits dessen, was üblicherweise auf öffentlichen Strassen gefahren werden kann und die Beschleunigung von Null auf 100 Stundenkilometer erfolgt in sehr guten 4,6 Sekunden. Für den Abbau der Geschwindigkeit sorgen Vier-Kolben-Festsattelbremsen, deren Scheiben vorne einen Durchmesser von 332 mm und hinten von 328 mm aufweisen. Damit muss ein niedriges Gesamtgewicht von lediglich 1240 kg abgebremst werden. Der tiefe Schwerpunkt des Fahrzeuges in Verbindung mit dem bulligen Drehmoment des Motors und einer guten Gewichtsverteilung sollte für echten Fahrspaß sorgen. Bei Wiesmann hofft man, dass es genügend Enthusiasten gibt, denen die gelungene Mischung aus traditioneller Form und aktueller Technik 107.000 Euro wert ist.
(Text: Rainer Roßbach ) |
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