|
|
|
|
VLN-Aufgalopp und Absage: Prolog zur Langstreckenmeisterschaft
06.04.2006
Wie im Vorjahr startet die Rennsaison in der Langstreckenmeisterschaft auf dem Nürburgring mit Verspätung. Ein normaler Rennbetrieb war nicht möglich, als zahlreiche Teams die Einstellfahrten auf dem Nürburgring nutzten, um ihre Winterarbeiten ersten praktischen Tests zu unterziehen. Temperaturen nahe dem Gefrierpunkt verhinderten akzeptable Reifentemperaturen. Neben der Strecke lag noch jede Menge Schnee und sorgte in zweifacher Hinsicht für Probleme: Einerseits gab es in den Auslaufzonen keinerlei Grip, zum anderen lief das durch den Sonnenschein frei gesetzte Schmelzwasser an einigen Stellen in Bächen über die Strecke und brachte manchen Fahrer in Schwierigkeiten. Die Wetterkapriolen waren es wohl auch, die manche Teams von der Fahrt in die Eifel abhielten. Zahlreiche bekannte Mannschaften fehlten, dennoch konnten die Organisatoren der VLN stolz vermelden, dass mit bislang 173 Anmeldungen ein neuer Rekord bei den Einschreibungen zu verzeichnen ist. Vorjahresmeisterin Claudia Hürtgen wird die Saison wieder im BMW-Schuberth-Team bestreiten, in diesem Jahr jedoch mit einem BMW 120 in der Diesel-Klasse. Dirk Adorf vermeldete erfreut, dass er in diesem Jahr mit einem Lamborghini Gallardo des Teams Raeder-Motorsport fahren wird. An seiner Seite, wie in den Vorjahren, Rennstreckenarchitekt Hermann Tilke. Honda ist in den Starterlisten der Langstreckenmeisterschaft wieder mit zahlreichen Fahrzeugen vertreten. Besonders interessant ist dabei ein vom Honda Junior-Team eingesetzter Civic Type-R.
Honda Racing, Raeder Motorsport und die Fachhochschule Köln arbeiten bei diesem Projekt zusammen. Motorsportbegeisterte Studentinnen und Studenten des Fachbereiches Fahrzeugbau der Fachhochschule Köln haben den Verein FH Köln Motorsport e.V. gegründet, mit dem Ziel, die Ausbildung von Studierenden der Fahrzeugtechnik zu fördern. Dies soll insbesondere durch den Aufbau des Motorsportteams und die aktive Teilnahme an Motorsportveranstaltungen erreicht werden. Beim Aufbau und Einsatz des Fahrzeuges werden die Studierenden von Raeder Motorsport aus Mönchengladbach unterstützt. Nicolas Raeder, selber Absolvent der FH Köln und seit mehreren Jahren erfolgreicher Teamchef in der BFGoodrich Langstreckenmeisterschaft Nürburgring, steht gemeinsam mit seinem Bruder Martin dem Projekt als Mentor zur Seite. Prof. Dr.-Ing. Frank Herman vom Institut für Fahrzeugtechnik der Fachhochschule Köln freut sich auf das Projekt: „Die angehenden Ingenieure können auf dieser Basis das Gelernte unmittelbar in die Realität umsetzen. Die Güte der geleisteten Arbeit zeigt sich direkt nach dem Rennen am erzielten Ergebnis. Neben der reinen technischen Umsetzung beinhaltet der Einsatz im Motorsport das komplette Spektrum der ingenieurwissenschaftlichen Arbeit in komprimierter Form. Ich bin stolz, was die Studenten bisher geleistet haben und freue mich auf eine tolle Saison mit unseren Partnern.“ Während Johannes Scheid seinen bewährten BMW M3 GTS in den Wintermonaten komplett neu aufgebaut hat, musste Uwe Alzen Abschied von seinem Turbo-Porsche nehmen. Der im vorletzten Saisonlauf 2005 zerstörte Wagen wird in diesem Jahr durch einen Porsche 911 GT3 auf Basis der aktuellen Modellreihe 997 ersetzt. Land-Motorsport und Manthey-Racing setzen auf Weiterentwicklungen ihrer erfolgreichen 996er-Modelle aus dem Vorjahr. „Es wird sehr, sehr eng werden an der Spitze“, weiss nicht nur Uwe Alzen vor der neuen Saison.
Seit Jahren werden die ersten Läufe der Langstreckenmeisterschaft für die Vorbereitung des 24-Stunden-Rennens auf dem Nüburgring genutzt. So war Michel Bartels bei den Einstellfahrten mit einem Maserati Trofeo unterwegs, den er auch bei dem Langstreckenklassiker rund um die Uhr gemeinsam mit Gianni Giudici und Andrea Bertolinian pilotieren wird. Während die Einstellfahrten auf der schneeumsäumten Strecke also noch durchgeführt wurden, musste das erste Rennen der Saison aus eben diesem Grund abgesagt werden. Wegen der bis kurz vor dem Rennwochenende anhaltend winterlichen Temperaturen in der Eifel war der Nürburgring nicht in dem Zustand, der für einen sicheren Ablauf der 55. ADAC Westfalenfahrt erforderlich war. VLN-Fahrersprecher Johannes Scheid: „So schade die Absage des ersten Rennens auch für die Fans und Teilnehmer der Langstreckenmeisterschaft ist, unter diesen Voraussetzungen können wir einfach kein Rennen fahren. Ich bin davon überzeugt, dass die Entscheidung des Veranstalters, das Rennen frühzeitig abzusagen, richtig ist - vor allem im Sinne der Teams und Fahrer, die nun nicht den Weg an den Nürburgring antreten müssen, um dann unverrichteter Dinge die Heimreise anzutreten.“ Die 30. Saison der BF-Goodrich-Langstreckenmeisterschaft beginnt somit erst am 8. April 2006 mit dem 31. DMV-4-Stunden-Rennen. Und diesem Auftakt fiebern nicht nur die Kölner Studenten entgegen.
(Text: Michael Behrndt ) |
|
||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||