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Aktualisiert am 31.12.2011
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Techno Classica 2006: Museum auf Zeit

08.04.2006

Porsche Prototypen
Benoit Couturier aus Paris ist spezialisiert auf den Vertrieb von Porsche Prototypen: In Essen zeigt er eine beeindruckende Palette, die neben einem 917 und einem perfekten 908/3 im Martini-Design auch 907, 910 oder Carrera 6 aufweist
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Die Techno Classica präsentiert sich dieses Jahr so attraktiv wie nie. Die Messe verändert sich: Mehr hochwertige Klassiker, eine intensivere Präsenz der Hersteller sowie eine deutliche Verschiebung des Angebots in Richtung Qualität machen den Messebesuch zu einer echten Entdeckungsreise. Ob Mercedes 540 K Spezialroadster, Porsche 917 oder Maserati "Breadvan" – jede Halle bietet Außergewöhnliches. Porsche, Bosch, Jaguar und viele andere Marken zeigen Flagge und demonstrieren Verbundenheit mit der eigenen Geschichte. Kein Wunder angesichts eines geschätzten Umsatzvolumens von fünf Milliarden Euro, das mit dem rostigen Hobby bewegt wird.

BMW belegt traditionell die komplette Halle 12. Die weiß-blaue Marke präsentiert Roadster und Coupes aus 75 Jahren. Vom Vorkriegs-327 über den 503 bis zum aktuellem Sechser, vom Wartburg Sport bis zum neuesten M Roadster zeigen die Bayern alles, was sinnlich macht. Auch die anderen Konzernmarken – Mini und Rolls Royce – bieten Interessantes. So ist etwa der Mini Wildgoose – ein Wohnmobil im Westentaschen-Format – besonders amüsant. Sportgeschichte hat der BMW F1 2000 geschrieben. Mit diesem Monoposto – einer Kombination aus Brabham BT 7-Chassis und dem legendären Apfelbeck-Motor – probten die Münchener 1966 den Einstieg in den Formelsport. Nachkriegsrenntechnik der besonderen Art zeigt das EMW-Chassis aus dem Eisenacher Automuseum. Auf der Basis des legendären BMW 328 entwickelte das Rennsportkollektiv Johannisthal in der DDR schnelle Rennsportwagen, die lange den Porsche 550 RS Paroli boten.

Gut einen Monat vor seiner offiziellen Eröffnung ist bei Mercedes-Benz das neue Museum zentrales Thema auf der Techno Classica. Unter dem Motto "Willkommen beim Erfinder des Automobils" dokumentieren die Schwaben auf dem Messegelände Essen die Bedeutung des neuen Museums für die Traditionspflege der Marke. Zentrales Fahrzeugexponat ist der originale Patent-Motorwagen aus dem Jahr 1886, den Karl Benz 1906 persönlich dem Deutschen Museum in München schenkte. Es ist das erste Mal, dass das Deutsche Museum das Fahrzeug ausleiht – exakt 100 Jahre nach der Übergabe und 120 Jahre nach der Erfindung des Automobils durch Karl Benz und Gottlieb Daimler. Ein Fahrzeug aus der Zukunft ist das Konzeptfahrzeug "Bionic Car" aus dem Jahr 2005. Es hat aufgrund seiner charakteristischen Karosserieform, die dem tropischen Kofferfischs nachempfunden ist, eine besonders gute Aerodynamik. Kombiniert mit besonders sauberer Dieseltechnologie lassen sich herausragende Verbrauchswerte erzielen. Mit dem Bionic Car kann der Besucher einen Blick in die Zukunft des Automobils werfen.

Mini Wildgoose
Die Firma Wildgoose in Worthing, Sussex, baute von 1963 bis 1968 etwa 60 Wohnmobile auf Mini-Basis. Dieses Modell aus dem Jahr 1965 ist Teil der im entstehen begriffenen Mini-Werkssammlung.
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Bei Citroën steht die Dieseltradition der Marke im Mittelpunkt. Der älteste Citroën-Pkw mit Dieselmotor demonstriert mehr als siebzig Jahre Kontinuität in Sachen Selbstzünder. Schon im Dezember 1932 hatte man eine Vereinbarung mit der englischen Ingenieurs-Firma Ricardo getroffen, um deren Patente des Wirbelkammer-Einspritzverfahrens nutzen zu können. Auf Basis des "Comet"-Zylinderkopfes und bestehender Benzinmotoren entstanden im Jahr darauf die ersten Citroën-Dieselmotoren, und schon 1934 wurde ein fahrfähiger Prototyp eines Citroën "Rosalie"-Personenwagens den Behörden zur Zulassung vorgeführt. Eine Vorserie von mehreren Dutzend Fahrzeugen entstand 1935 und bewährte sich in der Alltagserprobung: lediglich die Finanzkrise von Automobiles Citroën, das 1935 von Michelin übernommen wurde, verhinderte die dauerhafte Serienfertigung.

VW feiert 30 Jahre Golf GTI. Zu sehen sind unter anderem der Deutsche Rallye-Meister von 1981 und der 652 PS starke, von zwei Motoren angetriebene, „Pikes Peak“ von 1987. Und auch die Fans haben ihren Platz. So sind Gewinnerfahrzeuge eines von Volkswagen und dem Magazin VW-Scene International ausgeschriebenen Wettbewerbs mit auf dem Volkswagenstand vertreten: Aus Belgien kommt ein im Originalzustand belassener Vertreter der ersten Generation von 1977, aus Österreich findet ein Golf GTI der vierten Generation, ausgestattet mit Flügeltüren, seinen Weg nach Essen und aus Deutschland ist ein Rallye-Golf von 1990, mit einem auf 260 PS leistungsgesteigerten Motor, dabei.

Opel inszeniert anläßlich der Vorstellung des neuen Roadsters die Wiedergeburt des Namen "GT". Schon 1965 präsentierte Opel die Studie des GT Experimental auf der IAA. Ein Jahr später entschieden sich die Verantwortlichen, den GT in Serie gehen zu lassen. Auf der Techno Classica zeigt Opel alle Spielarten dieser Siebziger-Jahre-Ikone. Der Experimental-GT ist ebenso dabei wie die Studie des GT Aero, eine offene Version mit Targa-Dach. Ein weiteres Unikat ist der zu Versuchszwecken umgebaute GT mit Dieselmotor, der 1972 auf der Opel-Teststrecke in Dudenhofen zahlreiche Rekorde aufstellte. Auch der Elektro-GT ist ein Einzelstück, mit dem Georg von Opel 1971 Rekorde errang. Lediglich der GT 2 fehlt.

Alfa Romeo nimmt die Besucher mit auf eine Zeitreise durch mehr als 70 Jahre Coupé-Historie. Die Mailänder Marke präsentiert erstmals auf einem eigenen Techno Classica-Stand die faszinierenden Coupés der Vergangenheit. Im Zentrum steht der Alfa Romeo 8C 2900 B Speciale „Le Mans“ von 1938, der wie viele andere Ausstellungsstücke aus der Sammlung des Alfa Romeo Centro Storico in Arese stammt. Audi zeigt verschiedene Horch-Modelle, einen Wanderer Stromlinien Spezial sowie einen Grand Prix-Wagen der Auto Union vom Typ C aus dem Jahr 1936.

Während die Oldtimer-Clubs mit originellen Ständen unterhalten möchte, gehört die Klassiker-Messe für Käufer zum Pflichtprogramm. Selten war die Techno Classica so stark in den Angeboten wie dieses Jahr. Viele außergewöhnliche und seltene Fahrzeuge werden offeriert – und gekauft. Schon am ersten Tag wechselte ein Porsche Carrera GT für 409.000 Euro den Besitzer, aber auch für schmalere Geldbeutel ist das Angebot verlockend. Insgesamt stehen mehr als 2000 Klassiker und Youngtimer zur Auswahl und machen die Essener Veranstaltung zur ersten Adresse, wenn es um den Kauf eines Klassikers geht.

Brabham BMW Alta Aston Martin DBR
Alex von Falkenhausen stellte 1966 auf dem Hockenheimring im BMW F1 2000 (Chassis: Brabham BT 7) Beschleunigungs-Weltrekorde über die Viertelmeile und 500 m auf
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Alta wurde 1931 von Geoffrey Taylor gegründet. Bis 1954 produzierte die Firma in Surbiton, Surrey Fahrzeuge in kleiner Stückzahl. Dieses Exemplar stammt aus dem Jahr 1948
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Einer von 20: Dieser Aston Martin DB 3 S von 1956 hat auf der sportlichen Seite nur einen 11. Platz in Le Mans aufzuweisen – schön ist er trotzdem
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Ferarri Tor de France Porsche 917 Connaught
Der Ferrari 250 GT "Tour de France" aus dem Jahr 1957 ist eine Ikone. Dieses besonders schöne Exemplar nahm im gleichen Jahr an der "Tour de France d'Automobile" und am "Giro di Sicilia" teil
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Geisterwagen: Dieser Porsche 917 im Trimm der Saison 1970 wurde vom amerikanischen Porsche Händler Vasek Polak aus Ersatzteilen und Porsche-Restbeständen zusammengebaut. Als Basis wurden angeblich die Chassis 037/038/039 verwendet, die werksseitig als "nicht gebaut" klassifiziert sind
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Der Connaught L2 aus dem Jahr 1948 ist der erste Rennwagen der englischen Marke überhaupt. 135.000 Euro sollte das dem zukünftigen Besitzer wert sein
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Alfa Romeo Le Mans Wanderer Opel Experimental GT
Der Alfa Romeo 8C 2900 B Speciale "Le Mans" mit Reihenachtzylinder und Doppelkammer-Kompressoren verlor das 24 Stunden-Rennen 1938 unglücklich auf den letzten Runden Dynamische Linie: Dieser Wanderer Stromlinie Spezial wurde von der Auto Union Ende der Dreißiger Jahre bei Langstreckenwettbewerben eingesetzt
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1965 zeigte Opel den Experimental GT auf der
DoppelpfeilInernationalen Automobilausstellung in Frankfurt. Die Studie weist schon viele Elemente des späteren Serien-GT auf
 
Porsche GT1 Jaguar Miura Studie
Dieser Porsche GT 1 von 1999 – einer von zwei, die auf Basis des 993 aufgebaut wurden – besitzt eine Straßenzulassung und kostet 900.000 Euro
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Der viersitzige Jaguar XK 120 DHC mit einer Karosserie von "Abbot of Farnham" aus dem Jahr 1952 wurde nur einmal gebaut
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Im direkten Vergleich fällt die Miura Studie von 2005 gegenüber dem Original ab
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Delahaye Karmann GF Tatra
Einzelstück: 1948er Delahaye 135 M Coupé mit einer Karosserie von Henri Chapron. Angetrieben wird das elegante Fahrzeug von einem Reihensechzylinder, der aus 3,2 Liter 130 PS entwickelt – geschaltet wird mit einem Cotal-Getriebe
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Karmann bot Anfang der Siebziger Jahre den GF an, der dem amerikanischen Buggy "Imp" nachempfunden war
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Zwei Tatra treffen sich an einer Tankstelle im Stil der Fünfziger
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C111 Diesel Hebmüller Kapitän Fiat X 1/9
Ausgerüstet mit einem Fünfzylinder-Diesel stellte der Mercedes C111 1976 in Nardo eine Reihe von Weltrekorden auf
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Dieses wunderschöne Opel Kapitän Cabrio von Hebmüller stammt aus dem Jahr 1939 und wird für 76.000 Euro angeboten
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Dieser Klassiker kostet weniger: Für den Fiat X 1/9 in gutem Zustand und etwa 46.000 Kilometer Laufleistung sind nur 7900 Euro fällig
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(Text: Rainer Roßbach )
(Fotos: Rainer Roßbach )

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