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Ariel Atom: Fun Follows Function
15.04.2006
Sie mögen es pur, sie lehnen Kompromisse ab, aber Ihr Budget ist begerenzt? Die Leistung eines Supersportwagens vom Schlage eines Enzo Ferrari kann man schon ab 35.000 Euro bekommen, wenn man bereit ist, auf jede Spur von Komfort zu verzichten. In Somerset/England baut eine kleine Firma mit dem traditionsreichen Namen Ariel ja, die mit den Motorrädern das kompromissloseste Straßenfahrzeug überhaupt. In Echt sieht das so aus: Gewicht 456 Kilogramm, 220 PS aus einem Honda Civic Type R-Aggregat, das als Mittelmotor eingebaut ist, ein außenliegender Rohrrahmen übernimmt die Funktion der Karosserie, die Technik liegt offen, es gibt einen minimalen Windschutz sowie ein einstellbares Fahrwerk, dass sich mit seinen Dreieckslenkern und Dämpferspezifikationen an reinrassiger Rennsporttechnik orientiert. Und selbstverständlich ist der Verzicht auf elektrische Hilfen à la ABS oder ESP gewollt und total. Die Verzögerung erfolgt mit einstellbaren, 240 Millimeter großen Scheibenbremsen, die vorne innenbelüftet sind. Geschaltet wird mit einem manuellen Sechsgang-Getriebe.
Zusätzlich gibt es ein demontierbares Lenkrad, einen fünffach verstellbaren Doppel-Schalensitz sowie überraschenderweise einen kleinen Kofferraum. Zwischen den Kopfstützen der knappen Schalen saugt der Motor über eine große "Ram-Box" Luft an. Diese komplette Missachtung jeder Alltagstauglichkeit und Praktikabilität ist fast obszön, selbst der Name "Atom" unterstreicht den absoluten Purismus des Zweisitzers. Für den jedoch, der reine Leistung und perfektes Handling will, kann der Ariel zum Maß aller Dinge werden. Das Leistungsgewicht entspricht dem Enzo Ferrari, versprochen wird ein ähnlich pures Fahrvergnügen wie bei einem sehr sportlichen Motorrad: so erfolgt der Spurt von 0 auf 100 Stundenkilometern in 2,9 Sekunden. Dabei ist die Präsenz der Elemente vollkommen: Ohne Windschutz, ohne Helm und ohne Schutzkleidung läßt sich Offenfahren in der extremsten Form erleben.
Das ist aber nicht das Ende der Fahnenstange: Vom 300 PS starken Kompressortriebwerk über einstellbare Bilstein-Dämpfer sowie größere Bremsen bis hin zu Reifen der Dimension 225/45R16 läßt sich der Atom weiter aufrüsten. Um das Leistungsgewicht eines 1000 ccm-Motorrads zu erreichen benötigt man allerdings 400 PS, die aber auch zu haben sind. Auch für den Straßenbetrieb kann der Ariel Atom ausgerüstet werden: Neben demontierbaren Scheinwerfern und Rückleuchten kann man einen Instrumententräger mit Tachometer und diversen anderen Anzeigen bekommen, und natürlich gibt es auch einen Dreiwege-Kat im Programm. Spiegel, Hupe und Handbremse sind weitere Optionen. Trotz dieser tendentiellen Verweichlichung bleibt der Atom ein Frischluft-Abenteuer der besonderen Art. Hartgesottene, die Minimalismus, Dynamik und unmittelbares Erleben unwiderstehlich finden, werden kaum etwas passenderes finden als den Ariel.
(Text: Rainer Roßbach )
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