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Concorso d Eleganza 2006: Viva Ferrari
26.04.2006
Neben 50 Klassikern standen zwölf Studien beim diesjährigen Concorso d´Eleganza der Villa d´Este, der am 22. und 23. April 2006 ausgetragen wurde. Das ist gute Tradition: Schon 1929 präsentierten Automobilhersteller und Carrossiers dem Publikum ihre neuesten Entwürfe. 2002 wurde der Faden wieder aufgenommen und mittlerweile genießt der Wettbewerb um den Villa d´Este Design Award eine gewisse Bedeutung zu sehen an den zwei Weltpremieren in diesem Jahr. Zagato und Russo-Baltique präsentierten Neues: Während die Italiener mit dem GTZ die eigene Geschichte feierten, zeigt die Studie des russischen Designers Ivan Shishkin einen bizarren Stilmix zwischen Talbot-Lago T150C Figoni et Falaschi und Bugatti Atalante. Am Wettbewerb der Studien nahmen unter anderem auch der elegante Aston Martin Rapide, VWs überraschend attraktiver EcoRacer, der Maserati Birdcage 75th von Pininfarina, der wundervolle Alfa Romeo Diva, Renaults Altea und Giugiaros Ferrari GG 50 teil. Das konservativste Auto im Feld, der harmonische Alfa Romeo 8C Spider des werkseigenen Centro Stile, gewann am Ende den Designpreis für die Konzeptfahrzeuge. Bei den historischen Wettbewerben dominierte Ferrari auf der ganzen Linie. Der Hauptpreis ging an einen recht grob gezeichneten 410 SA aus dem Jahr 1959. Der Preis für den schönsten Pininfarina-Entwurf ging dagegen an ein subtiles 400 SA Coupé Aerodynamica von 1963. Dass ein 250 GTO, 1962 bei Scaglietti gebaut , einen Sonderpreis der Jury erhielt lag da ganz auf der Linie. Ein 166 MM / 53 mit seltener Berlinetta-Karosserie ging leider ebenso leer aus wie ein 212 Inter Coupé von Vignale.
Für den Rest der Welt blieb wenig übrig. Der Preis für den elegantesten Aufbau auf Rolls-Royce Basis ging an einen Phantom I Experimental Jarvis aus dem Jahr 1928. Ein Bentley R Type Continental aus dem Jahr 1954 erhielt die Trofeo FIVA für das am besten erhaltene Auto, die französische Ehre rettete ein Bugatti 57 mit einer besonders gelungenen Karosserie von Gangloff. Ihm wurde die Trofeo BMW Italia (Public Referendum at Villa Erba) zugesprochen. Die deutschen Marken gingen dagegen komplett leer aus selbst die Castagna-Open-Tourer-Karosserie eines Mercedes-Benz 770 K hatte keinen Einfluß auf die Jury. Aber man sollte die Preisverleihung nicht allzu ernst nehmen: Es macht einfach Spass die seltenen und schönen Autos im Garten der Villa am Comer See zu sehen. Neben zwei Maserati A6G 2000 Zagato Coupés stand ein Spyder der gleichen Marke, dessen Frua-Karosserie mit betont barocker Front ein Glanzlicht setzte. Wie üblich kam das größte Kontingent an Fahrzeugen aus Italien: Neben dem ältesten Teinehmer, einem Lancia Theta Phaeton aus dem Jahr 1914, gab es noch einige schöne Kostproben italienischen Stilgefühls: ein Lancia Aprilia Cabrio von 1949, ein Alfa Romeo 6C 2500 Super Sport, ein Osca 1600 GT Zagato, ein ASA 1000 GT oder der besonders seltene Serenissima Jet Competizione Rennsport-Prototyp von 1963. Einzelstücke mit der Klasse eines Talbot Lago T26 Graber, eines 1929er Chrysler 75 Two-Door Convertible oder eines Maserati Boomerang von 1972 standen neben einem Alvis 4,5 Litre Long-Bonnet Sports Saloon von 1938, einem Triumph Continental Drophead Coupe (1937) oder dem besonders eleganten Bentley 4 1/4 Litre Streamlined DHC mit Mulliner-Karosse aus dem Jahr 1936. Sogar ein De Tomaso Pantera GTS in perfektem Originalzustand sowie ein neuwertiger BMW 3.0 CSL von 1972 waren geladen. Ein kleiner Höhepunkt war auch der Original E-Type, mit dem Jaguar die Baureihe erstmals auf dem Genfer Salon 1961 vorstellte. BMW rundete die Veranstaltung mit der eigenen Roadster-Geschichte vom 319 bis zum Z8 ab. Zusammen mit den Studien Mini Concept Geneva und dem Coupé Rolls Royce 101 EX zeigten die Bayern, dass Eleganz und Innovation auch in München zuhause sind.
(Text: Rainer Roßbach )
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