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Aktualisiert am 31.12.2011
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Honda Civic Hybrid: Die nächste Generation

17.05.2006

Honda Civic Hybrid
Außer ein paar dickeren Stromkabeln unterscheidet sich der Motor des Honda Civic Hybrid nicht von konventionellen Verbrennungsmotoren

Der vollkommen neu entwickelte Civic Hybrid ist bereits die zweite Generation der kompakten 4-türigen Stufenhecklimousine mit dem kombinierten benzin-elektrischen Antrieb. Herzstück des Fahrzeugs ist ein neues, wesentlich kompakteres und effizienteres Hybrid-System, das einen neuen 1.3 Liter-Motor mit dreistufigem i-VTEC-System mit der jüngsten Evolutionsstufe des Hybrid-IMA-Systems (Integrated Motor Assist) kombiniert. In Zahlen bedeutet das einen Verbrauch von 4,6 l / 100 km bei einem CO2-Ausstoß von nur 109 g/km sowie wesentlich gesteigerten Fahrleistungen.

Das Zusammenwirken zahlreicher Maßnahmen ist Schlüssel für eine Leistungssteigerung um etwa 25 Prozent im Vergleich mit dem bisherigen System. Neben dem Elektromotor mit 50 Prozent mehr Leistung trägt der für den Hybridantrieb optimierte Benzinmotor wesentlich zur Steigerung der Effizienz bei. Sein intelligentes Motor-Management überwacht eine dreistufige Ventilsteuerung und steuert bedarfsgerecht die verschiedenen Antriebsarten. Die Gesamtleistung des Hybridantriebs entspricht einem 1,6 Liter Motor.

Der von Honda entwickelte Elektromotor besitzt extrem dicht gewickelte Spulen und Hochleistungsmagnete im Rotor. Bei gleicher Größe konnte die Leistung im Vergleich zur ersten Generation um 50 Prozent gesteigert werden. Der so genannte Inverter zur Regelung der Motordrehzahl – ebenfalls eine Eigenentwicklung von Honda – ist in das Motorsteuergerät (ECU) integriert und wird digital angesteuert, was ebenfalls zur Verbrauchssenkung beträgt. Auch die Leistung der eigentlichen Batterie konnte um ein Drittel gesteigert werden. Das neue Batteriemodul baut kompakter, erlaubt eine bessere Kühlung und ist unempfindlich gegenüber Vibrationen.

Honda Civic Hybrid
Die Front des Civic Hybrid ist unauffällig

Der Benzinmotor besitzt das i-DSI (intelligent Dual and Sequential Ignition) Zündsystem von Honda, das mit zwei Zündkerzen pro Zylinder arbeitet und durch die gleichzeitige oder selektive Ansteuerung der einzelnen Kerzen eine optimale Verbrennung begünstigt.

Sobald das Fahrzeug abgebremst wird, erfolgt die Umkehrung des Kraftflusses. Der Elektromotor wird zum Generator und verwandelt Bewegungsenergie in Ladestrom, der bei dem nächsten Beschleunigungsvorgang wieder zur Verfügung steht. Energieverluste werden dadurch minimiert. Zudem ist sicher gestellt, dass die Bremsvorgänge durch die dynamische Steuerung des Systems stets weich erfolgen.

Der Civic Hybrid besitzt serienmäßig ein stufenloses Automatikgetriebe (CVT). Das Getriebe erlaubt eine große Spreizung der Übersetzungsverhältnisse: Einerseits um die Beschleunigung zu verbessern und anderseits um die Drehzahlen bei hoher Geschwindigkeit niedrig zu halten. Das Getriebe zeichnet sich durch sehr weiche Übergänge aus und begünstigt den Betrieb des Antriebsstranges im optimalen Bereich.

Die Klimatisierungsautomatik arbeitet mit einem Hybridkompressor, der sowohl vom Verbrennungs-, als auch von einem Elektromotor angetrieben wird. Bei stehendem Verbrennungsmotor treibt der Elektromotor den Kompressor an. Bei hohem Kühlbedarf wird er gleichzeitig vom Riementrieb des Verbrennungsmotors angetrieben.

Charakteristisch für das Design des Civic Hybrid ist die fließende Dachlinie mit stark geneigter Frontscheibe und der kurze Überhang, der die kompakte Form betonen soll. Dabei ist die Gesamtform konservativ und auf den amerikanischen Geschmack zugeschnitten. Enge Spaltmaße tragen zu der guten Aerodynamik bei. Frontspoiler und Unterbodenverkleidung wirken der Entstehung von Luftverwirbelungen entgegen. Die Spoilerlippe auf dem Kofferraumdeckel sorgt für eine geringere Wirbelbildung hinter dem Fahrzeug.

Honda Civic Hybrid
Fließende Linien, schmale Fugen und eine Unterbodenverkleidung machen den Civic Hybrid windschlüpfrig

Insgesamt ist der neue Civic Hybrid breiter und niedriger ausgefallen als sein Vorgänger. 100 kg Gewicht resultieren aus einer deutlich erweiterten Sicherheits- und Komfortausstattung sowie der verbesserten Verwindungssteifigkeit. Der 50-prozentige Anteil an hochfesten Stählen und eine völlig neue Chassis-Struktur führen zu einer Erhöhung der Verwindungssteifigkeit von 35 Prozent.

Wie die fünftürige Version besitzt der Civic Hybrid eine zweigeteilte Armaturentafel mit einer oberen und einer unteren Funktionsebene. Anzeigen wie der Tachometer befinden sich oben direkt im Blickfeld des Fahrers. Auch der Momentanverbrauch wird im oberen Bereich der Armaturentafel angezeigt. Darunter befinden sich die Anzeigen für den Batterieladezustand, den IMA-Systemstatus sowie eine ‘AUTO STOP’ Anzeige (bei abgeschaltetem Antriebsstrang). Der Kilometerzähler zeigt zusätzlich den Verbrauch für zwei Tagestouren (A+B) sowie die Außentemperatur an. Das Multifunktions-Lenkrad lässt sich in Höhe und Länge verstellen und besitzt Funktionstasten für das Audiosystem (links) sowie rechts für die Geschwindigkeitsregelanlage (Tempomat). Die Sitzposition des Fahrers wurde in Bezug auf Lenkrad und Bedienelemente optimiert.

Bereits zum Einstiegspreis von 22.900 Euro verfügt der Civic Hybrid über eine Serienausstattung mit aktiven Kopfstützen, sechs Airbags und Nebelscheinwerfern. Des weiteren sind eine Klimatisierungsautomatik, ein MP3-fähiger sechsfach-CD-Wechsler, ein Multifunktions-Lederlenkrad, eine Alarmanlage, ISOFIX Kindersitzverankerungen, elektrische Fensterheber vorn und hinten, ein Tempomat sowie eine Sitzheizung vorn serienmäßig.

Handling und Fahrkomfort wurden durch eine neue Fahrwerksgeometrie und einen längeren Radstand verbessert. McPherson-Federbeine mit gegenläufig gedrehten Schraubenfedern sowie einer veränderten Einbaulage gewährleisten einen besseren Geradeauslauf, eine exaktere Spurhaltung und tragen auf diese Weise zu einem guten Lenkverhalten bei. Änderungen an Lenkwinkel, Lagern und Materialsteife sowie eine verbesserte Abstimmung von Federn und Dämpfern führen zu gleichmäßigeren Fahrwerksbewegungen und höherer Steifigkeit beim Einfedern, was die Straßenhaftung verbessert und die Seitenneigung der Karosserie verringert. Zur Verbesserung des Fahrkomforts wurde der Anstellwinkel des unteren Dreieckslenkers optimiert, der jetzt weniger Fahrbahnstöße in den Innenraum dringen lässt.

Honda Civic Hybrid
Das Cockpit kombiniert digitale Anzeigen mit konventionellen Anzeigen

Die Mehrlenkerhinterachse mit doppelten Dreieckslenkern wurde ebenfalls neu abgestimmt und besitzt jetzt längere Federwege und eine verbesserte Dämpferposition. Dadurch kann die Hinterachse Bodenunebenheiten und Stöße besser absorbieren. Die Dämpfer wurden zugunsten eines kürzeren Hebelwegs dichter an der Radachse (besseres Verhältnis zwischen Dämpferbewegung und tatsächlicher Einfederung) positioniert.

ABS und die elektronische Bremskraftverteilung (EBD) zur Optimierung von Bremsleistung und Fahrstabilität sind Serie. Hinzu kommt der Fahrzeugstabilitätsassistent VSA, der den Fahrer bei Bedarf durch Bremseingriff und Eingriff auf das Motormanagement bei Kurvenfahrt, Beschleunigung und Ausweichmanövern unterstützt. Aktive Kopfstützen vorn reduzieren das Schleudertraumarisiko im Falle eines Unfalls. Zur Verringerung der Verletzungsgefahr verformen sich Motorhaube und vordere Kotflügel kontrolliert. Motorhaubenaufhängung, Scheibenwischerarme und Kotflügelhalterungen besitzen Sollbruchstellen, um bei einem Unfall Energie abzubauen und eine ausreichende Nachgiebigkeit sicherzustellen.

Gebaut wird der Civic Hybrid seit Dezember 2005 in Suzuka/Japan.

(Text: rr/pt )
(Fotos: Honda )

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