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AMG CLK DTM Cabriolet: Rohware
29.06.2006
Eine Schönheit ist es nicht und seine Typen-Bezeichnung klingt nach sowjetischem Militärgerät. Das neue Mercedes-Benz CLK DTM AMG Cabriolet hat von allem zu viel: Einen Namen mit zu vielen Buchstaben, zu viele Spoiler, zu große Kotflügelverbreiterungen, die zudem auch nicht besonders schön sind und auch die Leistung ist jenseits dessen, was im Cabrio amüsiert. Beim Nachfolger des auf 100 Fahrzeuge limitierten CLK DTM AMG Coupé destilliert aus dem 2003er Auto für die DTM gibt es jedoch auch Hightech aus dem Motorsport, rennstreckentypische Fahrdynamik und echte Exklusivität. Das eigenwillige und gewöhnungsbedürftige Design soll den Technologietransfer aus dem Motorsport ausdrücken. Tief heruntergezogene Frontschürze mit großen Kühlluftöffnungen, 19 und 20 Zoll große Leichtmetallräder sowie die Heckpartie in Diffusor-Optik mit Heckflügel thematisieren die Form des CLK-Renntourenwagen. Viele Karosseriekomponenten bestehen aus dem Kohlefaser-Verbundwerkstoff CFK, beispielsweise die Motorhaube, die Türen, die vorderen Kotflügel, die hinteren Kotflügelverbreiterungen, die Front- und Heckschürze sowie der Heckflügel.
Unter der Haube steckt ein überarbeiteter AMG-Achtzylindermotor mit Kompressoraufladung. Die Änderungen umfassen Kurbelgehäuse, Kolben, Ventiltrieb, Kühlung, Ansaugtrakt, Aufladung und Abgasanlage. Aus 5439 Kubikzentimetern Hubraum schöpft der V8 eine Höchstleistung von 582 PS bei 6100 U/min, das maximale Drehmoment von 800 Newtonmetern steht bei 3500 U/min zur Verfügung. Spontanes Ansprechverhalten auf Gaspedalbewegungen, druckvoller Drehmomentaufbau, Drehfreude und typischer V8-Sound standen im Mittelpunkt der Entwicklung. Das 5,5-Liter-V8-Aggregat hievt die Fahrleistungen des Cabriolets auf das Niveau von Supersportwagen. Aus dem Stand vergehen nur 4,0 Sekunden bis zum Erreichen der 100 Stundenkilometer-Marke. Die elektronisch begrenzte Höchstgeschwindigkeit entweder eine ironische Grenzziehung oder einfach nur lächerlich beträgt 300 km/h. Aus dem Rennsport stammt das Prinzip der Kraftübertragung: Die fünf Gänge des AMG Speedshift-Fünfgang-Automatikgetriebes werden mit einem kurzen Zug an den Schaltpaddles am Lenkrad gewechselt, die Schaltzeiten sind extrem kurz. Die Radführung übernimmt ein höhenverstellbares Gewindefahrwerk. Die Hinterachse wurde mittels komplett neuer Federlenker und Radträger sowie verstärkten Antriebswellen neu konzipiert Uniball-Gelenke ersetzen an beiden Achsen die Gummielemente. Ein Lamellen-Sperrdifferenzial sorgt für Traktion, die Antriebsschlupfregelung und das elektronische Stabilitäts-Programm ESP wurden an das gesteigerte Leistungsniveau angepasst.
Den Kontakt zur Straße stellen optional erhältliche Sportreifen von Dunlop her, die vorne die Dimension 255/35 R 19 und hinten von 285/30 R 20 aufweisen. Die Reifen sind auf mehrteilige Leichtmetallräder im Doppelspeichendesign des Formats 8,5 x 19 bzw. 10 x 20 montiert, deren filigrane Speichen eine wirksame Bremsenbelüftung bieten. Sechskolben-Festsattel-Bremsen vorn und Vierkolben-Festsattel-Bremsen hinten sorgen für leistungsgereche Verzögerungswerte. Innen gibt es Sportschalensitze aus leichtem CFK mit Leder/Alcantara-Bezug und ein Rennsportlenkrad mit einem oval ausgeformten Kranz, der mit Wildleder bezogen ist. Türinnenverkleidungen, Zierteile und weitere Interieurkomponenten bestehen ebenso aus CFK. In der Mittelkonsole gibt es die silberfarbene Wählhebelkulisse, den Startknopf und vier Kippschalter für Nebenfunktionen. Seit Mai 2006 werden die ersten Exemplare des in Handarbeit gebauten, auf 100 Exemplare limitierten CLK DTM AMG Cabriolet ausgeliefert. Der Preis in Deutschland beträgt 277.820 Euro und die Serie ist trotz des kruden Designs schon nahezu ausverkauft.
(Text: Rainer Roßbach )
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