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Mercedes-Benz CL-Klasse: Neue Schlichtheit
28.06.2006
Die neue CL-Klasse setzt die jahrzehntelange Tradition der großen Mercedes-Coupés mit eigenständigen Akzenten fort. War das Mercedes-Design bislang nicht davor gefeit, auf den Effekt zu schielen etwa bei der Nase des SLK ist das Coupé mit seinem Wechselspiel von gespannten Linien und ruhigen Flächen Ausdruck für eine neue, distinguierte Eleganz. Trotz der expressiv ausgestellten Radhäuser, der Abrisskante am Heck und der betonten seitlichen Sicke wirkt der neue Mercedes wie eine Skulptur. Auch historische Bezüge finden sich: Die sich leicht nach unten verjüngende Säulenkonfiguration der C-Säule ist ein Merkmal, das vom 220 SE-Coupé der Baureihe W 111/112 aus dem Jahr 1961 übernommen wurde. Typisch ist auch, dass sich die Seitenscheiben durch den Verzicht auf die B-Säule voll versenken lassen sowie die Kühlermaske mit den ausgeprägten horizontalen Lamellen, die seit dem legendären 300 SL Erkennungszeichen der Stuttgarter Coupés ist. Das neue Coupé ist etwas größer als das Vorgängermodell. Mit einer Länge von 5065 Millimetern, einer Breite von 1871 Millimetern und einer Höhe von 1418 Millimetern ist die Karosserie 75 Millimeter länger, 14 Millimeter breiter und 20 Millimeter höher als bisher. Sie bietet auf allen vier Sitzplätzen mehr Raum. Das Kofferraumvolumen vergrößert sich um 40 Liter auf 490 Liter.
Innen dominiert Luxus: Im Topmodell CL 600 gibt es eine hochwertige Lederausstattung, handverlesenes Pappelholz und einen mit Ziernähten abgesteppten Alcantara-Dachhimmel. Dazu hochwertige Sitze, verchromte Einstiegsleisten und lederumrandete, hochflorige Fußmatten. Fahrdynamische Multikontursitze mit Massagefunktion und Sitzbelüftung, das Festplatten-Navigationssystem Comand APS, ein Surround-Soundsystem mit DVD-Wechsler und das Zugangs- und Fahrberechtigungssystem Keyless go runden die Serienausstattung ab. Das fortschrittliche Bedienkonzept aus der S-Klasse optimiert das Zusammenspiel von Fahrer und Auto: Häufig genutzte Funktionen wie Autoradio, DVD-Spieler, Autotelefon oder Navigationssystem lassen sich je nach Gewohnheit per Schalter auf der Mittelkonsole, durch Tastendruck am Multifunktions-Lenkrad oder mithilfe des Comand-Controllers auf der Mittelkonsole steuern. Die neu entwickelten Sitze der CL-Klasse integrieren alle Komponenten des Gurtsystems direkt im Sitz. Bereits in der Serienausstattung lassen sich Längseinstellung, Lehnen- und Kissenneigung, Sitzhöhe, Kopfstütze und Sitzkissentiefe der Vordersitze elektrisch justieren. Mithilfe pneumatischer Lordosenstützen können Fahrer und Beifahrer die Lehnenkontur körpergerecht anpassen. Auf Wunsch stehen Komfortsitze mit aktiver Belüftung (serienmäßig im CL 600) sowie verbesserte Multikontursitze mit neun Luftpolstern und fahrdynamische Multikontursitze mit Massagefunktion (serienmäßig im CL 600) zur Auswahl.
Serienmäßig kommen in der neuen CL-Klasse Innovationen wie das Federungssystem Active Body Control (ABC) zum Einsatz, das in seiner neuesten Version mehr Fahrdynamik und Komfort bietet. Auf der Basis von Sensorsignalen und mittels spezieller Hydraulikzylinder an den Achsen kompensiert ABC die üblichen Wank- und Nickbewegungen der Karosserie beim Anfahren, bei Kurvenfahrt oder beim Bremsen fast vollständig. Ab 60 km/h senkt ABC die Karosserie kontinuierlich um bis zu zehn Millimeter ab, um den Luftwiderstand zu verringern und die Fahrstabilität zu verbessern. Das neue Intelligent Light System gehört zusammen mit Bi-Xenon-Scheinwerfern ebenfalls zur Serienausstattung und bietet fünf verschiedene Lichtfunktionen, die sich je nach Fahr- und Wettersituation einschalten: Das neue Landstraßenlicht leuchtet den linken Fahrbahnrand heller und weiträumiger aus als das bisherige Abblendlicht. Beim Autobahnlicht, das automatisch ab 90 km/h aktiv ist, entsteht ein gleichmäßiger, weit reichender Lichtkegel, der die Fahrbahn auf ihrer gesamten Breite ausleuchtet. Im Zentrum dieses Lichtkegels sieht der Autofahrer rund 50 Meter weiter. Neben einer Nebellicht-Funktion gehören die aktive Kurvenausleuchtung und Abbiegelicht gleichfalls zur Grundausstattung.
Ein präventives Insassenschutzsystem erkennt unfallträchtige Situationen bereits im Ansatz und aktiviert vorsorgliche Schutzmaßnahmen: Bei einer Notbremsung oder bei Schleudergefahr fährt das System den Beifahrersitz in eine günstige Position, so dass Gurte und Airbags beim Aufprall bestmöglich arbeiten können, und pumpt die Luftpolster in den fahrdynamischen Multikontursitzen auf. Zusätzlich schließen sich in kritischen Fahrsituationen mit hoher Querdynamik die Seitenscheiben und das Schiebedach. Gekoppelt ist das System mit der neu entwickelten Pre-Safe-Bremse. Sie arbeitet mit einem Bremsassistenten zusammen, der den Autofahrer vor einem drohenden Auffahrunfall optisch und akustisch warnt und automatisch den notwendigen Bremsdruck berechnet, um den Aufprall zu vermeiden. Reagiert der Autofahrer nicht auf die Warnhinweise, nimmt das System eine automatische Teilbremsung vor und verzögert das Coupé mit rund 40 Prozent der maximalen Bremsleistung. Durch modernste Radartechnologie ist es möglich, die Situation vor dem Auto zu erfassen und einen drohenden Unfall zu erkennen. Zwei Nahbereichs-Radarsensoren mit einer Reichweite von 30 Metern und einem Abtastwinkel von 80 Grad hinter den vorderen Stoßfängern und ein zusätzliches Fernradar, dass 150 Meter weit sehen kann, liefern die benötigten Daten.
Als Antrieb dienen die zur Zeit leistungsstärksten Mercedes-Motoren. Der Achtzylinder des CL 500 leistet 388 PS und entwickelt ab 2800 U/min ein maximales Drehmoment von 530 Newtonmetern. Damit ist eine Beschleunigung von null auf 100 km/h in 5,4 Sekunden möglich. Der Biturbo-Zwölfzylinder des neuen CL 600 kann das noch etwas besser. 517 PS und ein maximales Drehmoment von 830 Newtonmetern, das schon ab 1900/min zur Verfügung steht und bis 3500/min konstant bleibt, ermöglichen eine Beschleunigung auf 100 Stundenkilometer in lediglich 4,6 Sekunden. Geschaltet wird mit einem Automatikgetriebe mit der neuen Direct Select-Schaltung: Die Getriebestellungen „P“, „N“, „R“ und „D“ werden durch leichtes Antippen eines Wählhebels an der Lenksäule gewählt. Die Übertragung der Befehle erfolgt per Kabel auf rein elektronischem Wege.
(Text: Rainer Roßbach )
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