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Colin McRae R4: Einzelkämpfer
13.07.2006
Colin McRae, WRC-Rallyechampion von 1995 und zur Zeit bei Langstreckenrallyes unterwegs, plant unter die Fahrzeughersteller zu gehen. Am 7. Juli stellte der Schotte seine erste Eigenentwicklung, das R4 Performance Car, beim Festival of Speed im englischen Goodwood vor. Das Fahrzeug ist ein echter Rennwagen, der sowohl bei Rallyes, beim Rallye Cross, auf der Rundstrecke wie auch bei Eisrennen eingesetzt werden kann. Die Entwicklung begann im Januar 2005 auf einem weißen Blatt Papier mit dem Wunsch, ein Wettbewerbsfahrzeug zu definieren, dass sowohl den Fahrer wie auch die Zuschauer fasziniert. Sechs Monate später, nach intensiver Entwicklungsarbeit, war das Lastenheft fertig. Wiederum sechs Monate später konnte der fertige Prototyp im Park des Earl of March der Öffentlichkeit präsentiert werden. Vom Zuschnitt her entspricht der R4 einem Kompaktwagen, der mit Spoilern, großen Lufteinlässen und Scheinwerfern im Smart-Roadster-Look garniert ist. Prägnant ist der zentrale Lufteinlass über der Frontscheibe. Das Design wirkt professionell und aus einem Guss. Das Chassis, ein hochfester Stahlrahmen, wurde von McRae in Zusammenarbeit mit dem Ingenieur Dave Plant entwickelt. Die Karosserie besteht aus Carbonfiber und der Cockpitbereich wird zusätzlich durch Stahlbeplankungen verstärkt.
Die Räder sind an doppelten Dreieckslenkern aufgehängt und werden durch Proflex-Dämpfer unter Kontrolle gehalten. Sowohl für die Vorder- wie auch die Hinterachse sind mechanische Differentialsperren vorgesehen und optional werden sowohl Heck- oder Allradantrieb angeboten. Der Motor ist ein Cosworth Millington Diamond 2,5 Liter Vierzylinder, der normal beatmet wird und beeindruckende 350 PS abliefert. Die Leistung wird entweder durch eine manuelle Sechsgangbox oder ein halbautomatisches Sechsganggetriebe auf den Boden gebracht. In den kommenden Wochen wird der Colin McRae R4 fertiggestellt und von August bis Dezember einem intensiven Testprogramm unterzogen. Ziel ist, dem R4 Performance Car eine besonders hohe Zuverlässigkeit bei geringen Betriebskosten im Vergleich zu modernen WRC-Rallyeautos mit auf den Weg zu geben. Ab dem ersten Quartal 2007 sollen die ersten Fahrzeuge an Kunden gehen. Preise stehen noch nicht fest.
(Text: Rainer Roßbach )
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