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Aktualisiert am 31.12.2011
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Festival of Speed: 100 Jahre Grand Prix, 100 Jahre Targa Florio

17.07.2006

Renault AK90CV, Type 46
Ein Renault AK90CV von 1906 und ein Type 46 von 1907 dokumentierten den Anfang der Grand-Prix-Geschichte.
Doppelpfeil

Rund 150.000 Besucher fanden sich bei typisch englischem Sommerwetter zum Festival of Speed beim Earl of March ein. Mehr würden der Veranstaltung schaden, hatte seine Lordschaft befunden und die Anzahl der Karten, die wieder nur im Vorverkauf zu bekommen waren, entsprechend begrenzt. Trotzdem herrschte noch genug Andrang.

Für den nicht fachkundigen Besucher ist das Festival of Speed immer eine breite Show der Besonderheiten, regelmäßige Besucher erkennen allerdings die wechselnde Qualität der Veranstaltung. Drei besondere Leitthemen prägten die 2006er Ausgabe: 100 Jahre Grand -Prix-Geschichte, 100 Jahre Targa Florio und 40 Jahre CanAm. Jedes dieser Themen hätte genug Potential, um alleine eine Veranstaltung zu füllen, entsprechend hoch waren die Erwartungen.

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Der Tecno PA123 war 1972 erfolglos, Derek Bell gönnte sich trotzdem ein Wiedersehen mit dem Auto in GoodWood
Doppelpfeil

Mit dem ersten Rennen in Le Mans 1906, das Renault gewann, wurde eine Tradition begründet, die heute alle zwei Wochen weltweit Millionen Zuschauer fasziniert. Mit zwei Rennwagen von 1906, einem exakten Nachbau des Originalrennwagens, und 1907, dem ältesten erhaltenen Original, sowie einem aktuellen RE26 deckte Renault seine Grand-Prix-Geschichte ab. Mit Sechs weiteren Höhepunkten war dieser Themenschwerpunkt sehr gut besetzt: dem Mercedes- Siegerwagen des letzen Grand Prix vor dem ersten Weltkrieg, einem Audi 16-Zylinder-Rennwagen, dem Matra MS10, mit dem Jackie Stewart zum ersten Male Weltmeister wurde, dem Honda RE301, der der Höhepunkt und das Ende des ersten Engagements der Japaner in der Serie Ende der sechziger Jahre darstellte, dem Porsche 604, der den ersten und einzigen Formel-1-Erfolg der Marke vor der Tag-Turbo-Area erzielte und dem Tecno PA123 von 1972. Mit diesem Auto setzten sich die Brüder Pederzani ein Denkmal – und ruinierten ihre bis dahin in der Formel-2 und Formel-3 ausgesprochen erfolgreichen Firma. Die Entwicklung eines Rennwagens und eines 12-Zylinder-Boxermotors nach Ferrari-Vorbild überforderte die technischen und finanziellen Kapazitäten schon nach knapp einem Jahr. In dem sehr großen Feld dominierte ansonsten Bekanntes. Innovative oder skurrile Fahrzeuge waren, im Gegensatz zu den Veranstaltungen der letzen Jahre, Mangelware. Wir vermissten zum Beispiel den Brabham BT46B Staubsauger, die Lotus 25, 49, 56 und 72, den Tyrell P34, die alle schon bei früheren Veranstaltungen am Start waren. Die aktuelle Formel 1 war mit 8 Teams vertreten. Ferrari, McLaren, Renault, Williams, BMW-Sauber, Red Bull, Honda und Toyota nutzen das Festival of Speed, um den Fans einen im Formel-1-Zirkus so nicht möglichen Zugang zu Fahrern und Fahrzeugen zu verschaffen.

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Im Mercedes Grand Prix, der die Ausgabe von 1914 in Frankreich gewann, ist der Mechaniker nicht nur Beifahrer - er ersetzt die Benzinpumpe
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Die 40 Jahre CanAm wurden eher mittelmäßig präsentiert. Natürlich war der McLaren M8F der "Bruce and Danny-Show" zu sehen, wie auch der Lola T70 Spider, mit dem John Surtees die erste Runde der Meisterschaft 1966 gewinnen konnte, aber statt eines Porsche 917, eines Shadow oder eines Chapparal war der mäßig erfolgreiche March 717 erschienen.

Dafür brachten die 100 Jahre der Targa Florio dann wieder bemerkenswerte Fahrzeuge auf die Strecke: Allein Porsche war mit vier Siegerautos vertreten. Die Rennstrecke durch die Berge der süditalienischen Insel war wie geschaffen für die kleinen und leichten Rennautos. 1960 konnten Jo Bonnier und Hans Hermann mit dem 718 den ersten Sieg der Stuttgarter einfahren konnten, gegen deutlich stärkere einheimische Konkurrenz von Ferrari, Maserati und Alfa Romeo. Zwei weitere 718 kamen als dritter und fünfter in Ziel und begründeten eine Tradition, die bis zum letzten Rennen anhalten sollte. Der in Goodwood gezeigte Wagen ist eine Version des darauffolgenden Jahres mit dem 8-Zylinder-Motor des Formel-1-Rennwagens. Den dritten Sieg erzielten Willy Mairesse und "Meckie" Müller mit einem 906. Zwei Liter Hubraum genügten, um die großen Ferrari 330 und Ford FT40 auf die Plätze zu verweisen. Der 908/3, mit dem 1970 das Rundrennen in Sizilien gewonnen wurde, war eine Spezialentwicklung, die nur für dieses Rennen und die 1000km auf dem Nürburgring gebaut wurde. Drei Siege bei vier Einsätzen innerhalb zwei Jahren sind eine bemerkenwerte Erfolgsbilanz. Die Variante von 1970 war in Goodwood zu sehen. Der letze Porsche-Sieger und der letzte Sieger einer Targa-Florio passte dann wieder perfekt in die Porsche Tradition, als David gegen eine Armada von Goliaths zum Erfolg zu kommen. Der Porsche 911 RSR, mit dem das letzte Rennen 1973 gewonnen wurde, war eine stark modifizierte Rennversion des Carrera RS – und gewann gegen die inzwischen ausgereiften und standfesten 3-Liter-Prototypen. Porsche zeigte den Wagen, mit dem Herbert Müller, wieder einmal, und Gijs van Lennep gewannen. Letzter durfte das Auto den Berg hinauf fahren. Der Reigen der Sieger wurde ergänzt durch den Ferrari 312PB, mit dem Arturo Merzario und Sando Munari 1972 gewannen, als einziger Ferrari gegen eine Armada von vier Alfa 33/3. Dieser Alfa hatte das Jahr zuvor gewonnen.

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Gijs van Lennep trieb den RSR von 1973 mit viel Ehrgeiz und Einsatz den Berg hinauf
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Viele der Fahrzeuge wurden wieder von ihren ehemaligen Piloten gefahren, die Liste der Teilnehmer war wieder eine Zeitreise in die letzten 50 Jahre des Motorsports: John Surtees, Derek Bell, Arturo Merzario, Vic Elford, Nino Vacarella, Gijs van Lennep, Jochen Mass, Richard Petty,dis zu den Formel-1-Piloten Jeancarlo Fisicella und Nico Rosberg.

Ergänzt wurden diese Themenschauen durch Indy-Rennwagen, Tourenwagen, ein großes Rallyefeld, das sich auf einer eigenen Sonderprüfung beweisen. Weitere Ausstellungen widmeten sich offenen Zweisitzern der Fünfziger Jahre, Limousinen mit Mut zur Eigenständigkeit, den vierzigjährigen Jubiläum des Lanborghini Miura und Vespas und Lambrettas der Fünfziger und Sechziger und der Produktionsgeschichte von Bristol. Es gab wieder einmal viel zu entdecken.

Das Festival of Speed leidet unter einem Luxusproblem: es muss sich nur an sich selbst messen lassen. Selbst, wenn wie in diesem Jahr einige Wünsche offen bleiben, die Qualität und Bandbreite der gezeigten Fahrzeuge ist einzigartig, und Spaß hat man auch als regelmäßiger Besucher immer wieder. Die diesjährige Ausgabe war für den Insider vielleicht nicht perfekt, aber sie war gut. Gut genug, um empfehlenswert zu bleiben – allerdings wird man sich schnell entscheiden müssen, das Kartenkontingent bleibt beschränkt.

Panhard Levassor 1892 DeDionvBouton 1899 Fiat S75 GP 1911
Panhard Levassor 1892
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DeDion Bouton 1899
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1906, 2006, das Duell Renault gegen Fiat ist eine alte Geschichte
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Lancia Ferrari D50A @@bild1-tite1 Lotus Climax 33 1964
Lancias Erbe lebte als Ferrari D50A weiter
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Vanwall 1958, der Stolz der Engländer im Kampf gegen die rote Übermacht der frühen Jahre
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Lotus Climax 33 1964, der Nachfolger des 25 festigte Chapmans Ruf
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Watson Offenhauser Turbo 1963 Watson Offenhauser Turbo 1963 Parnelli-Offenhauser VPJ1 1972
Watson-Offenhauser 1963, trotz Turbo, die Zeit der Roadster ging in Indy zu Ende
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Offenhauser Turbo - Technik zum Anfassen?
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Parnelli-Offenhauser VPJ1 1972 - die Flügelkonstruktion bewährte sich nicht
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Parnelli-Offenhauser VPJ1 1972 Dodge Charger 1972 Alfa-Romeo 33/2 1966
Parnelli-Offenhauser VPJ1, 1,5 km Berg fordern ihren Tribut
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Dodge Charger 1972 - und Richard Petty mit Cowboyhut und Sonnenbrille
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Alfa-Romeo 33/2 1966, aus einer Zeit, als Rennwagen noch schön sein durften
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Porsche 906 @@bild1-tite1 Ferrari 312pb, Alfa 33/3
Porsche 906, 2l Hubraum reichten zum Sieg in der Targa Florio
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Porsche 907, Vic Elford machte einen 18-Minuten Rückstand wett und gewann 1968
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Eine Mitfahrgelegenheit bei Arturo Merzario wird gerne genutzt. Die Reihenfolge entspricht dem Zieleinlauf 1972
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Alfa Romeo 6C 2500 MM Spyder Bristol 406 Zagato 1959 Lamborghini Jota
Alfa Romeo 6C 2500 MM Spyder
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Nicht nur Aston Martin bediente sich in Italien mit Design: Bristol 406 Zagato 1959
Doppelpfeil
Lamborghini Jota, Ferrari geriet in Zugzwang
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McQuay-Norris Stromlinie 1934 Rover 2000 T4 Roller
McQuay-Norris Stromlinie 1934
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Der alternative Antrieb der Sechziger Jahre hieß Turbine: Rover 2000 T4
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Eine Sonderschau zeigte italienische Lebensart auf zwei Rädern: Vespa und Lambretta
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Honda RA301 Lloyd Weltrekordwagen 1954 Ferrari 375 1952
Honda RA301, ein Museumsstrück verdient angemessene Behandlung
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Lloyd Weltrekordwagen 1954, 26 Rekorde in Montlhery, mit 350 und 400cmm Zweitaktern
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Ferraris erster Versuch in Indianapolis, Drei Kuindenfahrzeuge vom Typ 375 1952 mit Werbung, nicht in rot und erfolglos
Doppelpfeil
 

(Text: Dieter Roßbach )
(Fotos: Dieter Roßbach, Rainer Roßbach )

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