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ADAC 1000km Rennen: Pescarolo siegt
22.07.2006
Die Trainingsergebnisse des diesjährigen ADAC 1000km-Rennens, das wieder unter der Federführung des französischen Club d’Automobile de l’Ouest stattfand, nahmen sich beinahe aus wie eine Wiederholung aus dem letzten Jahr: Nicolas Minassian hatte den schnellen DBA-Judd wieder auf die Pole gestellt. Der favorisierte Pescarolo Sport-C60, pilotiert von von Jean Christophe Boillion, Emanuele Collard und Eric Hélary, mußte sich mit dem dritten Platz begnügen, noch hinter dem Courage LC70-Mugen von Shinji Nakano und Haruki Kurosawa. Insgesamt neun LMP1-Prototypen, elf LMP2 sowie 24 GT in zwei Klassen qulifizierten sich für das Rennen. Als am Samstag Mittag um 11.45 die Startflagge fiel, setzte sich Courage-Startfahrer Nakano in den ersten fünf Runden an die Spitze. Erst dann gelang es dem französischen Favoriten mit Emmanuel Collard am Steuer die Spitze zu übernehmen. Ab dann war das Rennen eine Pescarolo-Show bis zum Ende des sechs Stunden langen Rennens gab das Team der Le Mans-Legende die Führung nicht mehr ab. Langeweile kam jedoch nicht auf. Der Creation DBA-Judd von Minassian/Gabbiani/Ortiz hatte am Start einige Plätze verloren und startete eine furiose Aufholjagd, während das schnelle Nakano-Auto wegen Kupplungsproblemen schon nach neun Runden die Segel streichen mußte. Und auch Jean-Marc Gounon auf dem Werks-Courage LC70 trumpfte auf. Mit konstant schnellen Runden machte er Druck auf den Pescarolo-Jud und eröffnete sich in der 41 Runde die Chance, den Führenden zu überholen. In der Bit-Kurve kollidierten die beiden Kontrahenten und Gounon bezahlte seine Aktion mit einem Dreher, der ihn 15 Sekunden kostete.
Nicht richtig in Schwung kam dagegen der Zytek 06S von Stefan Johansson und Hideki Noda, der letztes Jahr eine großartige Aufholjagd vom letzten Platz der Startaufstellung geboten hatte. Ein Dreher, produziert von Hideki Noda, warf das schwedisch-japanische Team zurück und nach einem außerplanmäßigen Boxenaufenthalt waren alle Chancen dahin, auf einen vorderen Platz zu kommen. Gut lief es für den “Racing for Holland”-Dome-Judd im typischen schwarz-weißen Design: Alex Yoong und Jan Lammers konnten zwar nicht zur Spitze aufschließen, war aber so schnell, dass sie über lange Zeit Ihre Verfolger auf Distanz halten konnten und sich auf dem zweiten Platz einrichteten. Das Creation-Team, dass sich mittlerweile auf den dritten Platz vorgearbeitet hatte, erlitt auf Höhe der Boxenmauer einen Reifenschaden und wurde auf den siebten Rang zurückgeworfen. Bis zum letzten Viertel der Renndistanz hatte sich das Team wieder nach vorne gearbeitet, und die starke Vorstellung wurde belohnt. Nicolas Minassian hatte bald wieder das Heck des zweitplatzierten Dome vor sich. Alex Yooung ließ sich in einen Dreher treiben und bescherte dem Creation-Team einen verdienten zweiten Platz. Überlegener Sieger bei den den LMP2-Prototypen war das nie gefährdete Pescarolo-Team. Um 17.49 Uhr sah Eric Helary mit drei Runden Vorsprung als Sieger die karierte Flagge. Die Klasse der LMP2-Prototypen gewann der Lola B05/40-AER mit Miguel Amaral, Miguel Angel Castro und Angel Burgueno am Lenkrad, vor dem schottisch-amerikanischen Binnie Motorsports-Lola 05/42 Zytek. gefahren von William Binnie, Allan Timpany und Sam Hancock. Die LMGT1-Trophäe ging an den Aston Martin Labre-DBR9 mit Pedro Lamy, Gabriele Gardel und Vincent Vosse am Volant und die LMGT2-Wertung gewann das italienische Ferrari 430 GT-Team Stefano Zonca, Andrea Bellicchi und Marco Cioci. Großartiger Motorsport am Ring also, dem man etwas mehr Aufmerksamkeit von deutscher Seite wünscht: Die Teilnahme eines Audi R10 oder eines Porsche RS Spyder wären eine gute und verdiente Werbung für dieses hochklassige Rennen. Hoffentlich machen die deutschen Werke nächstes Jahr dieses unterhaltsame und spannende Motorsportereignis zu einem echten Saisonhöhepunkt.
(Text: Rainer Ro&lig:bach )
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