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Aktualisiert am 31.12.2011
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Bristol Zagato 406Z: Englisches aus Italien

24.07.2006

Bristol Zagato 406Z
Der Bristol Zagato 406Z ist der letzte Höhepunkt der Sechszylinderbaureihen des englischen Luxusherstellers
Doppelpfeil

Was liegt näher bei einen Karosseriebauer wie Zagato, der seine Reputation mit Leichtbau und ausgefeilter Aerodynamik gewonnen hat, als die Zusammenarbeit mit einem Automobilhersteller, dessen Wurzeln in der Flugzeugindustrie liegen? Nach Ende des Zweiten Weltkriegs suchte der englische Bomberbauer Bristol nach neuen, attraktiven Geschäftsfeldern und sah im Automobilbau die Chance, die ganz speziellen Fertigkeiten aus dem Luftfahrzeugbau in der Friedensproduktion zu nutzen.

Die Situation war günstig: Als Reparation hatte man vom Kriegsverlierer Deutschland die hochklassige Technik des BMW 328 bekommen, mit dem die Bayern eine Reihe von spektakulären Sporterfolgen erzielt hatten. Die ersten Bristol trugen noch die typische BMW-Niere und bis 1961 hatte man die Münchner-Vorkriegstechnik unter der Haube. Englische Kleinhersteller wie AC oder TVR wußten die robuste und leistungsstarke Technik gleichermaßen zu schätzen.

Bristol Zagato 406Z in Mailand
Anfang der Sechziger Jahre präsentiert Zagato stolz zwei Drittel der Gesamtproduktion des 406Z vor dem Werkstor

Die Entstehung des Bristol Zagato ist einer privaten Initiative zu verdanken. Patthey, Importeur von AC und anderen Luxusmarken für die Schweiz, gab bei den Mailändern ein AC ACE Coupé in Auftrag. 1958 hatte er ein leichtes und aerodynamisch ausgefeiltes Fahrzeug zur Hand, mit dem regionale Rennen bestritten werden sollten. Selbstverständlich hatte der Sportwagen eine Aluminiumkarosserie und die typischen "Double Bubble" im Dach.

Wie alle AC der Zeit wurde auch diese Sonderanfertigung von einem Bristol-Reihensechszylinder angetrieben, der mit seinen 130 PS das Coupé auf eine Spitzengeschwindigkeit von 180 Stundenkilometern beschleunigte. Das Ergebnis überzeugte und deshalb entwickelte der Mailänder Karosseriebauer einen GT auf der Basis des Bristol 406. Die Technik war identisch mit der seit 1957 produzierten Limousine, die, obwohl an eine sportliche Kundschaft adressiert, gleichwohl vier vollwertige Sitzplätze bot.

Im Verhältnis zur zweitürigen Limousine wies der 406Z eine niedrigere Linie, ein Aluminiumkleid und damit ein geringeres Gewicht auf. Aber auch der Zagato hatte vier Sitzplätze und bot damit mehr Nutzraum als ein klassischer GT. Motorisiert wurde die italienisch-englische Coproduktion von einem auf 2,2 Liter Hubraum vergrößerten Reihensechszylinder.

Bristol Zagato 407Z
Der Bristol Zagato 407Z blieb ein Einzelstück

Seite an Seite mit dem legendären Aston Martin DB4 GT Zagato schmückte der Bristol den Stand der Italiener auf der Londoner Autoshow im Jahr 1961. Der Bristol Zagato ist jedoch das exklusivere Auto: Nur sieben Exemplare wurden gebaut, während der Aston Martin auf vergleichsweise inflationäre 19 Exemplare kommt. Rarer ist nur noch der Bristol 407 Zagato, von dem ein einziges Exemplar entstand.

Der AC Bristol Zagato, bis 1963 im Angebot, ist eines der seltensten Fahrzeuge überhaupt – und er ist der Abgesang auf die BMW-Vorkriegstechnik, die in Großbritannien so lange überlebt hat. Ab der 407er Baureihe, die 1961 eingeführt wurde, waren alle Neuentwicklungen aus der englischen Hafenstadt mit amerikanischen Chrysler-Motoren ausgerüstet.

(Text: Rainer Roßbach )
(Fotos: Dieter Roßbach/Zagato )

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