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Aktualisiert am 31.12.2011
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Rallye-Lancias: 74 Siege in der Weltmeisterschaft

26.07.2006

Lancia Stratos
Mit Sandro Munari am Steuer gewann der Lancia Stratos 1975 bis 1976 die Weltmeisterschaft. Die WM-Karriere des avantgardistischen Bertoneentwurfs endete jedoch erst mit einem Sieg bei der Tour de Corse 1981 durch Darniche/Mahé
Doppelpfeil

Lancia hat viele Erfolge bei der Rallye Monte Carlo gefeiert. Dreizehn Mal siegten Teams des italienischen Herstellers bei der „Monte“. Als erster hielt 1954 die französische Grand-Prix-Legende Louis Chiron, der einen Lancia Aurelia GT steuerte, den Siegespokal in Händen und 1972 feierte der große Sandro Munari den ersten seiner insgesamt vier Siege. Einmal gewann er auf Lancia Fulvia HF 1600 und drei Mal auf dem avantgardistischen Lancia Stratos. Damit ist der Italiener – zusammen mit Walter Röhrl und dem Finnen Tommi Mäkinen – Rekordhalter. Zwischen 1987 und 1992 war der Lancia Delta fünf Mal das Fahrzeug des Siegers – der Turiner Allradler ist noch immer das erfolgreichste Modell in der Geschichte der Rallye Monte Carlo.

Am Anfang stand die Idee, ein im Radsport bereits etabliertes Prinzip mit einer Autorallye auszuprobieren. Alexandre Noghès, Vorsitzender des illustren Clubs „Sport Automobile Vélocipédique Monégasque“, lud 1911 zum ersten Mal die Automobilisten Europas zu einer Sternfahrt nach Monte Carlo ein. Heute ist die einst relativ gemütliche touristische Fahrt die älteste und mit Abstand berühmteste Rallye der Weltmeisterschaft. Ein Sieg bei der Rallye Monte Carlo gilt noch immer mindestens genauso viel wie der eigentliche WM-Titel. Traditionell eröffnet die "Monte" rund um das Fürstentum an der Cote d’Azur die Weltmeisterschaftssaison.

Doch Siege bei der Rallye Monte Carlo sind nur das Sahnehäubchen auf der Erfolgsbilanz von Lancia. Mit insgesamt 74 Siegen bei Weltmeisterschaftsrallyes steht die Marke auch mehr als zehn Jahre nach dem Ausstieg aus dem Rallyesport mit weitem Abstand an der Spitze der Bestenliste. Zehn Mal errang das Turiner Werksteam den Titel in der Hersteller-Wertung (offiziell eingeführt 1973), darunter von 1987 bis 1992 sechs Mal in Folge. Auch das ist Rekord. Der Italiener Miki Biasion (1988 und 1989) und der Finne Juha Kankkunen (1987 und 1991) holten insgesamt vier Titel in der seit 1979 eingeführten Fahrer-Weltmeisterschaft. Hätte es zuvor bereits einen offiziellen Fahrertitel gegeben, hätte ihn Sandro Munari weitere zwei Mal (1974 und 1976) gewonnen. Dazu kommen noch 14 Europameistertitel und viele nationale Meisterschaften.

Auch in Deutschland feierte Lancia Erfolge, 19 Siege in der Meisterschaft stehen zu Buche. 1978 verpasste Walter Röhrl auf dem Stratos trotz vier Laufsiegen während der Saison den Titel knapp. 1990 war es dann soweit – Ronald Holzer pilotierte den Lancia Delta integrale 16V zu vier Laufsiegen und wurde Deutscher Rallyemeister.

Die Ingenieure des Lancia Werksteams verstanden es dabei immer, nicht nur schnelle, sondern auch schöne Fahrzeuge zu konstruieren. Gut erhaltene oder restaurierte Lancia Fulvia, Lancia Stratos, Lancia Rally 037 oder Lancia Delta integrale sind auch heute Stars bei historischen Rallyes.

Lancia Fulvia HF Lancia Rally 037 Lancia Delta Integrale
Später Sieg: Die Fulvia war seit 1963 auf dem Markt. Erst in ihrem letzten Produktionsjahr 1972 gewann Munari mit der Fulvia HF 1600 die Monte
Doppelpfeil
Lancia trat mit dem heckgetriebenen Rally 037 gegen die Audi Quattro an: 1983 triumphierte Walter Röhrl in Monaco
Doppelpfeil
Juha Kankkunen, Miki Biasion und Juha Kankkunen holten mit den verschiedenen Ausbaustufen des Lancia Delta HF integrale vier Weltmeisterschaften
Doppelpfeil
 

(Text: rr/pt )
(Fotos: Rainer Roßbachs)

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