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De Tomaso Pantera GTS: Starke Katze
27.07.2006
Der Pantera ist das Modell. dass den Namen des italienischen Sportwagenhersteller De Tomaso in der Welt bekannt gemacht hat. 1970 wurde der Sportwagen auf der New Yorker Autoshow enthüllt und die USA waren auch der Markt, für den der Zweisitzer gedacht war. Das Mittelmotorcoupe wurde in den Staaten von der Ford-Vertriebsorganisation angeboten und die Ziele waren ambitioniert: Mit seinem Fünfliter-V8 aus dem Ford-Regal sollte der Pantera auf dem amerikanischen Markt der Chevrolet Corvette Paroli bieten. Und Alejandro de Tomaso, gebürtiger Argentinier und der Kopf hinter dem Projekt, sah natürlich für sich auch die Chance, richtiges Geld zu verdienen. Schon das Vorläufermodell Mangusta, 1966 vorgestellt und in 400 Exemplaren gebaut, wurde von einem 4,7 Liter Ford V8 angetrieben. Das Nachfolgemodell indes begründete eine enge Zusammenarbeit mit Ford, das in seinem Programm einen schnellen, großen GT mit Mittelmotor haben wollte. Die Affinität von Henry Ford II zu Italien, der ja schon 1963 Ferrari kaufen wollte, hatte sicher Einfluß darauf, dass das sportlichste Modell der Dearborner eine deutliche italienische Abstammung zeigte. Aggresiv geformt und mit scharfen Linien versehen ist der Pantera ein Archetyp des Sportwagendesigns. Gezeichnet wurde er vom damaligen Chef von Ghia, dem Amerikaner Tom Tjaarda, der unter anderem auch für Pininfarina und Ital Design gearbeitet hatte. Gebaut wurde die Karrosserie zunächst bei Vignale in Turin und später von der Fiat-Tochter Maggiora.
Das technische Konzept stammte von zwei renommierten Ingenieuren: Gianpaolo Dallara hatte vorher bei Lamborghini gearbeitet und Guerino Bertocchi kam von Maserati, wo er an der Entwicklung des Bora beteiligt war. Im Gegensatz zum Mangusta,der einen Zentralrohrrahmen besass, war der Pantera sebsttragend ausgelegt und ganz aus Stahl gefertigt, was der strukturellen Festigkeit entgegenkam und vor allem einer kostengünstigeren Fertigung. Der zentral montierte 5,7 Liter große Cleveland-V8 von Ford entwickelt im GTS 330 PS und ist mit einem ZF-Fünfganggetriebe gekoppelt. Die Leistungen waren für die frühen Siebziger Jahre beeindruckend: Der Spurt von Null auf 100 erfolgt in 6,2 Sekunden und bei einer Drehzahl von 6050 U/min wird im höchsten Gang die Spitzengeschwindigkeit von 260 km/h erreicht. An Dreieckslenkern einzeln aufgehängte Räder sorgen für einen guten Fahrbahnkontakt, Girling-Scheiben an allen vier Rädern verzögern den 1420 Kilogramm schweren und lediglich 1,10 hohen Mittelmotorsportler. Der Pantera wurde über das Lincoln-Mercury-Vertriebsnetz angeboten. Trotz des harten Fahrwerks und der hohen Geräuschentwicklung war das italienische Coupé ein Erfolg. Bis Ende 1973 wurden 6128 Exemplare abgesetzt. Danach kündigte Ford aufgrund der schlechten Verarbeitung die Verbindung auf, die Energiekrise besorgte den Rest. Der Pantera überlebte, auch wenn zeitweise nur 50 Exemplare pro Jahr gefertigt wurden. Diese gab es dafür in zahlreichen Varianten.
In Europa reichte die Leistungsbreite von anfänglich 300 PS bis zum GT4 mit 500 PS, in den USA lag das Spektrum zwischen 330 PS bis zur ausschließlich erhältlichen 266 PS-Variante im Jahr 1974. Die offizielle Produktion endete 1990, die geschätzte Gesamtproduktion soll etwa bei 7260 Exemplaren liegen. Damit dürfte der Zweisitzer das meistgebaute De Tomaso-Modell sein. Am Ende war der Pantera mit seinem gewaltigen Spoilergebälk und Zutaten aus dem Tunerregal im ästhetischen Rotlichbezirk angekommen, was seiner Reputation nachhaltig geschadet hat. Ein unvoreingenommener Blick auf ein unverbasteltes Exemplar der frühen Jahre zeigt den De Tomaso aber als das was er ist: Ein spektakuläres und gradliniges Sportwagendesign der frühen Siebziger Jahre, das zum Besten gehört, was damals gezeichnet wurde. Das schlägt sich mittlerweile auch in den Preisen nieder: mehr als 50.000 Euro müssen für ein gutes Exemplar auf den Tisch gelegt werden.
(Text: Rainer Roßbach) |
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