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Aktualisiert am 31.12.2011
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100 Jahre Targa Florio: Der schwierigste Kurs der Welt

29.07.2006

Siffert Porsche 908/3
Jo Siffert gewann 1970 zusammen mit Brian Redman im Porsche 908/3 mit einem Schnitt von 120,151 km/h. Für die 11 Runden benötigte das Team 6h 35' 30"
Doppelpfeil

Der sizilianische Klassiker wurde seit 1906 als Sportwagen-Langstreckenrennen auf öffentlichen Bergstraßen in Sizilien ausgetragen. Gegründet wurde „die Targa“ von Vincenzo Florio, der auch die Veranstaltung um den Coppa Florio in Norditalien ins Leben rief. In den 20er Jahren war „die Targa“ das wichtigste Rennen, von unschätzbarem sportlichen Wert für die Teilnehmer, denn andere prestigeträchtige Veranstaltungen wie das 24-Stunden-Rennen von Le Mans oder die Mille Miglia standen erst Jahre später im Rennkalender.

Die Streckenvariante der „Grande Madonie“ mit ihren ursprünglichen 148 Kilometern (1912 bis 1914 gefahren) war quasi eine Insel-Rundfahrt. Von 1919 bis 1932 betrug die Rundenlänge 108 Kilometer, danach waren es etwa 72 Kilometer für eine Runde. Der klassische Kurs der „Piccola Madonie“ führte im Gegenuhrzeigersinn von Cerda über Caltavuturo und Collesano aus über 600 Meter hoch gelegene Bergstraßen hinab auf Meereshöhe, wo die Wagen ab Campofelice di Roccella auf der langen Buonfornello-Geraden am Meer entlang jagten, die mit mehr als sechs Kilometern länger war als die längste Gerade in Le Mans. Diese Runde wurde meist zehnmal absolviert, wobei die Fahrzeuge einzeln im 20-Sekunden-Takt gestartet wurden, denn Überholmanöver sind auf der engen Strecke schwierig. Ein Start im Pulk war undenkbar.

Die Schnellsten brauchten nur noch eine gute halbe Stunde für eine Runde. Helmut Marko stellte 1972 im Alfa Romeo den Rundenrekord im Rennen mit 33:41 Minuten (Schnitt von 128,253 km/h) auf. Der Schnellste war Leo Kinnunen schon 1970 im Training in einem Porsche 908/3 mit einem Schnitt von 128,571 km/h bzw. 33:36 Minuten.

PORSCHE CARRERA 6
Der Belgier Willy Mairesse und der Schweizer Herbert Müller auf Porsche Carrera 6 entschieden die 1966er Targa für sich
Doppelpfeil

Eine Besonderheit war, dass schon vor dem Rennen im Straßenverkehr trainiert wurde, um sich die Abfolge der rund 900 Kurven einprägen zu können. Dazu wurden Rennwagen mit Straßenzulassungen versehen, selbst die Porsche 908 hatten ein Stuttgarter Kennzeichen am Heck, für jeden deutschen TÜV-Beamten undenkbar. Herbert Linge, 1964 Zweiter auf einem Porsche 904 GTS, sagt, dass die Strecke die allerhöchste Herausforderung an den Fahrer war: "Bei dem Kurs konnte man sich nur die ganz schnellen und die ganz langsamen Passagen merken, alles andere ging nur mit Gottvertrauen. Viele sagen, dass der Nürburgring schwer zu lernen ist, aber die Madonie ist mit nichts zu vergleichen".

Aufgrund der Erfolge auf dieser anspruchsvollen Strecke, die den zunächst hubraumschwachen Wagen 1956 erstmals einen sensationellen Gesamtsieg in einem wichtigen WM-Rennen bescherte, nannte Porsche eine offene Version des 911 „Targa“. Unter sinnreicher Verwendung des Begriffes, der Schild bedeutet, hat man das Cabriolet mit breitem Überrollbügel so genannt, analog zu den Rennversionen namens Carrera (Rennen), die nach der Carrera Panamericana benannt wurden.

Die Teilnehmerliste der Targa Florio beinhaltete so klangvolle Marken wie Fiat, Bugatti, Alfa Romeo, Maserati, Lancia, Ferrari, Mercedes und Porsche. Bis 1974 hatte die Veranstaltung teilweise WM-Status, bis 1977 wurde es als nationales Rennen mit Sportprototypen ausgetragen, später als Rallye mit kurzen Wertungsprüfungen auf den Bergstraßen Siziliens. Die Coppa Floria hingegen kam noch bis 1981 zur Austragung. Seit ein paar Jahren wird der "Giro di Sicilia" wieder als Rundfahrt, diesmal aber für klassische Fahrzeuge, ausgetragen.

(Text: Jörg-Thomas Födisch )
(Fotos: Porsche )

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