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24h Spa-Francorchamps: Ein Sprintrennen bis zur letzten Minute
06.08.2006
Die Proximus 24 Stunden von Spa-Francorchamps sind seit 2001 der Saisonhöhepunkt der FIA GT Serie und stellen die Teams vor besondere Herausforderungen. Statt der üblichen drei Stunden Renndistanz geht das Rennen in Belgien zweimal rund um die Uhr. Der erhöhte Personal- und Materialaufwand wird dafür mit der doppelten Punktezahl belohnt und so ist es nicht verwunderlich, dass in den letzten fünf Jahren der Gewinner dieses Rennens auch am Ende des Jahres die Teamwertung in der FIA GT Meisterschaft gewann. Dabei erhalten die schnellsten Teams nach sechs und nach zwölf Stunden jeweils ein Viertel der Punkte, die restlichen Zähler gibt es analog zu den drei Stunden Rennen nach der Zieldurchfahrt. Aber nicht nur für die Aktiven ist das 24 Stundenrennen ein Highlight auch den zahlreichen Fans, die an der Strecke campieren, wird einiges geboten. Im Rahmenprogramm findet sich vieles, was die Rundstrecke zu bieten hat. Neben der Loyds TSB Insurance British F3 International Series und der World Series 3.5 als Vertreter des Formelsports, startet der Trofeo Audemars Piquet Maserati Europa Markenpokal. Abgerundet wird das Ganze durch die FIA GT3 European Championship. Für packenden Motorsport von Mittwoch bis Sonntag ist also gesorgt. Besonderer Höhepunkt ist die Fahrzeugparade am Mittwoch, die von der Strecke nach Spa zum Casino und zurück führt, bevor am Donnerstag die ersten freien Trainings absolviert werden.
Im ersten Nachtqualifying der FIA GT am Donnerstagabend sicherte sich das Phoenix Team Lémeret/Deletraz/Piccini/Fässler in ihrem Aston Martin DBR9 mit knappem Vorsprung vor den beiden Vitaphone Maseratis MC 12 GT1 die Pole Position. Dabei musste sich Maseratis Nummer Eins Van De Poele/Bartels/Bertolini dem Schwesterauto von Vosse/Davies/Biagi geschlagen geben. Dahinter folgten Pescatori/Babini/Enge/Kox vom Team Aston Martin Racing BMS, die GLPK Racing Corvette C6-R mit Longin/Kumpen/Hezemans/Mollekens und der Zakspeed Racing Saleen S7-R von Bert/Janis/Montermini/Charouz. Nach zwei Siegen in den ersten drei WM Läufen der Saison 2006 und einem überragenden Doppelsieg im Jahr 2005 galten die Maserati MC 12 GT1 des Vitaphone Racing Teams als Favoriten. Aber auch das Team Zakspeed Racing rechnete sich nach dem Sieg in Brünn einiges aus. Die weiteren Anwärter auf dem Gesamtsieg waren zwei Corvette C6-R, zwei Corvette C5-R und insgesamt vier Aston Martin DBR9. Ebenso hart umkämpft war die GT2 Klasse, die mit 18 Fahrzeugen die meisten Teilnehmer ins Rennen schickte. Heißester Sieganwärter waren hier die überlegenen Ferrari 430 GT2 vor den diversen Porsche Teams und dem Spyker C8 Spider GT2 R
Zum Start am Samstag um 16 Uhr zeigte sich das Ardennenwetter von seiner besten Seite, als der Rennleiter die 43 Boliden auf die Reise schickte. Bereits in den ersten Stunden zeigte sich der Charakter des Rennens. Einige Überholmanöver zwischen dem Phoenix Racing Aston Martin und den beiden Vitaphone Racing Maseratis fesselten das Publikum und zeigten, wie ausgeglichen das Kräfteverhältnis an der Spitze war. Nach nur zwei Stunden, in Runde 44, kam aber schon das Aus für den Maserati mit der Startnummer 2. Wasserverlust und eine daraus resultierende Überhitzung inklusive eines kleinen Feuers in der Box besiegelten das frühe Rennende des im Vorjahr noch so überlegenen und standfesten Maserati MC 12 GT1. In der GT2 setzten sich schnell die Ferrari 430 GT2 von der Scuderia Ecosse und AF Corse ab und fuhren die Führung in der Klasse unter sich aus. Schon bald verlor der Scuderia Ecosse Ferrari von Kinch/Kirkaldy/Franchitti an Boden, so dass die beiden AF Corse Ferrari bei der ersten Punktevergabe nach sechs Stunden schon drei Runden Vorsprung auf den Drittplazierten GPC Ferrari 430 GT2 hatten.
Zu diesem Zeitpunkt führte in der GT1 der Phoenix Aston Martin DB9R mit knapp acht Sekunden vor dem Vitaphone Racing Maserati und mit 17 Sekunden vor der GLPK Racing Corvette C6-R. Der Viertplazierte Zakspeed Saleen hatte zu diesem Zeitpunkt schon einen Rückstand von zwei Runden auf die Spitze. Auch bei Halbzeit des Rennens, bei der nächsten Punktevergabe, hatte sich auf den Führungspositionen in der GT1 und der GT2 nichts verändert. Die Spitze nahm weiterhin Phoenix Racing vor dem Vitaphone Maserati und der GLPK Corvette ein. Auch die GT2 zeigte mit den AF Corse Ferraris vor dem GPC 430 GT2 ein gewohntes Bild. Im Laufe des Rennens verlor das GLPK Racing Team um Longin/Kumpen/Hezemans/ Mollekens einige Runden auf die beiden Führenden und musste sich am Ende mit Platz drei und acht Runden Rückstand zufrieden geben. An der Spitze tobte bis in die letzte Rennstunde ein engagierter Zweikampf zwischen Maserati Nummer Eins und Aston Martin Nummer Fünf.
Nach Ablauf der 23. Stunde betrug der Abstand zwischen dem führenden Vitaphone Maserati und dem zweitplatzierten Phoenix Aston Martin nur knappe 25 Sekunden. Erst zehn Minuten vor Ablauf der 24 Stunden wurde dieses aufregende Rennen entschieden, als Lémeret/Deletraz/Piccini/Fässler die Box zu einem kurzen Splash&Dash ansteuerten, um Benzin für die letzten Rennrunden nachzufassen. Somit sicherten sich Van De Poele/Bartels/Bertolini im Vitaphone Maserati MC 12 GT1 zum zweiten Mal nach 2005 den wohlverdienten Sieg, während die Phoenix Mannschaft mit einer hervorragenden Vorstellung den zweiten Platz errang. Vierter hinter der GLPK Racing Corvette wurde das Zakspeed Racing Team um Bert/Janis/Montermini/Charouz in ihrem Saleen S7-R. In der GT2 dominierten weiterhin die beiden Ferrari 430 GT2 des AF Corse Teams und so gewannen dort Salo/Aguas/Scheider vor Bobbi/Melo/Ortelli und Kinch/Kirkaldy/Franchitti ebenfalls auf Ferrai 430 GT2 des Teams Scuderia Ecosse. In der Klasse G2 sicherte sich das Manthey Racing Team mit einem Doppelerfolg den Klassensieg. Die Porsche 997 GT2 von Luhr/Maassen/Tiemann und Bernhard/Lieb/Lamy waren in dabei so überlegen, dass der drittplatzierte Ferrari 360 Modena 20 respektive 14 Runden Rückstand auf die beiden Manthey Porsche hatte. Sieger in der G3 wurden Chaillet/Nef/Deman/Geoffroy auf der Dodge Viper Competition Coupe des Signa Racing Teams vor Duval/Kerkhove/Kelders/Nelissen-Grad im Porsche 997 GT3 Cup und Duqueine/Lesoudier/Rousselot/Wasover ebenfalls Dodge Viper Competition Coupe.
(Text: Matthias Behrndt )
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