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Schloss Dyck Classic Days: Klein-Britannien
11.08.2006
In England haben Veranstaltungen mit klassischen Fahrzeugen in stilvollem Ambiente Tradition und großen Zuspruch. Nun hat dieser Trend auch Deutschland erreicht. Ein Schloß, ein großer Garten, lustvoll drapierte Oldtimer und eine abgesperrte Strecke, damit die Autos auch Fahrzeuge sein dürfen, das sind die Grundbausteine, aus denen die Classic Days in Schloss Dyck bei Neuss geformt wurden. Mit einem Concours, einer Gleichmäßigkeitsprüfung und einem Oldtimertreffen sollte ein möglichst breites Publikum angesprochen werden. Die Wahl des Veranstaltungsorts ist wohlüberlegt. Das Wasserschloss Dyck liegt im Einzugsgebiet von Düsseldorf, dem Ruhrgebiet, Köln und auch Belgien und Holland. Eine verständnisvolle Obrigkeit erlaubte, einen kleinen Rundkurs über öffentliche Straße abzustecken. Dabei hat man zum Glück auf Absperrmaßnahmen wie beim Solitude-Revival verzichtet, statt Bauzäune kamen stilgerecht Strohballen zum Einsatz. Leider war die Rundstrecke sehr kurz.
Der große englische Landschaftsgarten, in den das Schloss eingebettet ist, wurde im frühen 19. Jahrhundert als Pflanzensammlung angelegt. Über 200 Jahre alte Baumgruppen und verschlungene Wege bilden eine wunderschöne Bühne für die Teilnehmer des Concours d'Elegance. Auf den Höfen, Brücken und Wegen des auf vier Inseln verteilten Bauwerks war Raum für die restlichen Teilnehmer. Das Spektrum der gezeigten Fahrzeuge reichte von einem DeDion-Bouton Vis-A-Vis von 1901 bis zu einem Lamborghini Countach 5000S. Das ist für eine Premierenveranstaltung ordentlich, einige Replikas und der VW-Porsche 914/6 mit einem historisch nicht korrekten 2,4l-Motor aus dem 911S sind nur Kennern aufgefallen. Diese werden sich an dem DKW F1 GP Monoposto oder dem wieder erstandenen AFM-Rennsportwagen gefreut haben. McLaren M8F, Maserati 250F, Formel-Ford und Zweilitersportwagen brachten Renngeschichte auf die Strecke.
Selbst ein aktueller Formel-1-Rennwagen war zu sehen. Porsche und Ferrari waren stark vertreten, und viele der Fahrzeuge kamen aus der Umgebung des Schlosses. Insgesamt war die Zusammenstellung des Feldes aber gelungen und bot einige Überraschungen. Und auch die Besucher trugen ihren Teil dazu bei. Wer mit einem Klassiker anreiste, der durfte auf der Oldtimer-Wiese direkt am Schloss parken. Und so füllte sich der Platz mit Ford GT40, Capri RS, Citroen HY, Opel Kadett A Coupe, BMW 700 Cabrio, diversen Amerikanern, den üblichen britischen Roadstern, vielen Ferraris und einigen Franzosen. Die ersten Classic Days waren eine eher kleine Veranstaltung mit starkem regionalem Bezug. Der Zuspruch läßt auf eine Wiederholung hoffen und das Ambiente wird dafür sorgen, daß sich die Qualität der Exponate noch steigert. Moderate Preise und gutes Wetter sorgten dafür, daß der Parkraum rund um das Schlossgelände schon früh am Samstag erschöpft war. Hier besteht auch für das nächste Jahr Handlungsbedarf, die Parkplatzsituation muss verbessert werden.
(Text: Dieter Roßbach ) |
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