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Aktualisiert am 31.12.2011
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DTM Nürburgring: Generationenkonflikt bei Mercedes

31.08.2006

DTM Start
Eifelwetter am Start: Das Feld startete auf Regenreifen
Doppelpfeil

Auch ohne Opel sorgte das Gastspiel der DTM 2006 für volle Tribünen in der Eifel. Nach offiziellen Angaben waren es mit 116.000 Besuchern sogar noch mehr als im Vorjahr. Das Training und das Qualifying versprachen spannenden Motorsport, allerdings entwickelte sich das Rennen dann eher zu einer Ein-Mann-Show.

In der Schlussphase des Qualifyings überschlugen sich zunächst die Ereignisse. Bernd Schneider fuhr in seiner letzten Runde Bestzeit, musste sich jedoch kurz vor dem Ende der Session Tom Kristensen beugen, der Schneiders Zeit noch unterbot. Den aufbrausenden Jubel in der Audi-Box beendete Sekunden später Bruno Spengler, der sich in 1:23.462 Minuten die Pole Position sicherte. Die ersten acht Fahrer lagen dabei innerhalb einer Sekunde, ein Beweis für die Leistungsdichte in der DTM.

Wie im Vorjahr setzte am Renntag kurz vor dem Start heftiger Regen ein, alle Piloten wechselten auf Regenreifen. Beim Start fuhr Kristensen zwar schnell an, musste jedoch aufgrund durchdrehender Räder noch einmal kurz vom Gas und bog so erst als Sechster in die Mercedes-Arena ein. Bruno Spengler hingegen nutzte die Vorteile des ersten Startplatzes und ging sofort in Führung. Christian Abt hatte einen Superstart und lag sogar kurzzeitig vor Bernd Schneider, der sich aber noch in der Startrunde auf den zweiten Platz vorkämpfte. Damit waren die vorderen beiden Plätze vergeben. Spannung gab es während des gesamten Rennverlaufs nur noch auf den Plätzen, weder die Boxenstopps noch die abtrocknende Strecke hatten Einfluss auf die vorderen Platzierungen.

Bruno Spengler
Perfektes Wochenende für Bruno Spengler: Pole Position und Sieg
Doppelpfeil

Bester Audi-Pilot hinter den beiden Mercedes-Starfahrern war Martin Tomczyk, der nach konstanter Fahrt auf Rang drei über die Ziellienie fuhr.

In seiner wohl letzten Saison in der DTM wusste Jean Alesi einmal mehr in vollem Umfang zu überzeugen. Mit dem Vorjahres-Mercedes des Persson-Teams kämpfte er sich vom 14. Startplatz durch das Feld und belegte am Ende des Rennens den vierten Rang.

Der Bonner Alexandros Margaritis belegte zwar nur Rang 15, fiel aber durch das Design seines 2005er AMG-Mercedes C-Klasse auf. Sein Auto zeigte auf den Seiten die Silhouette des legendären Mercedes-Benz 300 SLR von 1955, mit dem Stirling Moss die Mille Miglia gewann. Der 300 SLR von 1955 ist eines von 160 Fahrzeugen, die im neuen Mercedes-Benz-Museum zu bewundern sind. Bei der Mille Miglia 1955 erzielten Moss und Juan Manuel Fangio einen Doppelsieg. Die legendäre Startnummer “722“ weist auf die Startzeit 7.22 Uhr von Moss/Jenkinson hin, das Fangio-Fahrzeug startete mit “658“ um 6.58 Uhr.

Eher enttäuschend verlief das Wochenende für die beiden anderen ehemaligen Formel-1-Piloten. Mika Häkkinen hatte bei seinem ersten Boxenstopp Pech, als der Tankvorgang nicht richtig funktionierte und er in der Folge einen zusätztlichen Stopp einlegen musste. Eine Platzierung in den Punkterängen war für ihn damit nicht mehr drin. Heinz-Harald Frentzen, Achter im Qualifying, holte mit Rang sechs zwar Punkte, blieb insgesamt hinter den Erwartungen seiner Fans.

Bernd Schneider
Erneut geschlagen: Bernd Schneider wurde wie am Norisring Zweiter
Doppelpfeil

Auch die beiden Damen im Feld konnten das Wochenende eher schnell abhaken. Suzie Stoddart musste ihren Mercerdes in der 29. Runde wegen Elektronik-Problemen abstellen, Vanina Ickx agierte mit ihrem Audi zeitweise neben der Strecke und belegte den letzten Rang.

Mit seinem Sieg zog Bruno Spengler in der Meisterschaftswertung mit Tom Kristensen gleich. Zwölf Punkte trennen beide vom führenden Bernd Schneider, der 46 Zähler auf seinem Konto hat. Spengler, der drei Tage nach seinem Sieg am Nürburgring seinen 23. Geburtstag feierte, wird damit zum teaminternen Jäger des vierfachen DTM-Champions Bernd Schneider, der im Juli 42 Jahre alt wurde.

Hatte sich Bernd Schneider nach dem Rennen am Norisring noch über die ausgebliebene Stallorder bei Mercedes lautstark beschwert, zeigte er sich in der Eifel trotz der Niederlage gewohnt souverän: „Bruno war aber heute einfach besser. Zwölf Punkte sind ein guter Vorsprung in der Meisterschaft, aber jetzt muss ich auf zwei Verfolger aufpassen.“

Boxenstopp tomczyk audi Mercedes-Benz-Arena
Perfektes Zusammenspiel beim Boxenstopp
Doppelpfeil
Bester Audi-Pilot auf Rang drei: Martin Tomczyk
Doppelpfeil
Freude auf der Mercedes-Tribüne: Doppelsieg für die Stuttgarter
Doppelpfeil
 

(Text: Michael Behrndt )
(Fotos: Michael Behrndt, Matthias Behrndt)

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