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Aktualisiert am 31.12.2011
© 2011 virto GmbH
Renault Nepta: Luxuscabriolet

09.09.2006

Renault Nepta
Die Front ist schnörkellos, die Seitenlinie zeigt einen dynamischen Hüftschwung

Seit Facel Vega 1964 die Pleite ereilte, ist die Tradition des großen und luxuriösen französischen Grand Tourisme Geschichte. Allenfalls Citroën unternahm mit dem SM den Versuch, einen Fuß in die automobile Oberklasse zu bekommen. Der Erfolg hielt sich in Grenzen: Nur etwa 12.500 Exemplare wurden in den sechs Produktionsjahren von 1970 bis 1975 gefertigt. Seitdem führt diese Fahrzeuggattung in Frankreich ein Leben als Studie.

Neuestes Exemplar dieser Spezies ist ein Luxuscabriolet von Renault. Der Nepta – mit V6-Motor und 420 PS – sucht den Schulterschluss zwischen sportlichen Leistungen und komfortablem Lebensraum für vier Personen. Interessanterweise wird die Studie über die Hinterräder angetrieben – ein Antriebsprinzip, dass sonst nirgendwo im Marken-Portfolio zu finden ist.

Renault Nepta
Das lange Heck ist inspiriert von Formen der Dreissiger Jahre

Markante Kanten wie beim Megane sind passé. Weiche Linien bestimmen das Profil, glatt ist auch die Front, die im Zentrum einen skulpturierten Rhombus trägt. Die Fronthaube ist weit heruntergezogen und stützt sich auf einen breiten Kühler, der mittels einer Aluminiumlippe die Horizontale betont. Die Scheinwerfereinheit – LEDs für Tagfahrlicht, Abblend- und Fernlicht und Kurvenlicht – sind mit einer geschickt geschwungenen Form in die Front integriert. Das abgerundete Heck – mit Anklängen an die Gestaltung exklusiver Boote – wird von zwei schmalen Lichtleisten flankiert.

Ein besonderes Designelement sind elektrisch gesteuerte Flügeltüren: Sie benötigen keine Türgriffe, was die glatten Seitenlinien ermöglicht. Eine polierte Aluleiste vom vorderen Renault-Zeichen bis zu den Scharnieren der Türen dient als verbindendes grafisches Element.

Im Innenraum ist die Armaturentafel so ausgestaltet, dass sie zu schweben scheint. Auf dem lederbezogenen Modul befinden sich drei klassische Rundinstrumente, die von einer wellenförmigen Struktur aufgenommen werden. Aluminiumapplikationen bieten einen Kontrast zum Naturmaterial. Die Gangwahl des Automatikgetriebes erfolgt über einen Drehknopf in zentraler Position, das Multimediasystem wird ähnlich betätigt. Die Sitze sind fest im Fahrzeugboden verankert, Pedalerie, Lenkrad und Instrumententräger können hingegen elektrisch verstellt werden.

Renault Nepta
Der Innenraum ist sparsam möbliert

Der längs eingebaute 3,5-Liter-Biturbo mit Direkteinspritzung leistet 420 PS. Damit beschleunigt der Viersitzer in 4,9 Sekunden von 0 auf 100 km/h. Das Getriebe ist eine Siebenstufen-Automatik.

Zweifellos ist der Renault Nepta eine interessante Studie – aber er zeigt auch exemplarisch, warum große französische Luxusautos wenig Erfolg haben: Verliebt in modische Details und bestrebt nach femininem Chic, versuchen sie in einem Markt zu bestehen, in dem die Boss-Attitüde zählt. Alpha-Männchen bevorzugen den maskulinen Auftritt und der wird traditionell eher bei Mercedes, BMW oder Jaguar geboten.

(Text: Rainer Roßbach )
(Fotos: Renault)

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