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Audi TT Roadster: Das Frühjahr kann kommen
22.10.2006
Passend zum verlängerten Spätsommer, der dem Oktober ideale Roadsterbedingungen mit gab, stellt Audi die zweite Variante des neuen TT vor: den Roadster. Allen, die nun eilig zum Audi-Händler laufen wollen, müssen sich allerdings noch gedulden, das neue Modell wird erst im kommenden Frühjahr ausgeliefert werden. So kann es aber immerhin noch seinen Weg auf den Weihnachtswunschzettel finden. Im Vergleich zu den ineinanderfliessenden Linien des TT Coupé sind die einzelnen Elemente des Roaster-Aufbaus deutlich voneinander abgegrenzt, der Roadster schreibt die Designsprache seines Vorgänger fort. Die gewölbten Flanken tragen zu einem kraftvollen maskulinen Auftritt ebenso bei wie die ansteigende Seitenlinie oberhalb des Schwellers und die gespannte Schulterlinie. Das Gesicht des neuen Audi TT Roadster hat an Ausdruck gewonnen. In die schräg stehenden, scharf auslaufenden Scheinwerfer sind schwingenförmige Kunststoffelemente eingebettet, die die dreidimensionale Tiefe der Leuchten unterstreichen. Am Heck dominieren die großen Endrohre und der breite Diffusor. Die tubenförmigen Reflektoren scheinen frei in den Rückleuchten zu schweben. Wie beim Coupé fährt bei 120 km/h ein elektrisch angetriebener Spoiler aus dem Heckdeckel.
Audi hat sich beim neuen TT Roadster zur Freunde aller echten Windgesichter wieder für ein Stoffverdeck entschieden. Das Stoffverdeck, das Verstrebungen aus Stahl- und Aluminiumbauteilen und eine große Glasheckscheibe integriert, baut sehr leicht – so senkt es sowohl das Gesamtgewicht als auch den Schwerpunkt des TT Roadster. Dank der neuen Z-Faltung liegt das vordere Verdeckteil wie ein Deckel über dem Stoff. Es wird bündig mit der Karosserie verriegelt, eine Persenning ist nicht notwendig. In gefaltetem Zustand braucht es nur wenig Platz und läßt Platz für ausreichenden Gepackraum. Es ist in Schwarz und Dunkelgrau lieferbar. Das Verdeck des TT Roadster 3.2 quattro verfügt ab Werk über einen elektrohydraulischen Antrieb, für den 2.0 TFSI ist er optional erhältlich. Auf Knopfdruck öffnet das Softtop in 12 Sekunden – auch während der Fahrt bis maximal 50 km/h. Das vollautomatische Verdeck trägt zur Verbesserung der akustischen und thermischen Isolierung eine zusätzliche Akustikmatte unter dem Innenhimmel. Das manuelle Verdeck wird über einen zentralen Verschluss betätigt. Ein Netz-Windschott, das elektrisch ein- und ausfährt, begrenzt die Luftzufuhr für alle, die etwas empfindlicher sind.
Wie das TT Coupé entsteht auch die Karosserie des TT Roadster in der Space Frame-Technik. Aluminium hat 58 Prozent, Stahl 42 Prozent Anteil am Aufbau. Dieser Mix macht den Roadster sehr leicht – der 2.0 TFSI bringt leer nur 1.295 Kilogramm auf die Waage. Stahlkomponenten finden sich zwecks ausgewogener Achslastverteilung vor allem im hinteren Bereich der Karosserie – die Schottwand hinter der Fahrgastzelle beispielsweise ist aus diesem Material gefertigt. Die Wand, in der die hochfesten Überrollbügel mit ihrer eleganten Kunststoff-Verkleidung verankert sind, trägt wesentlich zur Steifigkeit des Aufbaus bei. Weitere spezielle Roadster-Komponenten sind die Seitenschweller; sie bestehen aus Aluminium-Strangpressprofilen, die im Inneren zahlreiche verstärkende Rippen bergen. Auch die A-Säulen wurden verstärkt, im Frontscheibenrahmen ist ein hochfestes Stahlrohr integriert. Der neue TT Roadster übertrifft seinen Vorgänger in der statischen Torsionssteifigkeit um mehr als 100. Gegenüber dem Vorgängermodell ist der neue TT Roadster leicht gewachsen. Die Länge beträgt nun 4.178 Millimeter, die Breite 1.842 mm und die Höhe 1.358 mm. Der Radstand legte um 46mm auf 2468 mm zu. Bei geschlossenem Verdeck beträgt der cW-Wert des 2.0 TFSI nur 0,32. Die gewachsenen Außenmaße und der größere Radstand kommen dem Innenraum des TT zugute, er bietet mehr Kopf- und Ellbogenfreiheit als sein Vorgänger. Die Schulterbreite legte um 29 mm auf 1.362 mm zu. Fahrer und Beifahrer nehmen Platz auf tief platzierten Sportsitzen. Der Kranz des serienmäßigen Sportlederlenkrads ist unten abgeflacht. Beim 3.2 quattro ist eine Alcantara/Leder-Kombination Serie. Im Cockpit setzen die drei runden Luftausströmer und die Kuppel über den Rundinstrumenten TT-typische Akzente. Das Wachstum der Karosserie kam auch dem Gepäckraum zugute, er legte von 210 auf 250 Liter zu. Wie beim TT Coupé stehen auch für den neuen Roadster zwei quer montierte Benzinmotoren zur Wahl. Der Zweiliter-Vierzylinder überträgt seine 200PS und 280NM an die Vorderräder, der 3,2-Liter-V6 treibt nach dem quattro-Prinzip alle vier Räder mit 250PS und 320 Nm an. Für beide Motoren findet sich neben einem sportlich abgestimmten Sechsgang-Schaltgetriebe das Doppelkupplungsgetriebe im Programm, das ohne spürbare Zugkraftunterbrechung schaltet. Die Fahrleistungen sind schon beim Zweiliter vollkommen ausreichend, in nur 6,5 Sekunden spurtet er von null auf 100 km/h und erreicht 237 km/h Spitze. Der V6 kann das alles natürlich noch etwas besser, aus dem Stand erreicht er in 5,9 s auf 100 km/h, bei 250 km/h ist Schluss, weil abgeriegelt wird.
Das Fahrwerk des TT Roadster präsentiert sich gegenüber dem Vorgängermodell völlig neu entwickelt. Seine Hauptmerkmale sind die komplexe Vierlenkerhinterachse, breite Spurweiten, eine stark überarbeitete Elastokinematik und die großen Räder. Der 2.0 TFSI rollt auf 16-Zoll-Aluminiumrädern, der 3.2 quattro auf 17-Zöllern. Auf Wunsch sind die Räder notlauffähig ausgelegt. Die Vorderradaufhängung, an einem eigenen Achsträger angelenkt, nutzt die McPherson-Bauweise und ist mit leicht bauenden Aluminium-Komponenten versehen. Die elektromechanisch unterstützte Servolenkung vereint direkte Übersetzung mit hohe Genauigkeit. An der Vierlenkerhinterachse, die ebenfalls mit einem Hilfsrahmen operiert, liegen die Schraubenfedern und Stoßdämpfer baulich voneinander getrennt. Die Längslenker, aus Komfortgründen relativ weich ausgelegt, nehmen die Antriebs- und Bremskräfte auf, während die drei Querlenker pro Rad mit ihrer steifen Anbindung die lateralen Kräfte präzise in die Karosserie einleiten. Beim optionale Dämpfersystem Audi magnetic ride mit seiner adaptiven Arbeitsweise entscheidet der Fahrer per Tastendruck, ob das Fahrwerk des TT Roadster komfortabel oder dynamisch arbeiten soll. In den Stoßdämpferkolben zirkuliert ein spezielles Fluid, in dem winzige Magnetpartikel eingeschlossen sind. Durch Anlegen einer Spannung ändert sich seine Viskosität und damit die Dämpfungscharakteristik binnen Millisekunden. Zur Serienausstattung, mit der alle Varianten des neuen Audi TT Roadster vom Band laufen, gehören das ein entwickelte Audiosystem und ein Fahrerinformationssystem und im 3.2 quattro eine Klimaautomatik Der neue Audi TT Roadster, der im Frühjahr in den deutschen Markt startet und noch in diesem Jahr bestellbar sein wird, liegt auf ähnlichem Preisniveau wie sein Vorgänger. Inklusive 19 % MwSt. kostet er als 2.0 TFSI 33.800 Euro, als 3.2 quattro ist er für 43.800 Euro zu haben.
(Text: Dieter Roßbach )
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