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Aktualisiert am 31.12.2011
© 2011 virto GmbH
ALMS Laguna Seca: Audi und Porsche dominieren

23.10.2006

pfeil  Startaufstellung  

Audi R10 Tdi, Zytek ZG348
Im Training hatte der Zytek ZG348 noch vor dem Audi R10TDi gelegen.
Doppelpfeil

Im Qualifying konnten die Benzin-getriebenen LM P1-Prototypen auf der Berg-und-Tal-Bahn an der kalifornischen Pazifikküste erwartungsgemäß ihren Gewichtsvorteil von 65 Kilogramm gegenüber den Diesel-Sportwagen ausspielen und sich die ersten beiden Startplätze sichern. Stefan Johansson stellte den Zytek 06S/ ZG348 auf Pole, Nicolas Minassian den Creation CA06 Judd mit nur 0,107 Sekunden Rückstand auf die zweite Startposition. Mit einem neuen Rundenrekord in der Klasse LMP2, nur 3 Zehntelsekunden langsamer als Johansson, unterstrich Sascha Maassen auf dem Porsche RS Spyder beim Saisonfinale der American Le Mans Series in Laguna Seca/Kalifornien seine Ambitionen auf den Gewinn des Fahrertitels. Die beiden Audi R10 TDI des Teams Audi Sport North America starten beim Finale der American Le Mans-Serie in Laguna Seca (USA) von den Positionen vier und fünf, rechneten sich allerdings trotzdem auf Grund des Verbrauchsvorteils und der hohen Zuverlässigkeit Chancen auf den Gesamtsieg aus. Audi würde damit Geschichte in dieser Serie schreiben, noch nie hat ein Hersteller alle Rennen einer Saison gewonnen, nach den Gesamtsiegen in der Team- und in der Fahrerwertung die letzte große Herausforderung für den ingolstädter Hersteller.

In der GT1-Klasse ging der beste Startplatz an Stephane Sarrazin im Aston Martin DB9R, es war seine dritte Pole in diesem Jahr und die siebte für den britischen Hersteller. Das Training der GT2 dominieren Mika Salo und Stephane Ortelli auf Ferrari 430 GT, die Porsche GT3 RSR Teams Rockenfeller/Tiemann und Long/Park/Bergmeister folgten auf den weiteren Plätzen.

Audi R10 Tdi, Porsche RS Spyder
Kalifornien war fest in der Hand süddeutscher Hersteller, Audi und Porsche gewinnen in Laguna Seca souverän
Doppelpfeil

Das Rennen begann bei Audi allerdings mit zwei Patzern. Von den Positionen vier und fünf gestartet, verloren beide Audi R10 TDI in der überaus turbulenten ersten Rennhälfte jeweils eine Runde. Emanuele Pirro musste bereits nach drei Runden die Boxen ansteuern, weil sich ein Teil der Inboard-Kamera gelöst hatte und zwischen die Pedale gefallen war. Kurz vor Ende der zweiten Stunde kollidierte Allan McNish beim Anbremsen des berühmten "Cork Screw" mit einem Konkurrenten. Der Wechsel der beschädigten Fronthaube und eine anschließende Stop-and-Go-Strafe kosteten auch den zweiten R10 TDI eine Runde. Mit einer cleveren Strategie und optimaler Ausnutzung diverser Safety Car-Phasen gelang es dem Team Audi Sport North America, beide Fahrzeuge wieder in dieselbe Runde mit der Spitzengruppe zu bekommen. In der Schlussphase des spannenden Rennens spielte das Team dann den Verbrauchsvorteil der Diesel-Triebwerke voll aus: Während die Konkurrenten in der letzten Stunde noch einmal zum Nachtanken an die Boxen kommen mussten, fuhren beide R10 TDI ohne einen weiteren Tankstopp ins Ziel. Allan McNish gelang dabei das Kunststück, mit reduzierter Drehzahl und Leistung 64 der 159 Runden mit einer einzigen Tankfüllung zu absolvieren, acht mehr als zuvor.Mit den letzten Tropfen Diesel im Tank überquerte McNish die Ziellinie als Sieger. Für den Schotten und seinen italienischen Teamkollegen Dindo Capello war es im zehnten Rennen des Jahres der siebte Gesamtsieg. Mit inzwischen 23 Siegen ist Dindo Capello der erfolgreichste Fahrer in der Geschichte der American Le Mans-Serie. Audi ist damit der erste Hersteller, der in der LM P1-Klasse der American Le Mans-Serie alle Rennen einer Saison gewonnen hat. Achtmal siegten die bereits vorzeitig als Meister feststehenden Dindo Capello und Allan McNish, zweimal Frank Biela und Emanuele Pirro. Der Deutsche und der Italiener sorgten in Laguna Seca mit ihrem zweiten Platz für den dritten Doppelsieg des Audi R10 TDI.

Audi R10 Tdi, Porsche RS Spyder
Wie in den alten Tagen der Langstreckenweltmeisterschaft: Die schnellsten Sportprototypen teilen sich die Rennstrecke mit GT-Fahrzeugen.
Doppelpfeil

Für Porsche, die nach dem vorzeitigen Erfolg in der Teamwertung auch noch die Fahrerwertung in der LMP2-Gruppe gewinnen wollten, lief dagegen alles nach Plan. Nach der absoluten Testbestzeit und einem guten Qualifying lag der RS Spyder mehrmals vor den leistungsstärkeren LMP1-Boliden an der Spitze des Feldes. Lucas Luhr und Romain Dumas verpassten beim siebten Klassensieg in dieser Saison das Podium in der Gesamtwertung nur knapp, eine Runde hinter dem Gesamt-Dritten, Minassian/Primat auf dem Creation CA06 Judd, wurden sie vierte vor Maassen/Bernhard auf dem zweiten RS Spyder, die sich damit den Fahrertitel in der LMP2 sichern konnten. Den letzten Podiumsplatz erkämpften sich der Vorjahressieger Client Field mit Liz Halliday und Jon Field auf einem Lola_AER.

Bei den GT1-Fahrzeugen gelang es Stephane Sarrazin und Petro Lamy, die Corvettes von Johnny O'Connell und Olivier Beretta auf Distanz zu halten und einen weiteren Sieg für Aston Martin einzufahren. Mit nur 4,5 Sekunden war der Vorsprung am Ende denkbar knapp, der Rennverlauf hatte jeden der Corvettes und Aston Martin DBR9 zwischenzeitlich in Führung gesehen. Mit dem zweiten Platz in der Klasse sicherte sich Chevrolet den achten Markentitel in Folge.

Audi R10 Tdi, Porsche GT3 RSR
Jörg Bergmeister sichert sich im letzten Lauf den Titel in der GT2
Doppelpfeil

Den totalen Triumph von Porsche in der diesjährigen Serie machte Jörg Bergmeister perfekt, der mit einer tollen Aufholjagd den Titelkampf in der Klasse GT2 für sich entschied. Im Porsche 911 GT3 RSR belegte der Vorjahressieger zusammen mit Patrick Long den zweiten Platz hinter Salo/Ortelli auf Ferrari 430 GT und entriss damit seinem seit dem Auftaktrennen in Sebring führenden Markenkollegen Johannes van Overbeek kurz vor dem Ziel noch den Meistertitel. Den Gesamtsieg verpassten Bermeister, Long und Park allerdings; gegen den Ferrari 430 GT war das Porsche-Team chancenlos. Durch eine Stop-and-Go-Strafe zurückgeworfen, überholten Mika Salo und Stephane Ortelli den GT3 RSR 10 Minuten vor Rennenende und sicherten sich den verdienten Sieg. Der Herstellertitel in der Klasse GT2 ging an Porsche.

(Text: dr )
(Fotos: Audi, Porsche )

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