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VLN-Saison 2006: Breitensport auf hohem Niveau
06.11.2006
Neun Läufe, mehr als 180 Fahrzeuge und 20.000 Zuschauer pro Rennen auf der schönsten aber auch schwierigsten Rennstrecke der Welt, dem Nürburgring inklusive Nordschleife, das waren die Zutaten der BF Goodrich Langstreckenmeisterschaft 2006. Ob Porsche GT3 oder Opel Corsa, ob Dodge Viper GTS oder 3er BMW, zu den „Stammfahrzeugen“ gesellten sich in diesem Jahr auch neue Exoten. So brachte Raeder Motorsport einen Lamborghini Gallardo an den Start. Leider war dieses Auto noch nicht so zuverlässig, wie es sich viele der Fans und auch das Team gewünscht hätten und war deshalb viel zu selten in den Wäldern um die Nürburg unterwegs. Ein weiterer vielbeachteter Neuzugang startete im letzten Lauf zum 31. DMV Münsterlandpokal. Schubert-Motorsport brachte ein BMW Z4 M Coupé mit in die Eifel. Claudia Hürtgen, Marc Hennerici und Hans-Joachim Stuck bewegten das Auto eindrucksvoll, bis ein Radlagerschaden die vielversprechende Fahrt stoppte. „Mit der Performance des Fahrzeuges können wir aber nach dem ersten Renneinsatz zufrieden sein“, so Teamchef Torsten Schubert aus Oschersleben. „In dem M Coupé steckt noch eine Menge Potential.“ Den Gesamtsieg im letzten Rennen der Saison sicherte sich bereits zum fünften Mal in diesem Jahr das Team um Wolfgang Land. Damit sind Marc Basseng und Patrick Simon, was die Anzahl der Gesamtsiege angeht, die erfolgreichsten Fahrer der Saison 2006. Vor 22.000 Zuschauern komplettierten Volker Strycek, Andreas und Ralf Schall im Opel Astra V8 Coupé vor Michael Bäder, Tobias Hagenmeyer und Markus Gedlich im Getrag-BMW M3 das Podium. Von der Pole-Position aus gestartet übernahm Basseng beim Start die Führung und lieferte sich in der ersten Runde einen spannenden Zweikampf mit Armin Hahne im Porsche GT3 MR von Manthey-Racing. Im Abstand von nur einer Zehntelsekunde jagten beide Fahrzeuge in Runde zwei durch die Mercedes-Arena, wo es zu einer Berührung kam. Der Manthey-Porsche trug einen Schaden an der Aufhängung des Kühlers davon, nach der dritten Runde steuerte Hahne die Box an und gab auf. Damit war der Weg frei für Basseng/Simon, die im folgenden Verlauf des Rennens die beste Reifenwahl trafen. „Das war heute ein wirklich schmaler Grad zwischen Erfolg und Misserfolg“, sagte Simon nach dem Rennen. „Wir sind äußerst vorsichtig mit dem Land-Porsche umgegangen, denn neben der Ideallinie war es häufig noch sehr feucht und das Risiko auszurutschen sehr groß.“ Basseng ergänzte: „Am Ende hat alles gepasst.“ Aufgrund des Punktesystems der BF Goodrich Langstreckenmeisterschaft, bei dem die zu vergebenden Punkte anhand der Anzahl der Starter einer Klasse berechnet werden, ging der Titel wieder einmal an Starter einer kleineren Klasse. Das Duo Wolf Sylvester und Mario Merten sicherte sich in einem von Bonk-Motorsport eingesetzten BMW 318iS mit sechs Siegen in der Klasse der VLN Serienwagen bis 1850 ccm Hubraum bereits im vorletzten Saisonrennen den Meisterschaftstitel 2006. Sylvester und Merten lagen am Ende knapp vor Böhm/Ehleiter im BMW 325i E90 des Team Black Falcon und der Titelverteidigerin Claudia Hürtgen und ihrem Teamkollegen Marc Hennerici.
Vorjahresmeisterin Claudia Hürtgen absolvierte in ihrem BMW 120D von Schubert-Motorsport eine fehlerfreie Saison und erzielte einige Klassensiege. Da sie aber erstmals mit einem Diesel-Fahrzeug an den Start ging, wurde sie in der Klasse der alternativen Treibstoffe gewertet, die nur wenige Starter aufwies und daher nicht so punkteträchtig war. So musste sie nach dem letzten Rennen die Startnummer eins des amtierenden Meisters an Mario Merten und Wolf Sylvester abtreten. Mario Mertens Saisonbilanz fällt bei aller Freude bescheiden aus: „Bonk Motorpsort hat ein perfektes Auto gebaut, das ganze Team hat super zusammen gearbeitet, wir mussten nur noch den kleinsten Teil überhaupt leisten, und das ist das Fahren.“ Für Merten ist es bereits der zweite Titelgewinn. 2002 konnte er die Meisterschaft schon einmal für sich entscheiden, ebenfalls in einem von Bonk-Motorsport eingesetzten BMW. Beim Saisonfinale der erfolgreichsten Breitensportserie Europas ging auch das Nachwuchsprogramm der VLN (Veranstaltergemeinschaft Langstreckenpokal Nürburgring) erneut auf. Zu Saisonbeginn konnte VLN-Promoter Karl-Heinz Gürtler stolz vermelden: „Unter dem Motto ‚Eine Chance für den Nachwuchs’ haben wir im vergangenen Jahr die Idee des VLN Honda Junior-Teams auf den Weg gebracht. In der Zwischenzeit ist es uns gelungen, Partner und Sponsoren zu finden, die voll hinter dem Projekt stehen. Die Zusammenarbeit mit dem Fachbereich Automobilbau der Fachhochschule Köln freut mich außerordentlich. In dieser Konstellation profitieren nicht nur die drei talentierten Nachwuchspiloten, sondern auch eine Reihe von jungen Studenten, die die Inhalte ihres Studiums an unserem Motorsport-Projekt aktiv in die Realität umsetzen können.“ Nach ihrem Sieg in der Honda Civic Cup-Klasse beim 24-Stunden-Rennen feierte das VLN Honda Junior-Team Christoph Breuer/Benjamin Koske den ersten Erfolg in der Langstreckenmeisterschaft. „Ich bin begeistert“, freute sich VLN-Promoter Karl Heinz Gürthler. „Wir haben mit unserem Junior-Team von Beginn der Saison in die richtige Richtung gearbeitet. Der Erfolg gibt uns recht und bestätigt uns in der Entscheidung, das Projekt in der kommenden Saison fortzusetzen.“
(Text: Michael Behrndt/Matthias Behrndt )
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