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Aktualisiert am 31.12.2011
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Byers SR 100/CR 90: Körperkunst

19.11.2006

Byers SR-100
Seltener Anblick: Byers SR100 beim Oldtimer-Grand Prix 2006 auf dem Nürburgring
Doppelpfeil

Ende der Fünfziger Jahre begann Fiberglas sich als Werkstoff für Karosserien durchzusetzen. Der erste Seriensportwagen mit einem Aufbau aus dem neuen Werkstoff, Chevrolets Corvette, war ein großer Erfolg. Das Material eignete sich aber auch ausgezeichnet für Kleinserien und öffnete damit engagierten Garagisten die Möglichkeit, eigene Fahrzeuge auf die Räder zu stellen.

Vieles, was aus den Hinterhöfen kam, konnte sich sehen lassen: Jim Kellison etwa baute aerodynamisch ausgefeilte Coupés mit Corvette-Technik. Diese Sportwagen hatten ein eigenes Chassis und eine selbst entwickelte Vorderradaufhängung. Die Kellison-Coupés traten erfolgreich bei Rennen an und waren auch kommerziell recht erfolgreich. Über 360 Exemplare konnten an den Mann gebracht werden.

Byers SR-100
Schon im Stand ist das amerikanische Kit-Car energiegeladen
Doppelpfeil

Jim Byers aus El Segundo, Kalifornien, ging ab Mitte der Fünfziger Jahre einen anderen Weg: Inspiriert von den kleinen und elegant-einfach gestalteten Roadstern aus Italien von Bertone oder Vignale stellte er Ende der Fünziger einen eigenen offenen Zweisitzer vor.

Das Ergebnis ist ein Mix aus italienischen Elementen und amerikanischen Zutaten: Der CR90 mit 90 Inch-Radstand verbindet den sinnlichen italienischen Hüftschwung und den klassischen ovalen Kühler mit amerikanischen Zutaten wie einer Panoramascheibe, einer durchgehenden Sitzbank und einem Powerdome auf der vorderen Haube.

Byers bot sowohl Bausätze als auch montierte Chassis und fertige Fahrzeuge an, die Preise begannen bei 325 Dollar.

Zweites Modell war der SR100 mit 100 Inch-Radstand, dessen Design sich stärker an amerikanischen Vorbildern wie der Corvette orientiert. Der Preis für die Karosserie betrug, je nach Ausstattung, zwischen 345 und 595 US-Dollar. Auch hier war das Design absolut gelungen.

Byers CR-90
Der CR90 folgt zeitgenössischen italienischen Vorbildern

Antriebsseitig war Detroiter Standardhardware von GM, Ford oder Chrysler vorgesehen, aber es gab auch Exemplare, die unten drunter die Technik eines Kurtis 500-Indianapolis-Roadsters trugen. Kurtis-Offenhauser-Rennwagen hatten zwischen 1950 und 1955 immerhin fünfmal Indianapolis gewonnen und die Straßensportwagen galten als die AC Cobra ihrer Zeit.

Byers' Sportwagen überzeugten, ähnlich wie die Kellison-Coupés, durch ihre professionelle Ernsthaftigkeit. Das reichte aber nicht für einen dauerhaften Erfolg. Um das Jahr 1960 verkaufte Byers die Formen an den amerikanischen Kit-Car-Produzenten Victress. Von dort gelangten sie an die in Long Beach beheimatete Firma La Dawri Coachcraft, die die Karosserie bis weit in die Sechziger Jahre produzierte. Und hier erlitten die eleganten Entwürfe das Schicksal aller Kit-Cars – das Käfer-Chassis.

(Text: Rainer Roßbach)
(Fotos: Rainer Roßbach/Archiv)

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