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Aktualisiert am 31.12.2011
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40 Jahre Rallye Kadett: Leistung fürs Volk

27.11.2006

Opel Rallye-Kadett
Sportlicher Chic der Sechziger Jahre: Rallye-Streifen, Zusatzscheinwerfer und Stahl-Sportfelgen.

1966 startet Opel die Produktion des legendären Rallye Kadett und gönnt der bisherigen Coupé-Version einen 1,1-Liter-SR-Motor mit Doppelvergaseranlage, sportliches Interieur und ein unverwechselbares Design mit mattschwarzer Motorhaube und fetten Seiten- und Heckstreifen. Der Rallye Kadett spricht durch seine Fahrleistungen und seine zweckbetonte Ausstattung die Emotionen von Liebhabern sportlicher Automobile an und ist damit einer der Urväter der sportlichen Kompaktwagenklasse.

Der sportliche kleine Opel rollt im November 1966 in Bochum zum ersten Mal vom Band und erobert spontan die Herzen sportbegeisterter Autofahrer. So ist in der damaligen Pressemitteilung die Rede von der „heißen“ Kadett-Version, und weiter: „Das Werk entschloss sich daher, für die Rallyefahrer ein einsatzbereites Wettbewerbsfahrzeug auf der Basis des Kadett Coupés und damit gleichzeitig für viele Fahrer einen Wagen mit ausgeprägten sportlichen Eigenschaften zu schaffen, der dank der Produktion in hohen Stückzahlen preisgünstig angeboten werden kann.“

Der Rallye Kadett erreicht mit seinem 60 PS starken 1,1-Liter-SR (Super-Rallye)-Antrieb bereits eine Höchstgeschwindigkeit von 148 Stundenkilometern; zu haben ist er ab 7.175 DM. Er verfügt serienmäßig über Vorderrad-Scheibenbremsen und eine Zweikreis-Bremsanlage mit Bremskraftverstärker. Um eine gute Bodenhaftung in kritischen Grenzbereichen zu gewährleisten, erhält er breite, silbergraue Sportfelgen, auf denen 155-SR13-Gürtelreifen montiert sind.

Opel Rallye-Kadett
Im Breitensport war der Kadett besonders erfolgreich.

Seine gesamte äußere Erscheinung betont den Sport: Die Kriegsbemalung besteht aus einer teilweise schwarz-mattierten Motorhaube und markanten Seitenstreifen. Im Innenraum setzt sich die sportliche Ausrichtung des Rallye Kadett fort: Fast alle Ausstattungsdetails, wie Dachhimmel, Sonnenblenden und Schaltkonsole, sind in Mattschwarz gehalten. Sicherheitslenkrad mit drei Metallspeichen und splittersicherem Kranz sowie Drehzahlmesser, Öldruckuhr und Ampèremeter in der Anzeigenkonsole sind ebenso serienmäßig wie der kurze Sportschalthebel.

Der Anspruch, als Sportfahrzeug gesehen zu werden, gelingt, und es folgen Taten. Allein 1968 nimmt das Sportcoupé an unzähligen Wettfahrten teil: Die Griechische Rallyemeisterschaft, die Niederländische und die Deutsche Automobil-Rallyemeisterschaft sind nur einige davon. Klassensiege fährt der Rallye Kadett sowohl bei der 21. Internationalen Rallye Lyon/Charbonnières – Stuttgart/Solitude als auch bei der 30. Internationalen Rallye Wiesbaden (Deutschlandrallye) ein.

Doch dies ist nur der Anfang. Ein Jahr später feiern Kurt Waldner und Hans Vogt auf der 13. ADAC Tour d’Europe den Gesamtsieg. Mehr als 14.000 Kilometer geht es über Stock und Stein quer durch Europa und Kleinasien. Im Resümee hört sich das Ganze so an: „Dieser Gesamtsieg (…) ist der untrügliche Beweis für die Zuverlässigkeit des Rallye Kadett. Ob die Strecke durch den Balkan oder den Vorderen Orient führte, der Rallye Kadett hielt durch.“ Und selbst bei der Rallye Monte Carlo gewinnt der Rallye-Kadett mehrmals in Folge seine Klasse in der Kategorie „Serien-Tourenwagen“; 1970 gelingt es dem Team Ragnotti/Thimonier auf dem Rallye Kadett 1900 sogar, mit einem beachtlichen 11. Platz in der Gesamtwertung bis in die Spitzengruppe vorzustoßen.

Opel Rallye-Kadett
Im damals neuen Opel-Testzentrum Dudenhofen wird der Kadett auf die harte Wirklichkeit vorbereitet.

Auch im Alltag überzeugt der Opel mit der sportlichen Aufmachung. Verschiedene Tests zeigen, dass der Rallye Kadett mit einer Länge von 4,18 Metern zwar konsequent als kompaktes Automobil ausgelegt ist, aber im Gegensatz zu anderen Mitbewerbern im Segment auch vier Erwachsenen über weite Strecken genügend Platz zur bequemen Reise bietet und darüber hinaus durch geringe Windgeräusche sowie eine hohe Verarbeitungsqualität überzeugt.

Doch damit geben sich die Konstrukteure nicht zufrieden. Bereits im Herbst 1967 bringen sie einen stärkeren „Rallye“ auf den Markt. Nun wird er auch mit dem aus dem Rekord bekannten 1.9 S-Motor mit 90 PS angeboten. Das Resultat: eine Beschleunigung von 0 auf 100 km/h in 13 Sekunden sowie eine Höchstgeschwindigkeit von 168 km/h. Zusätzlich gibt es ab Herbst 1968 das LS-Rallye Coupé: Ohne seitliche Kiemen und mit spitz zulaufenden Seitenscheiben bietet es eine geänderte Linienführung.

Bis zu seinem Produktionsende im Juli 1973 werden vom Rallye Kadett B insgesamt knapp über 100.000 Einheiten im Werk Bochum montiert. Nachfolger des frühen Opel-Sportlers sind die aktuellen OPC-Modelle.

(Text: Opel/rr )
(Fotos: Opel)

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