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Hummer O2: Regenbogen-Krieger
03.12.2006
Schon immer konnte man bei GMs Truppentransporter-Division grünes Gedankengut erkennen. Das ist zwar bislang eher oliv als ökologisch, aber die Verbindung zur Natur ist da. Die gleiche Gemeinsamkeit, wenn auch mit zivilem Charakter, prägt den Hummer O2. Das Konzept, entworfen von den West Coast Advanced Design Studios von General Motors in Südkalifornien, ist der Gewinner der diesjährigen Design Challenge, die regelmäßig im Rahmen der Los Angeles Auto Show ausgetragen wird. Sein Grün weist eine andere Tönung auf. Das aktuelle Thema der Veranstaltung lautete „nachhaltige Umweltverträglichkeit“. Für die Design-Studios bestand die Herausforderung darin, das Autofahren der Zukunft in eine umweltkompatible Form zu transformieren. Es galt, ein Fahrzeug zu entwickeln, in dem Autofahrer die Landschaft Südkaliforniens genießen können, ohne sie zu beschädigen. Zu den Regeln des Wettbewerbs zählte unter anderem, dass die präsentierten Fahrzeugkonzepte zu 100 Prozent recyclingfähig sind und eine maximale Lebensdauer von 60 Monaten haben. Der Vorschlag von GM wurde allerdings nicht als 3D-Modell, sondern, wie die Entwürfe der Konkurrenten, auch als zweidimensionales Konzept präsentiert. Das Interessante am alternativen Hummer ist, dass die projektierte Technologie Abläufe in der Natur, wie etwa die Fotosynthese, kopiert. Das Auto soll etwas an die Umwelt zurückgeben. So besitzt das O2 Concept eine fototropische Außenhaut, die während des gesamten Fahrzeuglebens Sauerstoff produziert. Mit Algen gefüllte Karosseriepaneele wandeln Kohlendioxid in reinen Sauerstoff um, der gleichmäßig an die Umwelt und in das Fahrzeuginnere abgegeben wird. Die Sauerstoffproduktion wird über ein Zwei-Wege-Ventilsystem angeregt, das sich in jeder Ecke der Karosseriepaneele befindet. Ausgeklügelte Systeme kontrollieren und überwachen die Kohlendioxid- und Nahrungsmengen für die Algenkulturen und optimieren gleichzeitig die Sauerstoffproduktion und -verteilung.
Die Antriebsenergie wird von vier modularen, unabhängigen Brennstoffzellen produziert, die Hydraulikmotoren antreiben, die in jedem der vier Räder montiert sind. Ein Wasserstofftank ist aus Sicherheits- und strukturellen Gründen in zentraler Position platziert. Aber auch der Kontakt zum Boden soll möglichst sensibel erfolgen. Ein besonders anpassungsfähiges Reifenkonzept so genannte „Active Tread “-Reifen sorgen für geringen Rollwiderstand auf der Straße und bieten gleichzeitig gute Offroad-Eigenschaften durch Veränderung ihrer Form, die sich schonend an die Umgebung anpasst. Ökologisch verträglich ist auch die Konstruktion, die zu 100 Prozent auf gebrauchte Materialien zurückgreift: Der Rahmen besteht aus wiederverwertetem Aluminium, die Sitze aus einem Material, das frei ist von flüchtigen organischen Verbindungen und für die Verglasung wird PET verwendet, ähnlich dem Material von handelsüblichen Wasserflaschen. Kreativität und Vorstellungskraft des Entwurfs beeindruckten die Jury besonders. Chuck Pelly, Direktor der Jury, bemerkte: „Das Konzept des Hummer 02 greift eine Vielzahl bekannter Technologien auf und gibt ihnen einen futuristischen Einschlag. Ein Beispiel ist das umweltschonende Reifenkonzept. General Motors hat eine Zukunftsvision entworfen, die machbar erscheint. Das hat uns überzeugt.“
(Text: Rainer Roßbach)
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