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Mission 400 Plus: Projekt Weltrekord
11.12.2006
Unter dem Namen Mission 400 Plus realisierte Jürgen Alzen Motorsport einen Sportwagen auf der Basis des Porsche 997, der im nächsten Jahr mit mehr als 400 km/h Höchstgeschwindigkeit schnellster straßenzugelassener Sportwagen der Welt werden soll. Dazu waren tiefgreifende Modifikationen an der Porsche-Basis erforderlich: Durch Tiefersetzen des Daches um 75 Millimeter wurde die Stirnfläche minimiert. Gleichzeitig wurden die A-Säulen um 5,5 Grad stärker nach hinten geneigt. Um das Coupé optisch harmonisch erscheinen zu lassen, wurde die Neigung der B- und C-Säulen entsprechend angepasst. Spezielle, bündig eingepasste Polycarbonat-Scheiben rundum komplettieren den Dachumbau. Eine lang gezogene Heckpartie mit ausgeprägter Abrisskante und die Entfernung der Regenrinnen am Dach dienen ebenso der Verbesserung der Windschlüpfrigkeit wie stromlinienförmige Verkleidungen der 18-Zoll BBS Leichtmetallräder. Die Karosserie ist durch Verwendung von Carbon-Türen und -Hauben konsequent auf Leichtbau ausgelegt. Das Triebwerk wird von RS Tuning in Kirchhaslach gebaut, wo auch die Motoren für Alzens Langstreckenpokal-Rennwagen entstehen. Der Sechszylinder-Boxer ist von 3,6 auf 3,8 Liter Hubraum vergrößert, dazu wurden die Brennräume überarbeitet und die Zylinderköpfe sind nun mit mit größeren Ventilen und Hochleistungsnockenwellen versehen. Auch die Peripherie des Motors wurde neu gestaltet. Dazu gehören neben einer Ansaugspinne mit vergrößerten und geglätteten Kanälen vor allem eine leistungsfähigere Turboanlage und ein Hochleistungsabgassystem. Die Serienlader mit variabler Turbinengeometrie werden durch größere Turbos in konventioneller Bauweise ersetzt, die durch maßgeschneiderte Edelstahlkrümmer optimal mit Abgas versorgt werden. Leistungsfähigere Ladeluftkühler sorgen durch eine tiefere Ladelufttemperatur für maximale Leistung. Auf der Auslassseite gibt es jetzt eine Edelstahl-Sportauspuffanlage mit durchsatzfreudigeren Metallkatalysatoren.
Die einzelnen Komponenten werden mit einem speziellen, auf 100 Oktan Superplus programmierten Kennfeld auf die von Bosch entwickelte Motorelektronik abgestimmt. Bei 1,5 bar Ladedruck entwickelt der Sechszylinder jetzt 1.054 PS bei 7.700 U/min und ein maximales Drehmoment von 1.030 Nm bei 5.800 Umdrehungen, wobei die EURO IV Abgasnorm eingehalten wird. Die Kraft wird mit Hilfe einer Hochleistungskupplung und einem modifizierten Sechsgang-Schaltgetriebe mit längerer Übersetzung auf die Antriebsräder übertragen. Auch das Fahrwerk wurde aufwändig modifiziert. Zusätzlich zur Installation von speziellen Federbeinen mit sportlich abgestimmten Federn und Stoßdämpfern kommen Lager aus besonders hochwertigen, härteren Materialien, untere Aluminium-Querlenker sowie spezielle Spurstangen und neu konstruierte obere Hinterachslenker zum Einsatz. Der Rekordversuch über 400 Stundenkilometer soll im ersten Halbjahr 2007 auf der Hochgeschwindigkeitsteststrecke im süditalienischen Nardo in Angriff genommen werden. Pilot wird Jürgen Alzen sein.
(Text: Rainer Roßbach ) |
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