|
|
|
|
Irgendwann im Oktober 1919 drang ungefilterter Motorenlärm aus einer Werkstatt in der Conduit Street in London. Der erste Bentley-Motor, der EXP 1 mit drei Litern Hubraum, gab erste Lebenszeichen von sich. Das war der Auftakt zu zwölf glorreichen Jahren, deren Höhepunkte fünf Le-Mans-Siege in den Dreißiger Jahren waren. W.O. Bentley schuf in dieser Zeit Automobile wie den Speed Six, die die Marke zur Legende machen sollten. Allein, W.O. war kein Kaufmann, sondern ein Ingenieur auf der Suche nach der technischen Perfektion. Der Preis den er dafür zahlen sollte war hoch: Er mußte hinnehmen, dass seine Firma übernommen wurde. Woolf Barnato, ein Lebemann, dessen Familie mit Diamanten in Südafrika reich geworden war, investierte in die Firma und übernahm die Kontrolle. Obwohl Barnato ein knallharter Geschäftsmann war, ließ er Walter Owen Bentley den nötigen kreativen Spielraum und er war ein ausgezeichneter Sportsmann, der maßgeblich zum Ruhm der legendären "Bentley Boys", die sich mit den Siegen beim französischen Langstrecken-Klassiker unsterblich machten, beitrug. Als Woolf Barnato sich 1931 aus der Firma zurückzog, sorgte der Börsen-Crash für das Ende der Selbstständigkeit. Bentley wurde von Rolls-Royce geschluckt und fristete fortan als "Badge-Design"-Marke ein Schattendasein, das wenig Höhepunkte aufweist. Nur der Continental R-Type 1954, als damals schnellstes viersitziges Coupé der Welt, steht gleichwertig neben den Vorkriegsklassikern. Erst 1981 zeigte die englische Luxusmarke mit dem Bentley Mulsanne Turbo neue Zeichen von Vitalität, die - nach der Übernahme durch den Volkswagen-Konzern 1998 in neuen Modellen wie dem faszinierenden Continental GT mündete. Und es gab einen neuen Sieg in Le Mans: Der futuristisch gestaltete Rennwagen Speed 8 errang 2003 einen triumphalen Sieg. Andrew Frankel hat die wechselvolle Geschichte von Bentley in akribischer Recherche zusammengetragen und den Niedergang wie auch die Neugeburt des Labels kenntnisreich beschrieben. Dank der großartigen Bildauswahl ist der Band auch optisch ein Genuß. rr
Andrew Frankel
|
|
|||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||