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Aktualisiert am 31.12.2011
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Citroën C6: Raumgleiter

31.01.2006

pfeil  Technische Daten  

CitroŽn C6
Mit den C6 kehrt CitroŽn eindrucksvoll in die gehobene Mittelklasse zurŁck
Doppelpfeil

Sechs Jahre Zeit hat man sich bei Citroën genommen, bis man nach dem Produktionsende des XM wieder ein Fahrzeug der oberen Mittelklasse anbietet. In guter Citroën-Tradition versucht der neue C6 anders zu sein als die Mitbewerber, ohne allerdings in skurrile Details und Lösungen abzugleiten.

Mit dem ersten C6, dem Namenspaten des aktuellen Modells, war Citroën in der Zeit von 1928 bis 1934 Marktführer für Sechszylinderfahrzeuge in Europa.

Der nachfolgende 15CV, die Sechszylindervariante des 11CV, wurde als Gangsterlimousine berühmt. Sie setzte mit einer selbsttragenden Karosserie, niedrigem Schwerpunkt, Frontantrieb und hydraulischen Bremsen ein Zeichen. Der Nachfolger DS festigte 1955 endgültig Citroëns Ruf als innovative und exzentrische Firma. Der Wagen war gut genug, um bis xxxx Käufer zu finden, der Entwurf eines Nachfolgers fiel Citroën entsprechend schwer. Der CX krankte an Fertigungsmängeln, und immer noch am fehlenden Sechszylindermotor. Peugeot hatte Sorge um den Absatz des 604 und gönnte dem Stiefkind im Konzern die bessere Motorisierung nicht. Trotzdem wurde der CX zum Stückzahlen-Meister der großen Citroën-Limousinen in Deutschland, über 100.000 wurden über die Jahre davon verkauft.

Erst beim XM waren wieder mehr als 4 Zylinder möglich, nicht zuletzt, weil er sich die Plattform mit dem großen Peugeot teilte und man ihm daher schon nicht den großen Motor vorenthalten konnte. Als nach 11 Jahren die Produktion auslief, hinterließ Citroën eine Lücke in ihrem Programm, die auch der C5 nicht füllen konnte. Die gußeisernen Freunde der Marke pflegten ihren XM und hielten ihn mit viel Aufwand am Leben, die anderen wanderten wohl ab.

Der neue C6 soll diese Lücke nun füllen und sich gleich auch noch in eine Reihe mit den Ikonen DS und CX stellen. Wie ginge das besser als bei der Gestaltung des Kleids der neuen Limousine? Vom DS hat sie die lange Motorhaube geerbt, vom CX den langen vorderen und den kurzen hinteren Überhang, die Fensterlinie und die Gesamtlänge. Das Gesamtbild geriet sehr aktuell, coupéhafte Linien sind im Moment in Mode, bei Citroën ist es aber auch ein deutlicher Bezug zur Historie, schon die DS und der CX folgten diesem Designmodell. Der lange Radstand von 2900mm, die großen seitlichen Fensterflächen und der geschwungene Dachverlauf strecken das Auto und lassen es flach wirken. Sich kreuzende Sicken, die geschwungenen Heckleuchten und die konkave Heckscheibe setzen den Wagen klar von allem ab, was sonst in dieser Klasse angeboten wird. Das Gesicht des C6 rückt den Doppelwinkel deutlich ins Blickfeld. Der Einstieg ist, trotz der geringen Bauhöhe, hinten wie vorne sehr bequem.

CitroŽn C6
Viel Glas und eine gebogene Dachlinie, Coupť-Formen sind bei Limousinen in Mode, aber CitroŽn zitiert auch die Vergangenheit
Doppelpfeil

Dabei ist der Wagen alles andere als ein gestreckter Sportwagen. Im direkten Vergleich zu seinen Vorgängern zeigt sich, wie groß er tatsächlich ist. Deutlich höher und breiter als CX und XM, spielt der neue C6 in einer Liga mit der Konkurrenz, und das merkt man besonders am Platzangebot in der zweiten Reihe. Selbst wenn die Vordersitze ganz nach hinten gefahren wurden, bleibt ausreichend Knieraum. Wird der Beifahrersitz ganz nach vorne gerückt, wird der Platz üppig und der C6 zu einer echten Chauffeurslimousine. Der hinten sitzende Chef wird sich besonders dann wohl fühlen, wenn er die aufpreispflichtigen 2 verstellbaren Einzelsitze geordert hatte, die allerdings nur in der teuersten Exclusive-Variante angeboten werden. Der Sitzkomfort unterscheidet sich nun nicht mehr von dem auf den vorderen Plätzen. Die gut geformten, ausreichend straffen Sitze lassen sich individuell verstellen, zusammen mit dem besonderen Federungskomfort der Hydropneumatik lassen sich auch lange Strecken gut bewältigen. Allerdings könnten sie mehr Seitenhalt bieten, bewegt man den C6 gegen seine Natur etwas sportlicher, lassen die Sitze, besonders wenn sie mit Leder bezogen werden, zu große Eigenbewegungen zu. Also bleibt man besser beim entspannten Dahingleiten. Citroëns Innenarchitekt hat sich viel Mühe gegeben, die wunderschönen Holzmaserungen im Armaturenbrett und an den Verkleidungen der Türablagen zeigen, daß Holz auch im Auto nicht wie Plastik wirken muss, sondern durchaus Möbelqualität haben kann. Die Verarbeitung ist auf hohem Niveau, das verwendete Material schwankt aber leider zwischen zwei Extremen. Gerade in der hellen Ausstattungsvariante fällt auf, daß das genarbte Plastikmaterial des Armaturenbretts recht billig wirkt, ein Effekt, der bei der dunklen Variante bei weitem nicht so auftritt und einen scharfen Kontrast zu den sonst sehr hochwertigen Materialien bildet. Der Kofferraum ist ausreichend groß, die Zuladung gut, 460kg dürfen es sein.

CitroŽn C6
Erst derVergleich mit seinen Vorgšngern zeigt die wahre GrŲŖe des neuen C6
Doppelpfeil

Die technische Innenausstattung wirkt nicht mehr so verspielt wie bei den klassischen Vorbildern. Citroën-Puristen werden das möglicherweise bedauern, der Bedienungsqualität kommt es jedoch sehr entgegen. Heute kann man einen Citroën fahren, ohne vorher einen langen Blick in die Bedienungsanleitung geworfen zu haben, alle Standardfunktionen findet man da, wo man sie vermutet. Allerdings bleibt ein Studium der mitgelieferten Dokumentation weiterhin empfehlenswert, da besonders die C6 der Varianten Prestige und Exclusive mit einer Reihe von Funktionen bedacht wurde, die in seiner Klasse noch nicht Standard sind. Ein Head-Up-Display war bisher nur als Option für die sportlichsten Varianten eines Premiumherstellers gegen Aufpreis zu bekommen , in den beiden gehobenen Ausstattungslinien des C6 ist es Standard. Neben der aktuellen Geschwindigkeit werden bei Bedarf Navigationshinweise und andere Daten eingeblendet. Das Head-Up-Display im neuen Citroën ist angenehm und ausgesprochen nützlich, zur Kontrolle der Geschwindigkeit muss der Blick nun nicht mehr von der Strasse zum Tachometer wandern. Eine Verbeugung vor dem SM und der zweiten Serie des DS ist das serienmäßige Kurvenlicht. Während bei den historischen Vorbildern nur die Fernscheinwerfer mitschwenkten, werden beim C6 die Bi-Xenon-Hauptscheinwerfer je nach Radstellung verstellt. Einparkhilfen vorne und hinten vervollständigen die Ausstattungsliste, die natürlich auch eine Klimaautomatik und elektrische Sitzverstellungen enthält. Die Aufpreisliste ist vergleichsweise kurz, neben allerlei Unterhaltungs- und Navigationselektronik können noch ein Schiebedach, der Spurassistent, die Einzelsitze im Heck und die Metalliclackierung nachgeordert werden. Die Lederausstattung, bei der Sparversion und der Prestige-Linie noch Zusatzausstattung, ist in der Exclusive-Variante serienmäßig enthalten.

Im Fahrbetrieb erweist sich der C6 als typischer Citroën, mit gereiften französischen Genen und der einen oder anderen Eigenheit, die man wohlwollend auch als Charakterzug auslegen könnte. Die Rundumsicht ist durch die vielen großen Glasflächen zwar ausgezeichnet, aber die hellen Verkleidungen der A-Säule spiegeln sich sehr stark in der Frontscheibe und scheinen so das Gesichtsfeld einzuengen. Dazu kommt, dass der Innenspiegel bei großen Fahrern den Blick nach vorne deutlich behindert. Die Lenkung ist um die Mittellage etwas schwammig und unpräzise, aber auch sehr leichtgängig und frei von Antriebseinflüssen. Nachteilig auf die grundsätzlich gute Handlichkeit wirkt sich der Wendekreis von 12,43 aus.

CitroŽn C6
Ein aufgeršumtes Armaturenbrett und viel Platz bestimmen das Bild im Innenraum. Die helle Ausstattung spiegelt sich in der Frontscheibe.
Doppelpfeil

Bei höheren Geschwindigkeiten entstehen im Bereich der B-Säule durch die rahmenlosen Scheiben leichte Windgeräusche, aber das Geräuschniveau bleibt insgesamt sehr niedrig. Die Sicherheitsausstattung ist vorbildlich. Neben jeder Menge Airbags, die sich um die Sicherheit der Insassen bemühen, ist der C6 auch beim Fußgängerschutz Vorreiter. Die Aktive Motorhaube ist mit pyrotechnischen Elementen ausgestattet, die im Falle eines Falles die Haube anheben.

Natürlich fühlte man sich bei Citroën besonders dem Fahrkomfort verpflichtet. Folgerichtig wurde für den C6 das schon gute Fahrwerk des C5 noch einmal überarbeitet. Die Führung der Vorderräder übernehmen nun doppelte Dreieckslenker und entkoppelte Achsschenkel, hinten kommt eine Mehrlenkerachse zum Einsatz. Für den hohen Fahrkomfort des C6 ist aber letztlich, neben dem recht langen Radstand von 2900mm, die hydropneumatische Federung mit elektronisch geregelter Abstimmung und Dämpfung verantwortlich. Zwei Grundabstimmungen und sechzehn Dämpferkennlinien ermöglichen eine Echtzeitbeeinflussung der Federkräfte und damit eine optimale Anpassung an verschiedene Fahrsituationen und Straßenzustände. Der Federungsrechner, der für die Kontrolle des Fahrwerks verantwortlich ist, arbeitet mit zwei verschiedenen Regelstrategien. Das "Sky-Hook"-System, das vorrangig verwendet wird, versucht, die Karosserie unabhängig vom Straßenzustand ruhig zu halten, so als sei sie an einem imaginären Haken am Himmel befestigt. Damit werden Vertikalbewegungen radikal reduziert, der Wagen scheint über die Straße zu schweben. Das "Road-Hook"-Regelwerk kommt dann zum Tragen, wenn der Fahrer über Beschleunigungs-, Brems- und Lenkverhalten eine sportlichere Fahrweise signalisiert. Dann stellt der Fahrwerksrechner auf die zweite Strategie um, die den Fahrkomfort hinter einer verbindlicheren aber auch deutlich unkomfortableren Fahrwerksauslegung zurücktreten läßt. Weiterhin kann der Fahrer gezielt einen Sportmodus auswählen, der dann ganz auf die Optimierung der Fahrdynamik ausgelegt ist. Allerdings ist dieser Sportmodus des Fahrwerks vollkommen sinnlos, das Auto wird unpassend unbequem und rumpelt deutlich härter über Straßenunebenheiten. Aber man braucht ihn ja nicht einzuschalten, und dann ist alles gut. Sanft gleitet die Limousine über alles hinweg, was sich an Schlaglöchern und Schäden in den letzten Jahren auf unseren Straßen angesammelt hat, erst bei höheren Geschwindigkeiten entschließt sich die Steuerelektronik zu einer strafferen Gangart und gibt dem Fahrer das gute Gefühl, sein Auto genau kontrollieren zu können.

Von den beiden angebotenen Sechszylindermotoren ist der Diesel die eindeutig bessere Wahl. Der 3.0l-V6- Benziner ist zwar durchaus kräftig und drehfreudig, aber er läuft als Antrieb einer Komfortlimousine deutlich zu laut und zu rauh. Dazu kommt, daß er deutlich mehr Treibstoff verbraucht, bei ähnlichen Fahrleistungen wie der Diesel. Sein einziges Plus ist der Preisvorteil von rund 3000 Euro gegenüber dem Ölbrenner. Der Diesel hat reichlich Leistung und schiebt die große Limousine unspektakulär, aber nachdrücklich an. 230 km/h Höchstgeschwindigkeit sind vollkommen ausreichend, den Standardsprint von 0-100km/h erledigt der C6 in 8,9 Sekunden.

25.000 Einheiten will Citroën pro Jahr fertigen. Das ist ambitioniert, wenn man es mit den Verkaufszahlen eines VelSatis vergleicht, aber bescheiden, wenn man die eines Audi A6, BMW 5er oder Mercedes E-Klasse zum Maßstab nimmt. Je 6000 davon sollen in Frankreich und Deutschland verkauft werden. Das ist zu schaffen, da der C6 keine echte Konkurrenz hat. Für frankophile Autofahrer wird er die erste Wahl sein, für andere eine interessante Alternative zu den dominierenden Produkten der Klasse.

(Text: dr )
(Fotos: Dieter Roßbach, Citroën)

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