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Aktualisiert am 07.09.2010
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Toyota RAV4: Seriöser Funcruiser

20.07.2006

pfeil  Technische Daten  

Toyota RAV4 2.2 D-CAT
Der Rav4 ist erwachsen geworden, und lehnt sich im Design mehr an andere Modelle des Konzerns an
Doppelpfeil

Funcruiser nannte Toyota den ersten RAV4 und begründete mit ihm das neue Segment des Kompakt-SUV. Optisch pfiffig gestaltet, kurz und zweitürig, setzte sich das Urmodel deutlich von den Arbeitstieren der Geländewagenfraktion ab. Von diesem Ansatz hat sich die dritte Generation des RAV4 ein Stück weit weg entwickelt. Er ist erwachsener und seriöser geworden und hat sich damit der inzwischen erstarkten Konkurrenz angenähert. Auffällig ist das schon beim Äußeren, die alte Sportlichkeit und Frische ist dahin. Der Dachaufbau hat nun besonders im Bereich der C- un D-Säule Ähnlichkeiten mit dem Corolla Verso. Vier Türen öffen den Zugang zu den Passagierplätzen. Nur der große, außen montierte Behälter für das Ersatzrad erinnert noch an die Vorgänger - und vergrößert den Platz fürs Gepäck. 450 Liter stehen mindestens bereit, die verschiebbare Rückbank läßt das Volumen sogar auf 586 Liter anwachsen. Der Laderaum wird noch üppiger, wenn man die Rückbank umlegt. Mit einem Handgriff läßt sie sich versenken, es entsteht eine große, ebene Fläche, auf der so ziemlich alles untergebracht werden kann, was nicht besser einer Spedition anvertraut würde. Leider öffnet die große Hecktür, wie bei Toyota üblich, nach der falschen Seite. Was im japanischen Linksverkehr passt, ist bei uns mindestens lästig und je nach Verkehrslage sogar gefährlich.

Die Sportlichkeit ist verschwunden, der Toyota ist wieder etwas länger geraten als sein Vorgänger. Die zusätzlichen 14,5cm kommen dem Passagierraum zu gute und machen den neuen RAV4 zu einem familientauglichen Fahrzeug. Die Gesamtlänge von 4400mm ist weiterhin parkhauskompatibel.

Die Ausstattung ist erfreulich komplett, eine Klimaanlage, die üblichen Helferlein für Fenster und Spiegel und ein Radio mit CD-Spieler gehören zur Serienausstattung aller Modelle. Die zentral angeordneten Instrumente lassen sich gut ablesen und schaffen Platz für zusätzlichen Stauraum. Der Innenraum ist recht wohnlich gestaltet. Um so mehr fallen Kleinigkeiten unangenehm auf. Ausgerechnet die Seitenverkleidung des Gepäckraums ist nicht besonders kratzfest und die Deckel der beiden Fächer in der Armaturentafel machen einen sehr labilen Eindruck. Dem konzentrierten Angriff kleiner Kinder werden sie auf Dauer sicher nicht standhalten.

Toyota RAV4 2.2 D-CAT
Die Heckansicht wird von der Reserverad-Box dominiert. Die falsch angeschlagene Tür ist Toyota-Tradition
Doppelpfeil

Um der wachsenden Konkurrenz besser begegnen zu können, hat man bei Toyota auch beim Motorenangebot in der Leistung zugelegt. Der 2,2l D-CAT-Motor, der schon seit einiger Zeit im Avensis lieferbar ist, leistet 177PS und 400 Nm. Die gewachsene Leistung der Top-Motorisierung ist auch notwendig, um mit Konkurrenten wie dem BMW X3 mithalten zu können. Der RAV4 ist dadurch kein Sportwagen geworden, aber er ist für alle Verkehrssituationen gut motorisiert, die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 200km/h, den Sprint von 0 bis 100km/h erledigt er in 9,3 Sekunden. Insgesamt gefällt der Motor mit einer gleichmäßigen Leistungsabgabe, einem gut gedämpften Motorgeräusch und Laufruhe. Der Normverbrauch liegt bei 7,0 Liter, ein für dieses Fahrzeugformat wirklich angemessener Wert, mehr als 10 Liter sollten es auch bei hohen Autobahngeschwindigkeiten nicht werden.

Die Geländeeigenschaften werden nicht zu den wichtigsten Kaufkriterien der RAV4-Kunden zählen. Immerhin ist der RAV4 mit einem elektronisch geregelten Allradantrieb ausgerüstet, der auch auf losem Untergrund Traktion verspricht. Wer sich mehr traut, dem stehen sogar mit der Berganfahrkontrolle HAC und der Bergabfahrkontrolle DAC echte Geländeensatz-Helfer zur Verfügung. Im Alltagsbetrieb auf der Straße und in der Stadt spürt man wenig davon, daß bei Bedarf alle vier Räder angetrieben werden. Der RAV4 fühlt sich an und fährt sich wie ein guter Fronttriebler.

Der Zuwachs an Leistung und an Länge hat ihren Preis: Fast 1,7 Tonnen wollen sicher bewegt werden. Um Wankbewegungen des hohen Aufbaus zu minimieren und dem Auto eine angemessene Dynamik zu geben, wurde der RAV4 recht straff abgestimmt. Trotzdem ist einiges von der Agilität der Vorgänger auf der Strecke geblieben. Der RAV4 ist nicht unkomfortabel, aber von entspanntem Dahingleiten einer guten Limousine ist der Kompakt-SUV ein Stück weit entfernt. Dazu tragen auch die Abroll- und Windgeräusche bei, die für einen höheren Geräuschpegel bei forcierter Gangart sorgen.

In der sehr vollständigen Grundausstattungsvariante SOL kostet der RAV4 2.2D-CAT 30.900 Euro, Ledersitze, Smart-Key-System und Fahrlichtautomatik gibt es nur in der Executive-Linie, die 2.900 Euro mehr kostet.

Der neue RAV4 ist technisch besser, er ist nutzbarer, aber auch langweiliger geworden, als der Urvater der Linie. Dem weiteren Erfolg wird das aber nicht abträglich sein.

(Text: @@autor )
(Fotos: @@autor )

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