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Aktualisiert am 01.08.2010
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Suzuki SX4 1.9 DDsi: Stadtindianer

01.06.2006

pfeil  Technische Daten  

Suzuki SX4
Der Suzuki SX4 zielt auf Kunden, die Sportlichkeit und Abenteuer verbinden wollen - in der Stadt.
Doppelpfeil

Mit dem SX4 weitet Suzuki sein Produktspektrum um ein Fahrzeug aus, das gezielt in eine wachstumsstarke Nische platziert wurde. Der Wagen ist eine geschickte Mischung aus Kleinwagen und mildem Geländefahrzeug. Im Gegensatz zu Konkurrenzprodukten wie dem VW Cross Polo oder dem Citroën C3 CTR handelt es sich bei Suzukis neuestem Angebot aber nicht um eine geschickt mit SUV-Stilmitteln herausgeputzte Sonderversion der normalen Kleinwagen-Produkte, sondern um einen eigenständigen Entwurf, der sich mit dem Swift nur die Plattform teilt. Die deutlich höhere Dachlinie erlaubt viel Kopffreiheit, auch für die Mitfahrer in der zweiten Reihe und ein optionaler Allradantrieb hebt ihn deutlich über die Mitbewerber hinaus, bei denen das stämmige Äußere und die größere Bodenfreiheit nur ein Stilmittel sind. Während Fiat den baugleichen Sedici allerdings bisher ausschliesslich mit Allrad-Antrieb anbietet und ihn bewußt als kleinen SUV platziert, gibt es den Suzuki auch nur mit Frontantrieb, ganz im Sinne der Positionierung als "Urban Cross Car". Auch mit Allradantrieb ist der SX4 als Geländefahrzeug nicht besonders geeignet. Zwar erlaubt die höhere Bodenfreiheit, den einen oder anderen Feldweg zu befahren und die kurzen Überhänge lassen ihn auch an einer etwas steileren Böschung nicht scheitern, aber die Grundauslegung des Antriebsstrangs zeigt klar dass auch gute Traktion und sicherer Vortrieb auf der Strasse erstes Entwicklungsziel war. Entsprechend fährt sich der SX4, unter normalen Bedingungen verhält er sich wie ein guter Fronttriebler, das Zuschalten des Hinterradantriebs erfolgt unauffällig. Die Vorteile dieser Antriebsart werden mit 60kg mehr Gewicht erkauft, und auch der höhere Anschaffungspreis wird dafür sorgen, daß die meisten Kunden der frontgetriebenen Variante den Vorzug geben werden. Schließlich gibt es auch für sie alle Ausstattungsvarianten, die modische Offroad-Optik ist nicht an das Antriebskonzept gebunden. Der SX4 ist eine gute Kreuzung zwischen Kompaktwagen und SUV, er ist rustikaler als die typische Schrägheck-Limousine, aber deutlich eleganter und leichter als ein Geländewagen.

Suzuki SX4
Vom Arbeitstier für den Einsatz in Feld und Wald ist der SX4 weit weg, er passt eher zu Zoo, Kindergarten und Spielplatz.
Doppelpfeil

Während die Benzinmotoren Eigenprodukte von Suzuki sind, die schon in der Swift-Reihe zum Einsatz kommen, stellt Fiat den 1,9l-Dieselaggregate und das damit gekoppelte Sechsganggetriebe bei. Der Motor passt gut zum Fahrzeug, selbst das in unteren Drehzahlen deutlich vorgetragene Verbrennungsverfahren wirkt bei dieser Fahrzeuggattung nicht störend. Bei höheren Geschwindigkeiten wird es ohnehin von Wind- und Abrollgeräuschen übertönt. Dabei wird es aber nicht laut im SX4, längere Etappen jenseits der Richtgeschwindigkeit sind gut zu ertragen. Dabei hängt der Motor gut am Gas, 180km/h sind als Spitzengeschwindigkeit möglich, von 0-100km/ beschleunigt die Allradversion in 11,2 Sekunden. Mit 120PS und 280Nm produziert der Motor keine Spitzenwerte. In der Praxis fühlt sich der SX4 allerdings agiler an, als diese Zahlen vermuten lassen. Man ist gut unterwegs, auch die Höchstgeschwindigkeit wird ohne längeren Anlauf erreicht. Mit 6,3l Diesel auf 100km im Drittelmix ist der SX4 kein Sparwunder, aber bei den Fahrleistungen ist der Verbrauch angemessen. Das Sechsganggetriebe ist gut abgestuft, der sechste Gang ist als Schongang ausgelegt und senkt die Drehzahl bei höheren Reisegeschwindigkeiten deutlich.

Auch bei der Auslegung des Fahrwerks hat man dem Erscheinungsbild Rechnung getragen, der SX4 ist keine Sänfte geworden. Es ist straff, bleibt aber komfortabel genug, um im Alltagsbetrieb nicht unangenehm zu werden.

Die Instrumente sind im besten Sinne konservativ. Zwei große Rundinstrumente, direkt vor dem Fahrer platziert, informieren über alles Wichtige. Sie sind groß, klar gezeichnet und gut ablesbar. Ein Zentraldisplay in der Mitte des Amaturenbretts faßt weitere Informationen zusammen. Der Innenraum ist wohnlich geraten, von Kleinwagen keine Spur. Suzuki zeigt, daß man auch in dieser Klasse Materialien verwenden kann, die nicht billig aussehen und sich gut anfassen lassen.

Suzuki SX4
Das Cockpit ist klassisch und klar, nichts wirkt billig
Doppelpfeil

Im Fahrbetrieb zeigen sich schnell die Vor- und Nachteile der Fahrzeugkonzepts. Die höhere Sitzposition verbessert die Übersicht für den Fahrer im Verkehr deutlich, aber die steil abfallende Motorhaube läßt das vordere Ende des Wagens nur erahnen. Nach hinten wird die Sicht durch die hohe Font-Rückbank und die Kopfstützen eingeschränkt. Was den Fahrer stört, erfreut allerdings die Mitfahrer: Die Fondsitze sind 10 cm höher als die Frontsitze angeordnet, damit ist die Sicht nach vorne für hinten sitzende Passagiere deutlich besser. Die hohen Türen machen den Zugang zu allen Plätzen einfach, der hintere Fußraum ist für Kinder gut und auch für Erwachsene ausreichend. Das geht aber auf Kosten des Kofferraums, bei einer Gesamtlänge von gut 4,10m keine Überraschung. Das Ladevolumen ist beschränkt. 270 Liter sind es, wenn man drei Mitfahrer im Wagen hat, für die Wocheneinkäufe reicht es aber immer. Zudem lassen sie sich einigermaßen gut einladen, die Ladekante ist nicht zu hoch. Bei Bedarf kann das Volumen durch Umlegen der Rückbank auf gut 1000 Liter vergrößert werden.

Mit dem SX4 ist Suzuki eine interessante Kreuzung zweier Auto-Arten gelungen, mit etwas Abenteuerlust und etwas Sportlichkeit versehen, aber doch mehr in der Stadt als im Wald zuhause. Rund 21.000 Euro kostet der SX4 Comfort 1.9 DDsi mit Allradantrieb, Soundsystem mit CD, Klimaautomatik, ein Navigationssystem, eine höhere Bodenfreiheit, SUV-Beplankung, Unterfahrschutz, Dachreling und Parikelfilter inbegriffen. Das ist nicht gerade ein Sonderangebot, aber vertretbar; Schließlich gibt es einen optionalen Allradantrieb.

(Text: Dieter Roßbach )
(Fotos: Dieter Roßbach )

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